Ein integriertes Managementsystem (IMS) ist gekennzeichnet durch die Zusammenführung zweier oder mehrerer Managementsysteme in ein ganzheitliches System. Absicht ist es, Mehrfachaufwände zu vermeiden – zum Beispiel bei internen und externen Audits. Die Synergien, die durch das IMS entstehen, schärfen zudem den Blick für Chancen und Risiken im Unternehmen.

Integriertes Managementsystem - Was ist das?

Im Prinzip verfügt jedes Unternehmen über ein Managementsystem, da sich jedes Unternehmen managt. Fraglich ist, ob es ein integriertes Managementsystem ist, das Anforderungen aus verschiedenen Bereichen berücksichtigt bzw. ob es wirklich ein System ist, das auf Grundlage einer Norm (zum Beispiel ISO 9001) aufgebaut ist oder ob es nur tradierende Handlungsstränge sind, die dem Unternehmen dazu dienen, sich zu organisieren.

INHALT

  • Integriertes Managementsystem: Aus Vielfalt Synergien schaffen
  • Welche Anforderungen gibt es?
  • Wenn die Komplexität steigt
  • Welches Ziel verfolgt ein integriertes Managementsystem?
  • Was ist die Basis eines integrierten Managementsystems?
  • Wie kann die High Level Structure bei einem integrierten Managementsystem helfen?
  • Welche Ansätze zur Integration gibt es?
  • Nutzen eines integrierten Managementsystems – Fazit
  • Expertise und Vertrauen

Integriertes Managementsystem: Aus Vielfalt Synergien schaffen

Für ein integriertes Managementsystem (IMS) wird die Vielzahl von Managementsystemen, die Unternehmen heutzutage bewerkstelligen müssen, zusammengefasst und möglichst so integriert, dass es zu so wenig Reibung wie möglich kommt und Synergien optimal genutzt werden.

Dies bedeutet, dass die Methoden und Instrumente zur Einhaltung von Anforderungen aus verschiedenen Bereichen in einer einheitlichen Struktur zusammengefasst werden. Diese dient der Corporate Governance (Leitung und Überwachung von Organisationen) und wird von einem risikobasierten Ansatz getragen.

Welche Anforderungen gibt es?

Viele Managementsysteme richten sich auf spezielle Anforderungen aus:

  • Qualität, z.B. DIN EN ISO 9001
  • Umweltschutz, z.B. ISO 14001
  • Energie, z.B. ISO 50001
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz, z.B. ISO 45001, SCC
  • Informationssicherheit, z.B. ISO 27001
  • Krisen oder Notfallmanagement, z.B. ISO 22301
  • Risikomanagement, z.B. ISO 31000
  • CSR / Corporate Social Responsibility, z.B. SA8000
  • diverse weitere Systeme, wie z.B. Gesundheit, Medizinprodukte, Futtermittel oder Explosionsschutz

Somit stehen Unternehmen einer Vielzahl von Themenfeldern gegenüber, die sie normativ organisieren können. Zusätzlich haben verschiedene Branchen Spezialregelwerke wie IATF 16949 (Automobilindustrie) oder EN/AS 9100 (Luftfahrt). Diese vertiefen zumeist die Anforderungen von ISO 9001 an das Qualitätsmanagement und konkretisieren diese im Anwendungskontext.

Wenn die Komplexität steigt

Eine Studie des Harvard Business Manager zeigt, dass der Komplexitätsgrad, sprich die Anzahl der systembedingten Anforderungen, die ein Unternehmen in der Wirtschaft erfüllen muss, seit 1955 um das mehr als Sechsfache gestiegen ist. Dem gegenüber steht der Grad der organisatorischen Komplexität innerhalb des Unternehmens, die Anzahl der verschiedenen Prozesse, Schnittstellen, Anweisungen, Dokumente und Entscheidungen, der sich um das 35-Fache erhöht hat. Dies zeigt, dass immer mehr dazukommt, aber nichts wegfällt.

Whitepaper

HLS – Chance für ein integriertes Managementsystem

  • 10 Gründe für ein IMS
  • Gegenüberstellung der Anforderungen der „Big Five“: ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001, ISO 50001 und ISO 27001

von Rita Kagerer, Expertin für integrierte Managementsysteme

Jetzt kostenfrei herunterladen

Der Grad der Organisationskomplexität verlangsamt die Produktivität der Mitarbeiter sowie die Einnahmen. Daher ist es wichtig, dass sich Unternehmen darüber Gedanken machen, wie sie Themen integrieren und Managementbereiche modular aufbauen, um Themenfelder zu erweitern, ohne einen zu großen internen Verwaltungsaufwand und ohne die Komplexität der Prozesse noch weiter zu erhöhen. Im Idealfall fallen so Dokumente weg und für verschiedene Themenfelder wird ein einheitliches System genutzt.

Welches Ziel verfolgt ein Integriertes Managementsystem?

Ziel des IMS muss sein, Konflikte zu lösen, Ziele abzustimmen und für klare, möglichst qualifizierbare Vorgaben zu sorgen.

Jedoch haben verschiedene Managementsysteme unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen. Insofern können Zielkonflikte entstehen, die es zu berücksichtigen gilt.

An dieser Stelle müssen Organisationen entscheiden, welches Ziel vorrangig ist und gegebenenfalls ein anderes Ziel in den Hintergrund treten lassen. Ein Beispiel: Lösungsansätze, die aus der Perspektive der effizienten Prozessgestaltung an sich sinnvoll wären, müssten einer optimierte Arbeitsschutzorganisation hintenangestellt werden. Hier müssen Unternehmen Einzelfallentscheidungen auch mit Blick auf die Zertifizierung der Managementsysteme treffen. 

Was ist die Basis eines Integrierten Managementsystems?

Für ein solides Fundament braucht es ein einheitliches Prozessmanagement.

Die Arbeitswerkzeuge und Dokumentationsformen müssen vereinheitlicht werden. Hilfreich für die Umsetzung ist ein gemeinsames Maßnahmencockpit, in das die verschiedenen Maßnahmen, die sich beim Aufbau und Betrieb eines integrierten Managementsystems ergeben, einfließen und über das die Aufgaben gesteuert und nachgehalten werden können. Auf diesem soliden Fundament werden die Fachprozesse aufgesetzt und integriert.

Wie kann die High Level Structure bei einem Integrierten Managementsystem helfen?

Die High Level Structure (HLS) ist für Unternehmen, die ihre Systeme modular aufbauen wollen, ein hilfreiches Werkzeug. Denn diese übergeordnete Grundstruktur sorgt dafür, dass sich die Strukturen der Managementsysteme in ihren normativen Anforderungen entsprechen und sich somit leichter integrieren lassen.

Bei den Normrevisionen von ISO 9001:2015, ISO 14001:2015 und der neuen ISO 45001:2018 wurden die Abschnittsstruktur (HLS) und ein Teil der Terminologie verändert, um die Angleichung an andere Managementsystemnormen zu verbessern. Damit unterliegen alle großen ISO-Managementsystemnormen der gemeinsamen Grundstruktur. Auch werden sich künftig weitere Normen der neuen High Level Structure anpassen.

Dies führt vor allem dazu, dass die Unternehmensprozesse anforderungsgerecht an neue oder geänderte Rahmenbedingungen angepasst werden können. Und das, ohne die grundsätzlichen Strukturen im Unternehmen durch Redundanzen und Inkonsistenzen zu überfordern. Prozesse sind einfach erweiterbar, falls neue Normen berücksichtigt werden sollen.

Wichtig ist, sich beim Aufbau eines IMS in den Mitarbeiter hineinzuversetzen. Es sollten dementsprechend Begrifflichkeiten und Abläufe aus dem Arbeitsalltag der Mitarbeiter zur Anwendung kommen.

Welche Ansätze zur Integration gibt es?

Planungsphase: Der gute Überblick

In der Planungsphase lohnt es sich, ein externes Consulting einzubinden, um Erfahrungen aus Integrationsprojekten bei anderen Unternehmen einfließen zu lassen. Dann werden alle Dokumente und Anforderungen auf den Tisch gelegt, um eine Anforderungs- und Wechselwirkungsanalyse erstellen zu können. Anhand dieser erfolgt eine Diagnose, an welcher Stelle sich beispielsweise eine Integration im ersten Schritt lohnt.

Workshop Integriertes Managementsystem: Das Interne Audit

Beim Auditieren von integrierten Managementsystemen (IMS) gibt es besondere Herausforderungen – aber auch die Lösungen dazu. Ein Wegweiser im Online-Seminar am 16.04.2021 wird uns ISO 19011 sein.

Es sollten unbedingt alle Managementverantwortliche eingebunden und ein Integrationsteam aufgebaut werden. Zuletzt wird ein Integrationsplan erstellt, aus dem hervorgeht, mit welchem Managementsystem gestartet wird und was wann wie wo zu erledigen ist.

Aufbauphase: Weichen stellen  - Vorteile sichern

In der Aufbauphase eines integrierten Managementsystems ist es von hoher Bedeutung, die interessierten Parteien wie z.B. interne und externe Kunden mit einzubinden. Bei der Prozessgestaltung ist es unabdingbar, die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen, da diese als zentrale Ressource später mit den Vorgaben arbeiten müssen. Als nächstes folgt die Basisintegration von Dokumentenlenkung, internen Audits, Politik, Zielen und Kennzahlen sowie eines übergeordneten Maßnahmenmanagements. Dann gilt es, im Bereich Human Ressources die unterschiedlichen Themenfelder abzudecken, die Operativprozesse zu integrieren und die Supply Chain sowie Lieferanten mit einzubinden und Anforderungen an sie herunter zu brechen.

Verbesserungsphase: Informationen bündeln 

In der Verbesserungsphase misst die Organisation die Ergebnisse, deren Kennzahlen sie zuvor definiert hat, aus Sicht der interessierten Parteien. Wichtig ist ein Monitoring über interne und externe Audits. Auch eine Managementkontrolle, bei der das Management selbst eine Wertung abgeben kann, ist essenziell. Dies kann beispielsweise durch kleinteilige, übers Jahr verteilte Managementbewertungen erfolgen. Im Zuge der Verbesserungsphase entscheidet die Organisation, ob und welche weiteren Systeme sie integriert und für welche Managementsysteme sie auch eine Zertifizierung anstrebt bzw. weiterführt. 

Nutzen eines integrierten Managementsystems - Fazit

Ein integriertes Managementsystem (IMS) hat eine Prozesslandschaft, die alle für das Unternehmen relevanten Themen abdeckt. Das System sollte daher Schritt für Schritt aufgebaut werden. Das Unternehmen muss entschieden, welche Bereiche und Normen zuerst integriert werden sollen und welche weiteren Ausbaustufen aufgenommen werden sollen. Sonst überfordert die Integration die Organisation und ihre Mitarbeiter.

Die Unterstützung des Managements ist dabei von entscheidender Bedeutung. Es muss allen innerhalb des Unternehmens bewusst sein, dass es sich beim integrierten Managementsystem nicht um ein Handbuch handelt, das im Schrank steht. Vielmehr handelt es sich um ein tägliches Arbeitswerkzeug, das – bei richtiger Anwendung – die Arbeit für alle erleichtert.

Und das allen Beteiligten die Sicherheit gibt, die wesentlichen Anforderungen von Kunden, Behörden und anderen wesentlichen Parteien adäquat zu berücksichtigen.

Sie haben Fragen?
Kontaktieren Sie uns!
Ganz unverbindlich und kostenfrei.

Expertise und Vertrauen

Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 als erster deutscher Zertifizierer von Managementsystemen engagiert sich die DQS für den nachhaltigen Erfolg ihrer Kunden. Mit wertschöpfenden Audits und kundenorientierten Konzepten begleiten wir Organisationen bis hin zu Business Exzellenz.

Gerade die kombinierte, zeitgleiche Auditierung von vollständig integrierten Managementsystemen bietet Ihnen zahlreiche Chancen, da durch die themenübergreifende Begutachtung Synergien genutzt und gleichzeitig Wechselwirkungen, aber auch Widersprüche zwischen den unterschiedlichen Themenfeldern erkannt werden können. Um den Nutzen für unsere Kunden mit einem integrierten Managementsystemen zu erhöhen, legen wir den Schwerpunkt in der Auswahl und Weiterbildung unserer Auditoren auf ihre Mehrfachqualifikation: DQS-Auditoren decken im Durchschnitt mindestens drei Regelwerke ab. Nehmen Sie uns beim Wort. Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen. 

mehr anzeigen
weniger anzeigen

Einführung und Vorteile eines Integrierten Management­systems

Planungsphase, Aufbauphase und Verbesserungsphase – das sind die drei zentralen Schritte bei der Einführung eines integrierten Managementsystems. In jeder Phase müssen alle Managementverantwortlichen eng eingebunden werden. Nur so kann eine gute Zielfindung erfolgen und das System mit Weitsicht weiterentwickelt werden. Vorteile zeigen sich vor allem durch mehr Effizienz und Transparenz im Unternehmen.

Blog
compliance-header-blog-säulen gerichtsgebäude
Loading...

Compliance Management mit ISO 37301 – neuer internationaler Prüfstandard

Whitepaper
whitepaper-dqs-mann-liest-auf-einem-ipad
Loading...

HLS – als Chance für Integrierte Managementsysteme

High Level Structure

Die High Level Structure – kurz HLS – wurde 2012 von der International Organization for Standardisation (ISO) veröffentlicht. Absicht war und ist es, Managementsystemnormen eine gemeinsame Grundstruktur und gleichartige Kernbegriffe zu geben. Mit diesem normübergreifenden Aufbau soll die Integration mehrerer Managementsysteme in ein ganzheitliches System vereinfacht werden.

Whitepaper
whitepaper-dqs-mann-liest-auf-einem-ipad
Loading...

Infografik – Die 5 wichtigsten ISO-Normen in grafischer Darstellung

Blog
managementsystem-header-blog-dqs-pfeil hat exakt in die mitte der zielscheibe getroffen
Loading...

Was ist eine High Level Structure?

Qualitäts­management im Integrierten Management­system

ISO 9001 in der aktuellen Version von 2015 folgt der High Level Structure (HLS), der einheitlichen Grundstruktur für Managementsystemnormen. Die Norm ist geprägt von grundsätzlichen Managementthemen und einer hohen internationalen Verbreitung. Deshalb eignet sie sich besonders gut als Ausgangspunkt, um weitere Themen wie Umwelt oder Arbeitsschutz zu einem Integrierten Managementsystem zu verbinden.

Blog
qualitaet-header-blog-dqs-bunte bausteine
Loading...

Qualitäts­management­system – mit ISO 9001 zum effizienten QMS

Umwelt­management im Integrierten Management­system

Die Norm ISO 14001 für Umweltmanagement hat 2015 ihre letzte große Revision erfahren – und ist seitdem mit im Bunde der High Level Structure (HLS). Heute ist IS0 14001 für viele wachsende Unternehmen die bevorzugte Wahl, wenn es darum geht, zu ISO 9001 für Qualitätsmanagement ein weiteres Regelwerk hinzuzunehmen und zu einem Integrierten Managementsystem (IMS) zu verschmelzen.

Blog
umwelt-dqs-bepflanzte stufen
Loading...

Umwelt­management­system ­– Der ultimative Guide

Blog
umwelt-dqs-bepflanzte stufen
Loading...

Erfahrungen mit ISO 14001: Hermes Germany

Blog
umwelt-dqs-bepflanzte stufen
Loading...

Erfahrungen mit ISIS12 und ISO 27001 bei Enterbrain

Whitepaper
whitepaper-dqs-mann-liest-auf-einem-ipad
Loading...

ISO 14001 – Lebenswegbetrachtung

Arbeits­schutz im Integrierten Management­system

Das Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA) ist an vielen Stellen von Anforderungen an Compliance geprägt. Das systematische, anforderungskonforme Management von Arbeitsschutz wird daher für immer mehr Unternehmen unumgänglich. ISO 9001 für Qualitätsmanagement und ISO 45001 für Arbeitsschutz können in einem Integrierten Managementsystem also ein schlagkräftiges Duo sein.

Blog
arbeitsschutz-header-blog-dqs-arbeitshelme haengen an spind
Loading...

Arbeitsschutzmanagement – effektiv mit System

Blog
Medizinprodukte-EU-Anpassungsgesetz
Loading...

Übergangsfrist von ISO-Normen Verlängert

Energie­management im Integrierten Management­system

ISO 50001 für Energiemanagement öffnet gerade in Kombination mit der Umweltnorm ISO 14001 viele Türen in Richtung Klimamanagement. Ein Integriertes Managementsystem aus beiden Normen leistet aufgrund vorhandener, weil bereits erhobener Daten zum Beispiel erhebliche Vorarbeit für die Erstellung und Verifizierung einer Treibhausgas-Bilanz (THG-Bilanz).

Whitepaper
whitepaper-dqs-mann-liest-auf-einem-ipad
Loading...

ISO 50001 – Das novellierte EDL-G

Blog
Medizinprodukte-EU-Anpassungsgesetz
Loading...

Übergangsfrist von ISO-Normen Verlängert

Umsetzung eines Integrierten Management­systems

Die Planung und Umsetzung eines Integriertes Managementsystems ist heute vor allem der Notwendigkeit einer ganzheitlichen Unternehmensführung geschuldet. Auf dem Wege eines Integrierten Managementsystems lassen sich die vielfältigen Anforderungen themenspezifischer Normen wie ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001, ISO 45001 und ISO 50001 erfüllen. Dazu bedarf es einer ganzheitlichen Sichtweise und konsequenten Prozessorientierung.

 

Blog
managementsystem-header-blog-dqs-pfeil hat exakt in die mitte der zielscheibe getroffen
Loading...

Neptun Werft: Treffendes Beispiel für integrierte Managementsysteme

Webinar
webinar-dqs-junger-mann-mit-headset-sitzt-vor-einem-laptop
Loading...

Das integrierte Managementsystem

Blog
managementsystem-header-blog-dqs-pfeil hat exakt in die mitte der zielscheibe getroffen
Loading...

Weiterentwicklung integriertes Managementsystem

Blog
managementsystem-header-blog-dqs-pfeil hat exakt in die mitte der zielscheibe getroffen
Loading...

ZEISS und DQS - 20 Jahre bester Zusammenarbeit