Ein­hal­tung recht­li­cher Ver­pflich­tun­gen

Die Ein­hal­tung recht­li­cher Ver­pflich­tun­gen durch die oberste Leitung be­zie­hungs­wei­se den Ar­beit­ge­ber ist eine absolute Grund­be­din­gung für seriöses und dau­er­haft er­folg­rei­ches Wirt­schaf­ten – auch bei Ar­beits­si­cher­heit und Ge­sund­heits­schutz. Dies gilt für jede Art von Ver­pflich­tung, die ein Un­ter­neh­men jenseits recht­li­cher Zwänge und Vor­schrif­ten wie etwa dem Ar­beits­schutz­ge­setz ein­ge­gan­gen ist. Die Vor­aus­set­zung dafür ist die Iden­ti­fi­zie­rung all dieser Ver­pflich­tun­gen und eine kon­se­quen­te Be­wer­tung der Ar­beits­schutz Com­pli­ance – ein Thema auch für Führungskräfte, um ihrer Ver­ant­wor­tung nach­zu­kom­men!

Die Ein­hal­tung recht­li­cher Ver­pflich­tun­gen (Com­pli­ance) im Ar­beits­schutz ist eine zentrale An­for­de­rung von ISO 45001.

Die international anerkannte Norm ISO 45001 konzentriert sich auf Themen und Maßnahmen im Unternehmen, die für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA) relevant sind – und somit auch für alle Beschäftigten. Dabei geht es vor allem um die Bestimmung rechtlicher Verpflichtungen im Zusammenhang mit Arbeitsschutz.

Das Ziel der Norm: Verantwortung zu übernehmen, Maßnahmen zu ergreifen und Gefährdungen für Mitarbeitende zu minimieren. Arbeitgeber werden also in die Lage versetzt, Lücken im Arbeitsschutzmanagementsystem zu schließen und die Arbeitsschutz Compliance sicherzustellen.

Ein wichtiger Teilaspekt dabei: Mit Blick auf ein integriertes Managementsystem beziehungsweise die von ISO 45001 geforderte Integration aller SGA-Themen in die allgemeinen Geschäftsprozesse ist es ohnehin notwendig, umfassende Compliance sicherzustellen. Nur so sind gravierende Schäden durch Versäumnisse im Arbeitsschutz auszuschließen. Das Bestimmen und die Einhaltung rechtlicher Verpflichtungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz ist dabei ein Muss.

ISO 45001 ist nach fünfjähriger Entwicklungszeit im März 2018 erschienen und löste 2021 den britischen Standard BS OHSAS 18001 ab. Die Norm erhebt den Gesundheits- und Arbeitsschutz deutlich stärker in den Rang eines strategisch bedeutenden Führungsthemas und bietet damit für deren fortlaufende Verbesserung einen geeigneten Rahmen. Im Mittelpunkt steht dabei eine der wichtigsten interessierten Parteien des Unternehmens: Ihre Mitarbeitenden. 

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Führung und Ver­pflich­tung in ISO 45001

Wir in­ter­pre­tie­ren die Norm.

Si­cher­heit und Ge­sund­heit bei der Arbeit ist Chefsache! In Kapitel 5 stellt die Norm zentrale An­for­de­run­gen an die oberste Un­ter­neh­mens­lei­tung. Lesen Sie mehr in unserem kos­ten­frei­en White­pa­per und pro­fi­tie­ren Sie vom Know-how unserer Ex­per­ten.

Aus dem Inhalt: 

  • Fürsorgepflicht für die an­ver­trau­ten Mitarbeiter 
  • Das A und O: Eine Un­ter­neh­mens­kul­tur des Vertrauens 
  • Klassische (SGA-)Mängel

Welche Rolle spielt ISO 45001 mit Blick auf Compliance?

Die Norm für Gesundheits- und Arbeitsschutz liefert wertvolle Hinweise zur Bewertung rechtlicher Verpflichtungen. Damit versetzt sie Organisationen in die Lage, Compliance-Lücken zu schließen.

DIN EN ISO 45001:2023-12 – Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung 
Quelle: DIN Media

 

Arbeitsschutz und Compliance – ein Beispiel aus dem Bereich Kommunikation

In einer Notfallsituation müssen gegebenenfalls Rettungsdienste alarmiert werden. Sind die Abläufe für die Alarmierung klar festgelegt, kann das für die Betroffenen lebensrettend sein. Manche Notfallsituationen, zum Beispiel die Freisetzung von Schadstoffen in die Umgebung, verlangen aber nicht nur nach einer schnellen und koordinierten Alarmierung von Rettungsdiensten.

Notfallsituationen ziehen meist auch eine unverzügliche Meldung an die zuständige Behörde nach sich. So sollen der Schutz der Bevölkerung sowie der Umwelt gewährleistet werden. Das Unternehmen muss bei bestehender Meldepflicht also genau wissen, welche Behörde oder sonstige interessierte Partei unter welchen Gesichtspunkten benachrichtigt werden muss.

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Ar­beits­schutz und Com­pli­ance

ISO 45001: Der Kompass für Arbeits- und Ge­sund­heits­schutz. Wir in­ter­pre­tie­ren die Norm und zeigen auf, was genau zu beachten ist. Aus dem Inhalt des kos­ten­frei­en White­pa­pers:

  • Com­pli­ance: Kon­zen­tra­ti­on auf SGA-re­le­van­te The­men
  • Was tun bei Nicht-Com­pli­ance?
  • Sie­ben Schritte zur Um­set­zung von ISO 45001

Ist eine Notfallsituation noch mit einem tödlichen Arbeitsunfall verbunden, muss der Arbeitgeber umgehend eine Unfallanzeige bei der Berufsgenossenschaft (BG) einreichen. Sie ist eine der wichtigsten interessierten Parteien, wenn es um Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz geht. Die im Unternehmen für eine solche Anzeige zuständige Stelle hat in diesem Fall keine Zeit für lange Recherchen, an wen und auf welche Weise gemeldet werden muss. Wird der Unfall zu spät oder an der falschen Stelle kommuniziert, kann das rechtliche Folgen für die oberste Leitung nach sich ziehen.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist in der heutigen Zeit auch eine klare Regelung zum Informationsaustausch mit diversen Medien. Vorfälle und/oder Notfälle sind in der Regel immer von großem medialen Interesse. Neben der BG und der Gewerbeaufsicht fordern ganz schnell Presse, Fernsehen und Soziale Medien relevante Informationen. Es sollte unbedingt geregelt werden, wer kommuniziert. Ist dies in einer Notfallsituation jedem Mitarbeiter möglich, können falsche Eindrücke wiedergegeben werden, die dem Unternehmen schaden.

Fazit: Es muss verbindlich festgelegt sein, wer, worüber, wann, mit wem und wie intern und extern kommunizieren soll. Auch an den Inhalt der Informationen und die Kommunikationsprozesse selbst stellt die SGA-Norm eine Reihe von Anforderungen, um Compliance im Arbeitsschutz zu erreichen.

UN­SER LE­SE­TIPP


Le­sen Sie auch, wie die Kommunikation im Rahmen eines SGA-Managementsystems normgerecht zu ge­stal­ten ist: Arbeitsschutz braucht Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Einfache Integration in ein bestehendes Managementsystem

Die ISO-Norm 45001 folgt der gemeinsamen Grundstruktur (High Level Structure / HLS) mit Kerntexten, Begriffen und Definitionen, wie sie in allen seit 2012 überarbeiteten ISO-Managementsystemnormen zur Anwendung kommt.

Damit kann das Thema Arbeitssicherheit nun erstmals ganzheitlich in ein bestehendes Managementsystem, zum Beispiel nach ISO 9001 oder ISO 14001, aufgenommen werden. Dies hat viele Vorteile: Ein integriertes Managementsystem trägt vor allem dazu bei, Zielkonflikte und Doppelungen paralleler Managementsysteme zu vermeiden, Ressourcen zu bündeln und zugleich Synergieeffekte zu erzielen.

 

Das integrierte Managementsystem – mit Mehrwert auditiert

Die kombinierte, zeitgleiche Auditierung von vollständig integrierten Managementsystemen bietet für Unternehmen zahlreiche Chancen. Durch themenübergreifende Audits können Synergien genutzt und gleichzeitig Wechselwirkungen, aber auch Widersprüche zwischen den unterschiedlichen Themenfeldern erkannt werden. Dies erfordert eine zwischen allen Beteiligten gut abgestimmte, zielgerichtete Auditplanung.

Um den Nutzen für unsere Kunden zu erhöhen, legen wir den Schwerpunkt in der Auswahl und Weiterbildung unserer Auditoren auf ihre Mehrfachqualifikation: DQS-Auditoren decken im Durchschnitt mindestens drei Regelwerke ab.

Arbeitsschutz und Compliance – Fazit

Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften stellt einen grundlegenden Aspekt der Arbeitsschutznorm ISO 45001 dar. Obwohl der Arbeitsschutz durch europäische und nationale Gesetzgebung sowie durch die Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherung klar definiert ist, spielt die internationale Norm für ein SGA-Managementsystem eine wichtige unterstützende Rolle.

Sie bietet nicht nur wertvolle Orientierungshilfen zur Beurteilung rechtlicher Pflichten, sondern ermöglicht es Organisationen auch, eventuell bestehende Risiken zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Es ist entscheidend, dass Organisationen die Relevanz von Compliance im Arbeitsschutz erkennen und proaktiv Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit am Arbeitsplatz gemäß den höchsten Standards zu gewährleisten. ISO 45001 bietet hierfür einen umfassenden Rahmen.

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Unsere Zertifizierungsaudits liefern Ihnen Klarheit. Der ganzheitliche, neutrale Blick von außen auf Menschen, Prozesse, Systeme und Ergeb­nisse zeigt, wie wirksam Ihr Managementsystem ist, wie es umgesetzt und beherrscht wird. Wir legen Wert darauf, dass Sie unser Audit nicht als Prüfung, sondern als Bereicherung für Ihr Managementsystem wahrnehmen.

Dabei beginnt unser Anspruch stets dort, wo Auditchecklisten enden. Wir fra­gen gezielt nach dem „Warum“, weil wir verstehen wollen, aus welchen Motiven heraus Sie einen bestimmten Weg der Umset­zung gewählt haben. Wir richten den Blick auf Verbesserungs­potenzial und regen zum Perspektivenwechsel an. So erkennen Sie Handlungsoptionen, mit denen Sie Ihr Managementsystem fortlaufend verbessern können.

Die DQS übt alle Zertifizierungen kompetent, objektiv, neutral und unparteilich aus. Als Nachweis führen die nationalen Akkreditierungsstellen jährlich zahlreiche Akkreditierungsaudits und Witnessaudits bei der DQS durch. Mehr dazu erfahren Sie in unserer Auditphilosophie.

Vertrauen und Expertise

Unsere Beiträge und Whitepaper werden ausschließlich von unseren Normexperten oder langjährigen Auditoren verfasst. Sollten Sie Fragen zu den Textinhalten oder unseren Dienstleistungen an unseren Autor haben, senden Sie uns gerne eine E-Mail: [email protected].

Hinweis: Wir verwenden aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum. Die Direktive schließt jedoch grundsätzlich Personen jeglicher Geschlechteridentitäten mit ein, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

Autor

Altan Dayankac

Glo­bal Program Manager und Senior Sus­taina­bi­li­ty Manager der DQS Gruppe und in­ter­na­tio­na­ler Experte für zahl­rei­che Nach­hal­tig­keits-, Klima-, Umwelt- und Ar­beits­si­cher­heits­the­men. Seine Ex­per­ti­se bringt Altan Dayankac zudem als Autor und Mo­de­ra­tor in HSE- und Nach­hal­tig­keits-Ko­mi­tees sowie in ver­schie­de­ne Fach­ver­an­stal­tun­gen ein.

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