Ein professionelles Lieferantenmanagement gewinnt in den Unternehmen immer mehr an Bedeutung – auch aufgrund des Lieferkettengesetzes, das 2023 in Kraft tritt. Denn die Globalisierung und der immer größer werdende Massenkonsum tragen dazu bei, dass das Thema einen immer brisanteren Stellenwert in Wirtschaft und Politik einnimmt. Auch die globale Pandemie und die dadurch entstandenen Lieferengpässe machen ein konsequentes Management der Lieferketten unerlässlich.

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Das CSR-Profil eines Unternehmens ist eng mit der Aktivität seiner Lieferkette verknüpft. Angesichts der Globalisierung in Wirtschaft und Industrie gilt dies erst recht. Geschäftspartner müssen heute in ihren nationalen wie internationalen Beziehungen Verantwortung in der Nachhaltigkeit übernehmen und ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen. Konkret bedeutet dies: verstärkt ökologische, ökonomische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. In seinem Beitrag für die Fachzeitschrift „Industrieanzeiger“ kommt Altan Dayankac, Experte für Sustainability zu dem Schluss: „CSR-Lieferantenaudits sind ein Muss.“

 

Lieferanten nachhaltig managen

Verlässliche Lieferanten und Partner tragen maßgeblich zur Kundenzufriedenheit und zum Erfolg Ihres Unternehmens bei. Es reicht heute nicht mehr aus, nur auf die eigene Qualitätsfähigkeit zu schauen. Die Qualität von Produkten und Prozessketten lässt sich erheblich steigern, wenn beide Seiten in der Lieferkette partnerschaftlich und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Eine ausgewogene Lieferantenstruktur beugt Lieferengpässen vor, eine hohe Lieferfähigkeit und Termintreue stabilisieren den eigenen Herstellungsprozess. Die richtige Auswahl, Bewertung und Qualifizierung geeigneter Lieferanten wird damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Die Umsetzung eines systematischen Lieferantenmanagements ist für viele Unternehmen aber nach wie vor eine Herausforderung. Immer öfter kommt es zu Schwierigkeiten mit Herstellungs- und Lieferungsprozessen sowie verzögerten Lieferzeiten. Dies wirkt sich negativ auf die Kunden- und Lieferanten-Beziehungen und letztendlich auf den Unternehmenserfolg aus. Mehr denn je ist es für die meisten Unternehmen deshalb zwingend notwendig, ihren Lieferantenstamm nachhaltig zu entwickeln und professionell zu koordinieren. 

Unterstützung liefert Ihnen dabei ein Managementsystem, durch das Sie Ihre Lieferketten mit Partnerunternehmen und Lieferanten strukturieren und managen können. Im Folgenden erfahren Sie unter anderem, wie ein nachhaltiges Lieferantenmanagement funktioniert, wie Sie damit Ihre Nachhaltigkeit steigern und Ihre Wertschöpfungskette optimieren können. 

 

Was ist Lieferantenmanagement? Eine Definition

Ein strategisches Lieferantenmanagement ist ein wichtiger Erfolgsfaktor jeder modernen Unternehmenskultur. Darunter fällt zum einen die Verwaltung sämtlicher Maßnahmen zur Kontrolle, Planung und Regulierung der Lieferantenbasis. Zum anderen zählt auch eine strategische Umsetzung der Beziehungen zwischen den Lieferanten und Ihrem Unternehmen dazu.

Ziel ist es, mit den leistungsfähigsten Lieferanten solide und langfristige Partnerschaften zu etablieren, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Die Idee kommt ursprünglich aus dem Beschaffungsprozess, also der Versorgung eines Unternehmens mit unterschiedlichen Stoffen, Halb- und Fertigprodukten und Dienstleistungen aus externen Quellen. Diese Sach- und Dienstleistungen stehen Ihnen durch einen effizienten Beschaffungsprozess unter optimalen Bedingungen zur Verfügung. Auf diese Weise kann Ihr Unternehmen Kosten und Risiken senken, während gleichzeitig die Qualität der Beschaffungsobjekte steigt. 

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Systematische Lieferantenbewertung

  • relevante Nachhaltigkeitsthemen
  • geeignete Bewertungskriterien
  • gängige Nachweisverfahren
  • Monitoring und Auswertung der Ergebnisse

Wenn Sie mit dem Lieferantenmanagement starten, bildet deshalb der Beschaffungsprozess einen großen Aufgabenschwerpunkt. Dieser wird im Laufe der Zeit kontinuierlich weiterentwickelt und die Beziehung zwischen den Lieferanten und Ihrem Unternehmen aktiv gestaltet. Auf diese Weise können Sie bereits früh einen Mehrwert für beide Seiten schaffen und eine gute Kommunikation kultivieren. 

Nachhaltiges Lieferantenmanagement geht noch einen Schritt weiter. Denn die passenden Lieferanten zu finden, ist eine strategische Entscheidung, die gut durchdacht sein muss. Schließlich trägt ein guter Lieferant durch seine Leistungsfähigkeit und auch sein Verhalten sehr viel zur Zufriedenheit der Kunden und somit auch zum Erfolg Ihres Unternehmens bei. 

Da jedoch der Wettbewerbsdruck durch die rasant zunehmende Globalisierung kontinuierlich größer wird, wächst auch die Bandbreite der Aufgaben, die unter den Bereich Lieferantenmanagement fallen. Lieferantenmanagement ist deshalb ein übergreifender Terminus, der mehrere Maßnahmen umfasst, die das Handling der Lieferanten erleichtern. 

Hauptziel ist, eine gute Partnerschaft mit Ihren Lieferanten zu etablieren. Diese sollten auch in der Lage sein, sich bei diversen innovativen Prozessen einzubringen. Dies stellt Lieferanten aber auch vor neue Herausforderungen. Sie besetzen eine aktive Rolle und müssen Eigenschaften wie Flexibilität, Qualität und Service vorweisen, um sich von anderen abzuheben.

 

Ziele des Lieferantenmanagements

Durch ein konsequentes Lieferantenmanagement können völlig neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Zulieferern und Ihrem Unternehmen entstehen. Das ist bei den stetigen Veränderungen der Rahmenbedingungen im Beschaffungsprozess ein wichtiger Erfolgsfaktor. 

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Auch interessant: Lieferantenbewertung unter Nachhaltigkeitsaspekten – Die 6 wichtigsten Fragen.

Denn feststeht: Unternehmen werden immer abhängiger von den Produkten, die rechtzeitig geliefert werden müssen, um den normalen Geschäftsbetrieb aufrecht zu halten. Steigende Kundenansprüche, die endlosen Möglichkeiten des Internets und die sich ausweitende Internationalisierung der weltweiten Märkte erfordern deshalb eine frühzeitige Einbindung der externen Anbieter in die Prozesse. 

Der wirtschaftliche Erfolg Ihres Unternehmens ist deshalb in großen Teilen auf ein professionelles Lieferantenmanagement angewiesen. Die Ziele, die Sie damit verfolgen, sind sowohl operativer als auch strategischer Natur:

 

Operative Ziele

Im operativen Lieferantenmanagement gilt es, die Beschaffungskosten zu minimieren und damit die Lieferantenleistung zu steigern. Grundlagen hierfür bildet eine ausführliche Lieferantenbewertung, anhand derer eine Vergleichbarkeit Ihrer Lieferantenbasis überhaupt erst möglich wird. Auf diese Weise können Sie die Beziehungen zu Ihren Top-Lieferanten ausbauen und verbessern und unter nicht funktionierende Lieferantenbeziehungen einen Schluss-Strich ziehen.

Durch die Konzentration auf weniger Lieferanten zeigen sich Bündelungspotenziale sowie geringere Verwaltungskosten. Sie erhalten genaue Informationen über die verschiedenen Facetten der einzelnen Lieferantenleistungen. Auf diese Weise können Sie Ihre Verhandlungsposition verbessern. 

Strategische Ziele

Bei den strategischen Zielen steht die Optimierung der Lieferantenbasis im Mittelpunkt. Anhand von Beschaffungsstrategien definieren Sie genaue Maßnahmen für deren Entwicklung, um die Qualität der Lieferleistung zu erhöhen und die Beschaffungskosten zu senken. So können Sie beispielsweise durch die Verbesserung von unternehmensübergreifenden Prozessen das Versorgungsrisiko im Einkauf reduzieren. 

Wenn Sie die Abhängigkeiten von Lieferanten verringern möchten, können Sie auch mit dem Aufbau von Alternativlieferanten bei gleichzeitiger Regulierung des Beschaffungsvolumens beginnen. Die Beziehungen zu schwer zu ersetzenden Lieferanten sollten Sie hingegen durch integrative Maßnahmen sichern, um Ihr Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu halten.

 

Lieferantenmanagement entlang CSR-Kriterien

Hinzu kommt heute aber die Verpflichtung, den strategischen Einkauf um die Komponente der sozialen Nachhaltigkeit zu ergänzen. Fehlt in Unternehmen das Verständnis für den nachhaltigen Aufbau und die Entwicklung der Lieferkette, dann fehlt heute ein weiterer entscheidender Faktor bei der Lieferantenauswahl für die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen. Am Rande: Die Beweglichkeit, Lieferantenmanagement um Kriterien der Corporate Social Responsibility (CSR) zu ergänzen, ist auch ein Indikator für die Fähigkeit zu Innovation in einer Organisation.

Für Unternehmen mit der Aufgabe, nachhaltige Beschaffung zu gewährleisten, stehen drei mögliche Gründe im Raum, die Nachhaltigkeits-Performance der Lieferanten zu überprüfen:

  • da es aus eigenem Antrieb und auf der Grundlage eines eigenen Verhaltenskodex nur mit CSR-kompatiblen Lieferanten arbeiten möchte,
  • weil es von den eigenen interessierten Parteien dazu angehalten wird, für die Erfüllung der wesentlichen Anforderungen an Social Responsibility und an die Achtung der Menschenrechte in der Lieferkette zu sorgen
  • oder weil es politisch (rechtlich) erforderlich ist und zum Beispiel eine Verpflichtung zur Berichterstattung besteht.

 

Das deutsche Lieferkettengesetz – ein Schritt in die richtige Richtung

Das sogenannte Lieferkettengesetz schafft seit Mitte 2021 einen rechtlichen Rahmen, um den Schutz der Umwelt, Menschen- und Kinderrechte entlang globaler Lieferketten zu verbessern. Denn leider verstoßen immer noch viele Unternehmen in Deutschland mit ihren globalen Geschäften gegen grundlegende Menschenrechte und/oder schädigen die Umwelt – ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Betroffene hatten bisher kaum eine Möglichkeit, vor deutschen Gerichten Schadensersatz einzuklagen. 

Das deutsche Lieferkettengesetz zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten, kurz, Lieferkettengesetz, soll dem nun ein Ende bereiten. Es wurde im Juni 2021 beschlossen und wird 2023 in Kraft treten. Zunächst sind Unternehmen ab 3.000 Mitarbeitern in der Plicht zu handeln, ab dem Jahr 2024 an Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern. Ziel ist es, Unternehmen, die im Ausland Vorleistungsgüter oder Fertigerzeugnisse beziehen, auch für die Produktionsverfahren und die Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferern in die Verantwortung zu ziehen. 

Konkret bedeutet das: Unternehmen müssen fortan bei direkten Zulieferern sowie anlassbezogen auch bei indirekten Zulieferern Risiken für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung ermitteln, gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen und diese gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dokumentieren. Sie müssen Missstände zurückverfolgen und diese von vornherein vermeiden und abstellen, sobald sie diese erkennen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld oder Schadensersatz der Mitbewerber.

Das Gesetz ist zweifelsohne ein großer Schritt für den Schutz von Menschenrechten und Umwelt, denn:

  • es legt Unternehmen umweltbezogene Pflichten auf.
  • es regelt eine solide behördliche Durchsetzung, nach der eine Behörde die Einhaltung der Sorgfaltspflichten kontrolliert und Nichteinhaltung sanktioniert. Unternehmen sollen dadurch ihr Verhalten ändern und zukünftige Schäden vermeiden.
  • es leitet in Deutschland einen Paradigmenwechsel ein: Weg von rein freiwilliger Corporate Social Responsibility hin zu verbindlichen menschenrechtlichen und umweltbezogenen Vorgaben für Unternehmen.
  • es legt Sorgfaltspflichten fest, die sich an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNLP) orientieren und grundsätzlich die gesamte Lieferkette erfassen.

Neben dem deutschen Lieferkettengesetz plant auch die EU-Justizkommission ein europäisches Lieferkettengesetz. Dieses EU-Gesetz sollte das Beste aus den Sorgfaltspflichtengesetzen der Mitgliedstaaten vereinen, zum Beispiel die Definition der gesamten Wertschöpfungskette aus den Niederlanden, die starke behördliche Durchsetzung aus Deutschland und die zivilrechtliche Haftung aus Frankreich.

 

Nachhaltiges Lieferantenmanagement 

Auch durch das Lieferkettengesetz hat das Thema Nachhaltigkeit in der Beschaffung inzwischen für viele Unternehmen strategische Bedeutung. Vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung, den zunehmenden Umweltveränderungen und der allgemeinen Ressourcenknappheit legen auch die Kunden inzwischen großen Wert auf eine nachhaltige Ausrichtung der Arbeitsprozesse, die sich auch entlang der Lieferkette widerspiegelt. Aufgabe eines nachhaltigen Lieferantenmanagements ist es deshalb, nur die Menge an Ressourcen zu verbrauchen, die absolut notwendig ist - ohne nachfolgende Generationen zu beeinträchtigen. 

  • Das moderne Verständnis der Nachhaltigkeit basiert dabei auf dem Prinzip eines Drei-Säulen-Modells, das die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit umfasst:
  • Die ökologische Nachhaltigkeit verfolgt das Ziel, die Umwelt sowie die natürlichen Ressourcen bestmöglich zu schonen. Eine Beanspruchung der Umwelt soll lediglich in einem Umfang geschehen, der wieder ersetzt werden kann. So sollen Unternehmen, ihre Lieferanten und auch die Staaten, in denen sie ihren Sitz haben, einen bewussten Umgang mit endlichen Rohstoffen, Wasser und Energie pflegen. 
  • Die ökonomische Nachhaltigkeit fordert gutes Wirtschaften, um genügend Gewinne zu erzielen. Das Maximieren der Profite darf jedoch nicht als einziges Ziel der Nachhaltigkeit gelten. Vielmehr müssen langfristige Strategien verfolgt werden, die fairen Handel fördern und zur Steigerung der Lebensqualität beitragen. Somit soll eine Gesellschaft gefördert werden, die - wirtschaftlich gesehen - nicht über ihre Verhältnisse lebt, um folgende Generationen zu schützen. 
  • Die soziale Nachhaltigkeit stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Sie fordert gemeinwohlorientiertes Handeln in Form von fairen Bezahlungsmodellen sowie dem Umsetzen der unterschiedlichen Interessen der Arbeitnehmer. Diese soziale Säule von nachhaltigem Liefermanagement hat auch die Aufgabe, Konflikte und Spannungen auf friedliche Art und Weise auszutragen.

Für Unternehmen, die langfristig erfolgreich bleiben möchten, ist es elementar, ihr Liefermanagement unter der Einhaltung dieser ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte zu gestalten. In Zeiten, in denen die Abhängigkeit der Unternehmen zu ihren Lieferanten wächst, stehen diese Prozesse jedoch vor großen Herausforderungen. Zum Beispiel steht die Nachhaltigkeit Ihres Unternehmens in direkter Korrelation mit der Tatsache, dass viele Produkte immer kürzere Lebenszyklen haben. Außerdem werden Innovationen mit zunehmender Geschwindigkeit an den Markt gebracht, was eine kontinuierliche Entwicklung und Forschung voraussetzt. 

Daraus resultiert, dass ein Unternehmen nur so nachhaltig sein kann wie seine externen Anbieter und Partner. Hier ist die Nachhaltigkeit auf allen Ebenen entlang der Lieferkette ausschlaggebend, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

 

Der Prozess des Lieferantenmanagements im Überblick

Oberstes Ziel des Lieferantenmanagements ist es also, die Zusammenarbeit mit Lieferanten zu steigern. So können Sie nicht nur nachhaltiger arbeiten, sondern Ihre Produkte oder Dienstleistungen besser, schneller und zu niedrigeren Kosten entwickeln, beschaffen und herstellen. 

Dafür ist es elementar, die Erfolgspotenziale zwischen Ihnen und Ihren Lieferanten zu identifizieren und zu maximieren. Um die Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und auszuräumen, hat sich eine systematische Vorgehensweise bewährt. 

Durch einen sechsstufigen Lieferantenmanagementprozess können Sie nachweisliche Profitabilitätserfolge erzielen – insbesondere durch die Steigerung der Produkt- und Dienstleistungsqualität:

 

Lieferantenidentifikation: Damit Sie eine möglichst effektive und effiziente Umsetzung des Lieferantenmanagement-Prozesses gewährleisten können, ist am Anfang eine fundierte Aussage über die Produkte und die Lieferanten Ihres Unternehmens wichtig. Sie müssen deshalb im Vorfeld die Beschaffungsgüter und Beschaffungsquellen analysieren, strukturieren und klassifizieren. 


Auf diese Weise können Sie eine Transparenz bzgl. Ihrer Materialien und Lieferanten schaffen. So können Sie eine Strategie ableiten und entsprechende Handlungsalternativen ausarbeiten, um beispielsweise den Einsatz sinnvoller IT-Tools zu beurteilen und das strategische Verhalten gegenüber den Lieferanten transparent festzulegen. 

 

Lieferantenbewertung: Hier bewerten Sie Ihre Lieferanten nach strategischen und operativen Kriterien, die im Vorfeld gemeinsam mit anderen Abteilungen wie Entwicklung, Einkauf, Qualität, Produktion oder Logistik festgelegt wurden.

 

Lieferantenklassifizierung: Die Ergebnisse aus der Lieferantenbewertung sind wichtig für die Lieferantenklassifizierung. Hier wird eine hierarchische Strukturierung aller potenziellen sowie bereits involvierten Lieferanten erstellt. Diese bildet die Grundlage eine Lieferanten-Neuaufnahme bzw. über den Verbleib eines Lieferanten im Netzwerk.

 

Lieferantenentwicklung: Sie entwickeln bestehende Lieferanten weiter bzw. bauen neue Lieferanten auf. Hier können Sie eine Aussage bzw. Abschätzung über den zeitlichen, monetären und kapazitären Umfang einer Weiterentwicklung von Lieferanten ableiten. 

 

Lieferantenauswahl: Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme oder den Verbleib eines Lieferanten wird bei der Lieferantenauswahl unter der Beteiligung aller involvierten Abteilungen getroffen. 

 

Lieferantenintegration: Die sechste und letzte Phase innerhalb des Lieferantenmanagementprozesses berücksichtigt die Integration der Lieferanten Ihr internes Firmennetzwerk. Hierbei bestimmen Sie Maßnahmen für eine optimierte Kommunikation, die Involvierung in die internen Geschäftsprozesse sowie ein transparentes Controlling von Hard- und Softfacts festgeschrieben und umgesetzt.

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Systematische Lieferantenbewertung

  • relevante Nachhaltigkeitsthemen
  • geeignete Bewertungskriterien
  • gängige Nachweisverfahren
  • Monitoring und Auswertung der Ergebnisse

Durch den gleichzeitigen Einsatz eines präventiven Risikomanagements bei der Umsetzung des Lieferantenmanagement-Prozesses können Sie kritische Faktoren wie Anlaufprobleme bei Neuentwicklungen, Versorgungsengpässe oder Qualitätsprobleme rechtzeitig erkennen und früh gegensteuern.

 

Managementsysteme im Lieferantenmanagement 

Risikoprävention ist ein wichtiger Bestandteil Ihres Lieferantenmanagements. Wenn die Anzahl Ihrer Lieferanten noch überschaubar ist, können Sie die Risiken relativ gut einschätzen. Doch bei vielen verschiedenen Lieferanten, globalen Lieferketten und komplexen Unternehmensstrukturen ist dies ohne eine professionelle Strategie kaum mehr möglich. Erst durch einen auf Ihre spezifischen Prozesse abgestimmten Ansatz lassen sich mögliche Risiken unter Kontrolle halten. Ein effizientes Risikomanagement hat sich dabei bewährt:

  • Erkennen Sie kritische Lieferanten: Der erste und sicherlich wichtigste Schritt beim Aufbau eines Risikomanagements ist die Identifikation kritischer Lieferanten. Hier nehmen Sie Ihre komplette Lieferantenbasis unter die Lupe und betrachten jeden einzelnen Lieferanten unternehmensindividuell. Bewerten Sie die Anbieter nicht nur nach dem Einkaufsvolumen. 
    Auch ein „kleiner“ Lieferant mit einem vergleichsweise geringen Einkaufsvolumen kann ein großes Schadenspotenzial aufweisen. Hier sollten Sie klären, wie abhängig Ihr Unternehmen von dem jeweiligen Lieferanten ist. 
  • Alternative Lieferanten identifizieren: Gibt es alternative Anbieter, wenn ein Lieferant ausfällt? Identifizieren Sie alle Lieferanten, zu denen ein „Single-Source-Verhältnis“ besteht. Denn hier ist Ihre Abhängigkeit am größten und es kann lange dauern, bis Sie einen Ersatz gefunden haben. Filtern Sie so kritische Lieferanten heraus und ordnen Sie sie diese in kritisch, mittelkritisch und hochkritisch. 
  • Ordnen Sie Risikosituationen ein: Wenn Sie Ihre kritischen Lieferanten identifiziert haben, müssen Sie das Ausfallrisiko dieser Lieferanten klassifizieren wie finanzielle Situation des Unternehmens, Standort oder Sub-Lieferketten. Für eine umfassende Lieferantenbeurteilung sollte Ihr internes Wissen aus dem Einkauf einfließen, aber auch externe Informationen wie Daten von Wirtschaftsauskünften wie der SCHUFA. 
    Legen Sie Strategien und Maßnahmen fest: Um schnell auf Veränderungen reagieren zu können, sollten Sie eine „Alarm-Funktion“ einführen, für die Sie vorab Strategien und gezielte Maßnahmen festlegen. Eine Vorgehensweise könnte es etwa sein, bei kritischen Lieferanten einen Ersatzlieferanten zu identifizieren.
  • Kontrollieren Sie den Erfolg der Risikobewertung: Die Risikobewertung von Lieferanten ist kein einmaliges Projekt, das Sie irgendwann einfach abschließen. Vielmehr ist das Lieferantenrisikomanagement ein fortlaufender Prozess, der einer regelmäßigen Kontrolle bedarf. Erarbeiten Sie eigene KPI und überprüfen Sie diese in regelmäßigen Abständen. Implementieren Sie gegebenenfalls Kontroll- und Reporting-Maßnahmen. Ihre aktuelle Risikosituation wird dadurch mess- und nachvollziehbar.

Haben Sie ein solches System einmal eingeführt, senken das auch das Risiko beim Finden neuer Lieferanten. Denn diese werden schnell entsprechend eingeordnet. So lässt sich überprüfen, ob ein Lieferant die Anforderungen im Hinblick auf Technologie oder Qualität und der vertretbaren Risiken erfüllt.

 

Fazit: Wertschöpfungskette durch Lieferantenaudits optimieren

Lieferantenaudits sind inzwischen ein wichtiger Baustein im nachhaltigen Lieferantenmanagement. Ein solches Audit unterstützt Sie in der Umsetzung einheitlicher Unternehmensrichtlinien und schaffen Transparenz entlang der gesamten Supply Chain. Mit einem Lieferantenaudit der DQS können Sie Risiken und Chancen innerhalb Ihrer Organisation schnell erkennen und transparent darstellen. So stabilisieren Ihre internen Prozesse und können nachhaltig die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens verbessern.

Die DQS verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Auditierung von Prozessen und der Zertifizierung von Managementsystemen. Branchenerfahrene Auditoren aus dem weltweiten DQS-Netzwerk liefern Ihnen dabei wertschöpfende Einblicke in Ihr nachhaltiges Lieferantenmanagement.

Unser Audit dient nicht dabei nur der Bewertung der technischen und organisatorischen Leistungsfähigkeit Ihrer externen Dienstleister, sondern auch der Veranschaulichung der Einhaltung der vereinbarten Prozesse und regelspezifischer Voraussetzungen.

Auch das Thema Corporate Social Responsibility (CSR), also die Verpflichtung zur wirtschaftlichen 
Aufgabe des Auditors, einen Abgleich für die wichtigen und unabdingbaren Nachhaltigkeitsaspekte Ihres Unternehmens und den Prozessen Ihrer Lieferanten zu schaffen. Für diesen Zweck konzipieren wir Instrumente, Kriterien und Verfahren, die individuell auf Ihr Unternehmen zugeschnitten sind.

 

DQS: Das können wir für Sie tun

Als international anerkannter Zertifizierer für Managementsysteme und Prozesse auditiert die DQS an mehr als 30.000 Audittagen im Jahr. Unser Anspruch beginnt dort, wo Auditchecklisten enden: Nehmen Sie uns beim Wort! Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen und zeigen Ihnen gerne, worauf die Leistungsstärke und Qualität unserer Audits beruht. Nämlich auf

 

  • kompetenten und integren, branchenerfahrenen Auditorinnen und Auditoren
  • maßgeschneiderten Lösungen, die Ihrer Organisation und Ihrem Managementsystem angemessen sind
  • gezielter Identifikation möglicher Schwachstellen und Risiken
  • objektiven, nachvollziehbaren Ergebnissen und substantiellen Entscheidungshilfen
  • international anerkannten Zertifikaten mit hoher Marktakzeptanz
  • der Nachverfolgung von Audit-/Analyseergebnissen inklusive Wirksamkeitsprüfung getroffener Maßnahmen
  • der individuellen Erarbeitung und Erstellung von Kriterienkatalogen und Bewertungssystemen
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DQS Lieferantenaudit

Im Mittelpunkt unserer Lieferantenaudits steht die Frage: Was verlangen Markt, Kunden und Ihre interessierten Parteien in punkto Nachhaltigkeit von Ihnen? Informieren Sie sich. Kostenfrei und unverbindlich.

Autor
Altan Dayankac

DQS-Produktmanager und Experte für zahlreiche Nachhaltigkeits-, Klima-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsthemen. Seine Expertise bringt Altan Dayankac zudem als Autor und Moderator in Umwelt- und Arbeitsschutz-Komitees sowie in zahlreichen Fachveranstaltungen ein.

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<p>DQS-Normexperte f&uuml;r Umweltmanagement und Arbeitssicherheit</p>