ISO 9001 Revision 2026 

Überblick über neue Anforderungen und Anpassungen

Die Revision von ISO 9001 nimmt Fahrt auf: Mit dem Draft International Standard (DIS) liegt der erste vollständige Entwurf vor; die finale Fassung wird im Herbst 2026 erwartet. Auch wenn bis zur finalen Veröffentlichung noch Änderungen möglich sind, zeichnet der DIS bereits erste Schwerpunkte ab. Für zertifizierte Organisationen heißt das: kein akuter Handlungsdruck – aber ein guter Zeitpunkt, sich mit den Inhalten zu befassen und verhältnismäßige Vorbereitungsschritte wie erste Gap-Analysen einzuplanen.
 
Die DQS bietet Ihnen dabei eine besondere Perspektive: 1985 gegründet – im selben Jahr wie die ersten Entwürfe der ISO 9000-Familie – vertreten und gestalten wir die Zukunft des weltweit wichtigsten Standards im Bereich Qualitätsmanagement aktiv mit.
 
Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen, kompakte Hintergründe sowie praxisnahe Ressourcen: darunter eine Gegenüberstellung alter und neuer Normanforderungen, unser umfassendes Whitepaper sowie eine interaktive Readiness-Checkliste zur ersten Selbstbewertung.

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Wo steht die ISO 9001 Revision gerade? 

Im August 2025 ist der erste vollständige Entwurf (Draft International Standard DIS) der neuen ISO 9001 erschienen. Er zeigt erstmals konkret, welche Themen die aktuelle Überarbeitung aufgreift – etwa den stärkeren Bezug zu Nachhaltigkeit, Digitalisierung und veränderte Erwartungen von interessierten Parteien

Die öffentlichen Kommentierungen bei den meisten nationalen Normungsorganisationen sind inzwischen beendet; die Rückmeldungen werden jetzt gebündelt und ausgewertet. Nun prüft die Arbeitsgruppe die Kommentare und entscheidet über letzte Anpassungen für die nächste Entwurfsstufe. Die Veröffentlichung der neuen ISO 9001 wird nach aktuellem Plan für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

Wir halten Sie über die aktuellen Entwicklungen kontinuierlich auf dem Laufenden. Aktuelle News zur Entwicklung finden Sie auch auf der Internetseite des ISO-Komitees.

 

ISO 9001:2026 auf Kurs

ISO-Gremium berät DIS-Kommentare in Mexiko

Das für ISO 9001 zuständige Gremium TC 176 SC 2 WG 29 hat Ende Januar 2026 in Mexiko an der aktuellen Revision weitergearbeitet. Im Mittelpunkt des fünftägigen Treffens, so die DGQ in einer aktuellen Meldung, stand die Bearbeitung von rund 1.700 Kommentaren zum Draft International Standard (DIS), die im Herbst im Rahmen der internationalen Konsultation eingereicht worden waren. An den Beratungen nahmen etwa 100 Fachleute aus rund 50 Ländern teil, sowohl vor Ort als auch remote. Für die deutsche DIN-Delegation war unter anderem Thomas Votsmeier, Leiter Normung bei der DGQ, in Mexiko.

Fokus auf Detailklärungen bei Normanforderungen

Die DGQ berichtet, dass sich die Diskussionen vor allem auf Kommentare zu den Normanforderungen konzentriert haben. Redaktionelle Aspekte, Begriffe sowie Anmerkungen und der Anhang sollten in späteren Online-Meetings bis März 2026 behandelt werden. Thomas Votsmeier erläutert, dass aufgrund der breiten Zustimmung zum DIS keine wesentlichen Änderungen an den Anforderungen zu erwarten gewesen seien. Ziel sei vielmehr gewesen, Formulierungen zu präzisieren und die Konsistenz der Norm sicherzustellen, auch im Hinblick auf die neue ISO 9000:2026. Der Zeitplan wird nach dem Meeting weiterhin als realistisch eingeschätzt. Nach Abschluss der Kommentarbearbeitung wird der Final Draft International Standard (FDIS) erstellt und anschließend final abgestimmt.

Die Veröffentlichung von ISO 9001:2026 ist weiterhin für September 2026 vorgesehen. DGQ, DQS und DIN Media starten am 16. Juni 2026 in Berlin mit insgesamt 6 gemeinsamen Veranstaltungen zur Vorbereitung auf den sicheren Übergang auf die neue Normversion.

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Ver­an­stal­tungs­rei­he von DGQ, DIN Media und DQS

ISO 9001:2026 – Die nächste Ge­ne­ra­ti­on

Ob in Präsenz oder online – pro­fi­tie­ren Sie ab Juni 2026 vom gebündelten Know-how der führenden In­sti­tu­tio­nen für Normung, Wei­ter­bil­dung und Zer­ti­fi­zie­rung in Deutsch­land: DGQ, DIN und DQS. Wissen aus erster Hand – wenn die Fakten auf dem Tisch liegen. 

Die neue ISO 9001 soll planmäßig im Herbst 2026 er­schei­nen, und mit ihr zahl­rei­che Neue­run­gen fürs Qualitätsmanagement. Mit dem Final Draft In­ter­na­tio­nal Standard (er­war­tet im Sommer 2026) ist der richtige Zeit­punkt, den sicheren Übergang auf die neue Norm­ver­si­on fundiert vorzubereiten.

 

Welche Änderungen zeichnen sich bei der ISO 9001 Revision ab? 

Nicht jeder „emerging trend“ – also akute Entwicklungen, die unsere Zeit und unser globales Wirtschaften betreffen – wird zwangsläufig zu einer konkreten Anforderung in ISO 9001:2026. Es gibt aber durchaus Themen, die sich inhaltlich bereits verdichten, sich also mit einiger Wahrscheinlichkeit in der revidierten Norm wiederfinden werden. Hier sind die Bereiche, bei denen aktuell die größte Nähe zur Umsetzung in der Normrevision besteht.

Umgang mit Risiken und Chancen – differenzierter und klarer 

  • Was sich abzeichnet: Die Unterscheidung von Risiken und Chancen soll präzisiert werden. Bisher ist der risikobasierte Ansatz recht offen formuliert – künftig wird wahrscheinlich klarer zwischen negativen Risiken (Bedrohungen) und positiven Chancen (Potenziale) unterschieden. Im DIS ist der Abschnitt 6.1 „Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen“ um die Unterabschnitte 6.1.2 „Maßnahmen zum Umgang mit Risiken“ und 6.1.3 „Maßnahmen zum Umgang mit Chancen“ ergänzt worden. 
  • Warum? Viele Organisationen tun sich schwer, Chancen systematisch zu identifizieren und umzusetzen – die Norm könnte hier mehr Orientierung geben, ohne neue Bürokratie zu schaffen. 

Nachhaltigkeit, ESG und Klimabezug – mehr Kontext, kein Managementsystem 

  • Was sich abzeichnet: ISO 9001 wird keine ESG-Norm, aber die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Kontext der Organisation und bei den interessierten Parteien dürfte stärker hervorgehoben werden: Die Inhalte des „ISO 9001:2015 Amendment 1:2024“ mit Bezug zum Klimawandel wurden integriert. 
  • Warum? Qualität und Nachhaltigkeit rücken immer stärker zusammen – viele Unternehmen berichten bereits freiwillig in ESG-Kontexten, und Kundenanforderungen wandeln sich entsprechend.

Kontext der Organisation – die strategische Dimension im Blick 

  • Was sich abzeichnet: Im Entwurf (DIS) zur Revision ISO 9001:2026 wurde die strategische Ausrichtung als neue Perspektive hinzugenommen: Abschnitt 5.2.1 e) „Kontext der Organisation und strategische Ausrichtung“. Qualitätspolitik, Ziele und Maßnahmen sollen expliziter mit der längerfristigen Unternehmensstrategie übereinstimmen. Auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) könnte in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. 
  • Warum? Die Ergänzung unterstreicht, dass der Kontext und die strategische Ausrichtung nicht nur Hintergrund, sondern integraler Teil des Qualitätsmanagementsystems sein müssen.
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Kostenfreies Whitepaper

ISO 9001:2015 vs. DIN EN ISO 9001:2025-09

Gegenüberstellung: alte und neue Nor­m­an­for­de­run­gen

Was ändert sich in ISO 9001? Ent­de­cken Sie die Änderungen auf Basis des DIS im direkten Ver­gleich ent­spre­chen­der Nor­m­an­for­de­run­gen. Pro­fi­tie­ren Sie vom Know-how unserer Experten und erkennen Sie frühzeitig Hand­lungs­be­darf.

Organisationskultur und Führung – subtil, aber mit Wirkung 

  • Was sich abzeichnet: Es wird wahrscheinlich keine explizite „Kulturklausel“ geben, aber die Bedeutung der Führungskultur und Werteorientierung wird verstärkt – zum Beispiel über Formulierungen zur Einbindung der obersten Leitung und zu ethischer Unternehmensführung. Im DIS wurde im Abschnitt 7.3 „Bewusstsein“ eine Anforderung ergänzt: e) „Qualitätskultur der Organisation und ethisches Verhalten“. 
  • Warum? Zunehmend zeigt sich: Ohne eine förderliche Kultur wirken Managementsysteme nur formal. Die Norm will stärker an die Realität anschlussfähig werden – ohne zu weich zu werden. 

Anhang A

Der informative Anhang A „Erläuterung der Struktur, Terminologie und Konzepte“ wurde für den Draft International Standard (DIS) grundlegend überarbeitet und dient zur Unterstützung des Verständnisses der Anforderungen. Hier werden Erläuterungen und Zusammenhänge dargestellt, wie Normenanforderungen zu verstehen und zu interpretieren sind – eine wesentliche Aktualisierung zur bestehenden Norm. 

Evolution statt Revolution 

Die Revision 2026 wird keine komplett neue Norm, sondern eine gezielte Weiterentwicklung. Am wahrscheinlichsten ist, dass bestehende Anforderungen geschärft, ergänzt oder kontextualisiert werden – insbesondere unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der Analyse der „emerging trends“. 

Was ist jetzt für Sie zu tun? 

Sie haben bereits ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 eingeführt? Dann ist die Veröffentlichung des DIS eine gute Gelegenheit für einen schlanken Realitätscheck – ohne Aktionismus, aber mit Blick auf erste sinnvolle Schritte. Sinnvoll sind insbesondere: 

  • Überblick verschaffen: Relevante DIS-Themen (z.B. Führung & Kultur, strukturierte Risiken und Chancen, Digitalisoerung, Lieferketten-Resilienz, Klimakontext) intern kurz vorstellen.
  • Kurz-Selbstbewertung starten: Mit einer kompakten Readiness-Checkliste prüfen, wo Sie solide aufgestellt sind und wo es Handlungsbedarf gibt. 
  • Prioritäten markieren: Aus der Selbstbewertung 2–3 Themen auswählen, die Sie bis zur Veröffentlichung der Norm „proportional“ weiterverfolgen möchten, z.B. Aktualität von Risiko- und Chancenlisten, Transparenz bei softwaregestützten Prozessen und Lieferanten-Kritikalität. 
  • Zeitpunkte vormerken: Interne Audits und Managementbewertungen als sinnvolle Anker nutzen, um Fortschritte und offene Punkte regelmäßig zu spiegeln.
DQS White Paper on the DIS for the Revision of ISO 9001- German
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Kostenfreies Whitepaper

Revision ISO 9001

Wis­sen, was wichtig ist.

Um­fas­sen­des White­pa­per zur ak­tu­el­len Revision auf Basis des Entwurfs ISO/DIS 9001:2025-09. Erfahren Sie, welche Änderungen die neue Version mit sich bringt und wie Sie Ihre Or­ga­ni­sa­ti­on gezielt auf einen rei­bungs­lo­sen und sicheren Übergang vor­be­rei­ten können.

 

Folgende Ressourcen und Tools haben wir für Sie vorbereitet: 

Kompakter Transition Plan: Unser Fahrplan zeigt übersichtlich, was zwischen DIS, FDIS und Veröffentlichung typischerweise passiert und welche Zeitpunkte sich für interne Reviews anbieten. Er hilft Ihnen, Verantwortlichkeiten und Nachweise verhältnismäßig zu planen – ohne Aktionismus und ohne Implementierungsberatung. Hier geht's zum ISO 9001 Transition Plan.

Newsletter: Kompakte Updates zum Zeitplan der Revision, neue Ressourcen und Veranstaltungshinweise – direkt in Ihr Postfach. Hier anmelden zum Newsletter.

Webinare: Kurzformate mit Fokus auf das Wesentliche, inklusive Q&A zu häufigen Praxisfragen rund um den DIS und die nächsten Meilensteine. Hier geht es zu den Webinaraufzeichnungen.

Readiness-Checkliste: Nehmen Sie eine erste Selbsteinschätzung online vor – hier geht es zur interaktiven Checkliste

Und das Beste kommt zum Schluss: Voraussichtlich ab Mitte 2026 gehen DGQ, DIN Media und DQS gemeinsam mit Informationsveranstaltungen „Die nächste Generation“ auf die Straße – Wissen aus erster Hand, vermittelt von den führenden Normexperten in Deutschland. 

Warum ist die DQS Ihre erste Anlaufstelle für Informationen zur Revision von ISO 9001?

Die DQS und ISO 9001 gehören seit den Anfängen zusammen. 1985 wurde die DQS von DGQ und DIN gegründet. Im selben Jahr erschienen die ersten Entwürfe der "ISO 9000"-Normenreihe – der Startpunkt einer gemeinsamen Entwicklung. Schon 1986 stellte die DQS das erste ISO 9001-Zertifikat in Deutschland aus. 

Was haben Sie davon? Orientierung aus erster Hand. Unsere Expertinnen und Experten sind bis heute in den relevanten Normungsgremien aktiv – wir übersetzen Diskussionen und Entwürfe in klare, verständliche Informationen aus Auditoren-Perspektive: unabhängig, objektiv und praxisnah. So erhalten Sie frühzeitig eine verlässliche Einordnung, was der DIS andeutet und worauf Sie sich proportional vorbereiten können.

Ein weiterer Pluspunkt: gemeinsame Formate mit starken Partnern. Ab Mitte 2026 planen DGQ, DIN Media und DQS die Informationsreihe „Die nächste Generation“ – Wissen aus erster Hand mit führenden Normexperten. Bleiben Sie über unsere Kanäle auf dem Laufenden. 

Kurz: Mit historischer Nähe, Gremienarbeit und tausenden Audits verbinden wir Tiefenwissen mit Anwendungspraxis – für Updates, die fokussiert, verständlich und verlässlich sind. 

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Blogbeitrag

Zur Historie von ISO 9001

Eine Er­folgs­ge­schich­te

Be­reits 1986, als das Thema Qualitätsmanagement noch in den Kin­der­schu­hen steckte, stellte die DQS das bun­des­weit erste Zer­ti­fi­kat nach ISO 9001 auf der Basis der Ent­wurfs­fas­sung aus. Die Erstveröffentlichung der „ISO 9000“-Normenreihe erfolgte erst 1987 als Modell für Qualitätssicherungssysteme.

Was erwarten die Experten der Branche von der ISO 9001 Revision? 

Qualitätsmanagement ist mehr als das Erfüllen von Anforderungen – es bietet die Chance, Organisationen leistungsstark aufzustellen und Impulse für Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Unternehmenskultur zu setzen. Wir haben Expertinnen und Experten nach ihren Erwartungen an die Revision gefragt, Anwender und Normkenner, die eng mit der Branche vernetzt sind, ihre Erfahrung in Fachkreise und Normungsarbeit einbringen und Ihnen so einen Blick auf die Zukunftsfähigkeit von Qualitätsmanagement eröffnen. 

Was ist der Zeitplan für die ISO 9001 Revision? 

Die Überarbeitung von ISO 9001 folgt einem festen Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nimmt. Der aktuelle Fahrplan sieht die Veröffentlichung der neuen Version im September 2026 vor. Die wichtigsten Meilensteine lassen sich in unserer Infografik auf einen Blick nachvollziehen.

Graphic showing the timeline of the ISO 9001:2026 revision process, including milestones from Workin

 

Ein klar definierter Zeitplan soll sicherstellen, dass die neue ISO 9001:2026 weltweit abgestimmt, inhaltlich fundiert und praxistauglich veröffentlicht werden kann. Alle Termine verstehen sich als Zielmarken – kleinere Verschiebungen im Projektverlauf sind möglich. Der gesamte Revisionsprozess ist auf 36 Monate angelegt und wird vom internationalen Technischen Komitee ISO/TC 176 SC2 WG29 koordiniert. 

Was passiert in den einzelnen Phasen?

  • Working Draft (WD): Erster Arbeitsentwurf innerhalb des Gremiums, dient zur groben Orientierung. 
  • Committee Draft (CD): Erste Version, die ISO-intern kommentiert und diskutiert wird.
  • Draft International Standard (DIS): Reifer Entwurf, der erstmals auch öffentlich kommentiert werden kann – hier ist breite Beteiligung möglich. 
  • Final Draft International Standard (FDIS): Fast finale Fassung, bei der nur noch redaktionelle Änderungen möglich sind. 
  • International Standard (IS): Offizielle Veröffentlichung durch die ISO – Grundlage für Zertifizierungen.

Warum dauert die Revision so lange? 

Die Norm ISO 9001 ist der weltweit am häufigsten angewendete Standard für Qualitätsmanagement – über eine Million Organisationen arbeiten nach ihr. Damit die Revision allen Anforderungen gerecht wird, braucht es Zeit: 

  • Globale Beteiligung: Mehr als 160 Mitgliedsländer bringen ihre Perspektiven ein.
  • Konsensverfahren: Mehrfache Kommentierungs- und Abstimmungsrunden stellen sicher, dass alle Stimmen gehört werden. 
  • Übersetzung: Die Norm muss in zahlreiche Sprachen überführt werden. 
  • Breite Anwendbarkeit: Sie muss für Start-ups ebenso funktionieren wie für multinationale Konzerne – in allen Branchen. So entsteht ein Standard, der weltweit anerkannt ist und in ganz unterschiedlichen Kontexten zuverlässig funktioniert.

Weitere QM-Normen in der Revision

Auch im direkten Umfeld von ISO 9001 tut sich einiges. Die Grundlagen und Begriffe für Qualitätsmanagementsysteme werden aktuell überarbeitet – und Bewegung gibt es auch bei ISO 14001 und  ISO 19011

Warum die Revision von ISO 9001 für Sie wichtig ist

Die Revision von ISO 9001 betrifft nicht nur Qualitätsmanager – sie wirkt sich auf nahezu jede Branche aus, von hochregulierten Industrien bis hin zu öffentlichen Einrichtungen. 

Die Anforderungen der Norm sind für alle Organisationen identisch. In der Praxis unterscheiden sich jedoch die branchenspezifischen Schwerpunkte und Umsetzungsstrategien oft deutlich. Umso wichtiger ist es, dass die überarbeitete Norm praxisnah formuliert bleibt und branchenübergreifend anschlussfähig ist.

Ein Blick auf wichtige Branchen

Ein genauer Blick auf branchenspezifische Erwartungen zeigt, wo Unternehmen besonderen Handlungsbedarf sehen – insbesondere in Branchen mit hohen regulatorischen Anforderungen, starker Kundenorientierung oder komplexen Lieferketten.

In der Automobilbranche ist ISO 9001 tief mit der branchenspezifischen Norm IATF 16949 verknüpft. Änderungen an ISO 9001 wirken sich daher direkt auf die Anforderungen entlang der Lieferkette aus. Die Branche ist gefordert, was Nachweisführung, Prozessstabilität und Lieferantenmanagement betrifft. Auch Themen wie Risiko- und Chancenbewertung, Rückverfolgbarkeit und kontinuierliche Verbesserung sind für die Automobilindustrie zentral – entsprechend aufmerksam wird die Revision sicherlich verfolgt.

Auch wenn ISO 9001 in diesen Branchen traditionell sehr verbreitet eingesetzt wird, liegt der Fokus oft noch auf einer eher pragmatischen Anwendung. Eine Revision könnte hier Impulse setzen – etwa durch die stärkere Verankerung von strategischem Qualitätsverständnis, durch ein klareres Verständnis von Chancen und Risiken oder durch eine stärkere Betonung von nachhaltiger Unternehmensführung.

Für Hersteller von Medizinprodukten, aber auch für Dienstleister im Gesundheitswesen, ist ein wirksames Qualitätsmanagementsystem gesetzlich vorgeschrieben – beispielsweise durch die EU-MDR oder Vorgaben der US-amerikanischen FDA. ISO 13485, die branchenspezifische Norm, baut auf ISO 9001 auf. Die Revision hat also auch hier Auswirkungen. Besonders gefragt sind Klarheit und Struktur bei regulatorischen Anforderungen, eine konsistente Dokumentation sowie praxisnahe Vorgaben zur Qualitätskultur und Führung.

Die Revision von ISO 9001 ist hier vor allem durch die enge Verzahnung mit anderen Managementsystemnormen von Bedeutung – etwa mit ISO 14001 für Umweltmanagement oder ISO 50001 für Energiemanagement. Die Harmonisierung der Normstruktur ist wichtig, um integrierte Managementsysteme effizient umsetzen zu können. Gleichzeitig rücken Themen wie Nachhaltigkeit, ESG-Anforderungen und resiliente Unternehmensführung stärker in den Fokus

Dienstleistungsunternehmen, insbesondere im IT-Umfeld, nutzen ISO 9001 oft als strukturelles Rückgrat für integrierte Managementsysteme – zum Beispiel in Kombination mit ISO/IEC 27001 (Informationssicherheit). Kundenzufriedenheit, kontinuierliche Verbesserung, Agilität und Vertrauen sind zentrale Stichworte. Die Revision wird hier besonders im Hinblick auf digitale Transformation, Führung und ethisches Verhalten als Chance zur Schärfung der Norm verstanden

Im Bildungsbereich ist ISO 9001 vor allem dort relevant, wo sie Voraussetzung für öffentliche Förderung oder Akkreditierungen ist. Viele Bildungsträger haben QM-Systeme implementiert, die sich stark an der Norm orientieren. In der Revision werden Impulse rund um Qualitätskultur, Wirkungsmessung und Kundenorientierung (im Sinne von Teilnehmer- und Stakeholderorientierung) als hilfreich angesehen, um das Qualitätsverständnis im Bildungssektor weiterzuentwickeln. Die Revision wird daher Auswirkungen auch auf die Managementsystemnorm ISO 21001 speziell für den Bildungssektor haben

Die öffentliche Hand greift zunehmend auf Qualitätsmanagement nach ISO 9001 zurück – etwa in Verwaltungen, Stadtwerken oder kommunalen Dienstleistungsbetrieben. Der Wandel vollzieht sich allerdings langsamer als in der Privatwirtschaft. Dennoch sind Impulse zur effektiveren Gestaltung von Prozessen, zur strategischen Steuerung und zur transparenten Kommunikation gefragt. Die Revision bietet hier die Chance, Qualitätsmanagement stärker als Instrument guter Governance und bürgerorientierter Leistungserbringung zu etablieren

Auch in der Luft- und Raumfahrt, der Pharma- und Life-Sciences-Industrie sowie der Lebensmittelbranche ist ISO 9001 von zentraler Bedeutung – sei es als Grundlage für branchenspezifische Normen wie EN 9100, ISO 13485 oder FSSC 22000. In diesen stark regulierten Sektoren stehen Themen wie Produktsicherheit, Rückverfolgbarkeit, Risikomanagement und Compliance im Fokus. Die Revision wird hier aufmerksam verfolgt, da sie wichtige Impulse für mehr Klarheit, Zukunftsorientierung und integrierte Anforderungen liefern kann

Blick zurück: Die Revision ISO 9001:2015

Mit der Revision von ISO 9001 im Jahr 2015 wurde das Qualitätsmanagement auf eine neue Stufe gehoben. Die sogenannte „große Revision“ war damals mehr als ein technisches Update – sie brachte strukturelle und inhaltliche Veränderungen, die tief in die Praxis von Unternehmen wirken.

Was war 2015 neu – und warum?

Ein zentrales Ziel der Revision war es, ISO 9001 besser mit anderen Managementsystemnormen zu verzahnen und sie an moderne Führungs- und Unternehmensrealitäten anzupassen. Dazu wurde erstmals die High Level Structure (HLS) eingeführt – eine einheitliche Grundstruktur für alle ISO-Managementsystemnormen, mit identischen Kernforderungen, Begriffen und Gliederungspunkten.

Die wichtigsten inhaltlichen Neuerungen 2015

  • Kontext der Organisation: Unternehmen sollten ihr internes und externes Umfeld systematisch analysieren – also etwa Marktbedingungen, gesetzliche Anforderungen oder gesellschaftliche Erwartungen. Das schafft mehr Klarheit über Chancen und Risiken.
  • Interessierte Parteien: Relevante Stakeholder (beispielsweise Kunden, Behörden, Mitarbeitende) wurden explizit berücksichtigt. Organisationen müssen deren Anforderungen und Erwartungen aktiv beobachten und bewerten.
  • Verantwortung der obersten Leitung: Die Rolle der Top-Führung wurde gestärkt – nicht mehr delegierbar, sondern integraler Bestandteil des Qualitätsmanagements. Das Ziel: mehr Verbindlichkeit und strategische Ausrichtung.
  • Risikobasierter Ansatz: Risikomanagement wurde systematisch im Qualitätsmanagement verankert. Vorbeugende Maßnahmen wurden nicht mehr separat verlangt, sondern in ein umfassendes Denken in Risiken und Chancen überführt.
  • Wissen der Organisation: Know-how wurde erstmals als zentrale Ressource definiert – es geht darum, Wissen zu identifizieren, zu erhalten und weiterzuentwickeln, um die Leistungsfähigkeit der Organisation zu sichern.

    Neben diesen Hauptaspekten brachte die Revision von 2025 zahlreiche kleinere Klarstellungen und Vereinfachungen – mit dem Ziel, die Norm anwenderfreundlicher, anschlussfähiger und strategischer zu machen. Viele der damals eingeführten Prinzipien machten ein Umdenken erforderlich und bilden auch heute noch die Basis für die Weiterentwicklung in Richtung 2026.

Webinare, Fachartikel, Whitepaper – Themen, die sich lohnen

Auch wenn die Ergebnisse der ISO 9001 Revision noch offen sind:

Es lohnt es sich schon jetzt, aktuelle Entwicklungen im Qualitätsmanagement im Blick zu behalten. Die Blogbeiträge, kostenfreien Webinare und Whitepapers von DGQ, DIN Media und DQS helfen dabei, frühzeitig Impulse aufzunehmen, die Praxis zu reflektieren und das eigene Qualitätsmanagementsystem zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

Kurz zusammengefasst 

5 Dinge, die Sie zur ISO 9001 Revision im Blick behalten sollten 

  • Wichtige Themen zeichnen sich ab: Chancenmanagement, Nachhaltigkeit, Strategie und Kultur gewinnen an Gewicht – die Richtung ist evolutionär, nicht revolutionär. 
  • Kein Handlungsdruck, aber guter Zeitpunkt für erste Schritte: Der DIS zeigt bereits klare Tendenzen. Dies bietet die Gelegenheit, um Schwerpunkte zu identifizieren und sich mit ersten Analysen vorzubereiten.
  • DIS erschienen, Kommentierungsphase vorbei: Die öffentliche Kommentierung ist abgeschlossen – der Fokus liegt nun auf Auswertung und Feinschliff des Entwurfs.
  • Zeitplan bis 2026: Die Veröffentlichung der finalen Norm ist für September 2026 vorgesehen – genug Zeit, sich vorzubereiten. 
  • DQS als verlässliche Orientierung: Gegründet von DGQ und DIN, erste ISO 9001-Zertifizierung in Deutschland, aktiv in Normungsgremien – bei uns erhalten Sie Informationen aus erster Hand. 

Fragen und Antworten rund um die Revision ISO 9001

Bei der ISO 9001:2026 handelt es sich um die geplante Neufassung der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme. Sie wird die derzeit gültige Version aus dem Jahr 2015 ablösen und weiterhin auf der einheitlichen Grundstruktur von Managementsystemnormen nach Anhang SL (Harmonized Structure) basieren.

Die Überarbeitung zielt darauf ab, ISO 9001 noch stärker an die heutigen betrieblichen Realitäten anzupassen und die Wirksamkeit des Managementsystems zu fördern. Inhaltlich zeichnet sich ab, dass die neue Version sprachlich präziser formuliert und gestrafft sein wird. Zugleich werden aktuelle Themen verstärkt aufgegriffen – etwa Chancenmanagement, Qualitätskultur, ethisches Verhalten, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. 

Die derzeit gültige Version von ISO 9001 stammt aus dem Jahr 2015. Wie alle internationalen Normen unterliegt sie einem festgelegten Überprüfungszyklus, um ihre Aktualität und Anwendbarkeit sicherzustellen. Im Rahmen dieser turnusmäßigen Überprüfung hat das zuständige ISO-Komitee im August 2023 entschieden, dass eine Überarbeitung fachlich sinnvoll ist und einen Mehrwert bietet. 

Wie bei ISO-Normen üblich, ist dieser mehrstufige Prozess auf mehrere Jahre angelegt, um eine breite internationale Beteiligung und fachliche Qualität sicherzustellen. Der offizielle Draft International Standard (ISO/DIS) wurde im August 2025 durch die ISO veröffentlicht, die finale Fassung der Norm wird im Herbst 2026 erwartet. 

Ein genaues Veröffentlichungsdatum steht derzeit noch nicht fest. Nach aktuellem Stand ist mit der finalen Veröffentlichung der überarbeiteten ISO 9001 im September 2026 zu rechnen. Der Revisionsprozess wurde im Jahr 2023 durch das zuständige ISO-Komitee ISO/TC 176 angestoßen. Er durchläuft mehrere Phasen – darunter die Erarbeitung von Entwürfen, eine internationale Kommentierungsphase sowie die finale Abstimmung. Zwischenzeitlich ist der Draft International Standard (DIS) erschienen und kann über DIN Media bezogen werden.

Die finale Version der neuen ISO 9001 wird nach ihrer Veröffentlichung – voraussichtlich im Herbst 2026 – über die nationalen Normungsorganisationen erhältlich sein, beispielsweise: 

• in Deutschland über DIN (www.dinmedia.de)

• in Österreich über Austrian Standards (www.austrian-standards.at

• in der Schweiz über SNV (www.snv.ch)

• sowie international über die ISO selbst (www.iso.org)

Die Grundstruktur der Norm bleibt erhalten, doch einzelne Anforderungen werden sprachlich präzisiert und inhaltlich geschärft. Im Mittelpunkt stehen künftig Themen wie Qualitätskultur, ethisches Verhalten und die Resilienz von Lieferketten. Das Management von Risiken und Chancen wird systematischer – mit einem klaren Bezug zu Zielen, Veränderungen und Leistungsmessung. Führungskräfte sind künftig stärker gefordert, Integrität und Verantwortungsbewusstsein vorzuleben und ein offenes Arbeitsumfeld fördern.

Der finale Text von ISO 9001:2026 liegt noch nicht vor. Anhand des vorliegenden Norm-Entwurfs (ISO/DIS) lässt sich jedoch sagen, dass die im Jahr 2015 aufgestellten Anforderungen übernommen werden. Zu den neuen bzw. präzisierten Anforderungen gehören zum Beispiel:

Kapitel 4: Die Inhalte des „ISO 9001:2015 Amendment 1:2024“ mit Bezug zum Klimawandel wurden integriert.

Abschnitt 5.1.1: „Förderung einer Qualitätskultur und ethischen Verhaltens“

Abschnitt 6.1: „Maßnahmen zum Umgang mit Chancen“

Ja und nein. Wenn Ihr derzeitiges Qualitätsmanagementsystem wirksam eingeführt und gelebt wird, sind keine grundlegenden Änderungen an Ihrer dokumentierten Information erforderlich. Bewährtes sollte erhalten bleiben.

Allerdings bringt die überarbeitete Norm neue inhaltliche Schwerpunkte und Nachweispflichten – etwa im Hinblick auf Qualitätskultur, ethisches Verhalten und Chancenmanagement. Wenn Ihre bestehenden Dokumente, Verfahren und Nachweise diese Themen bereits ausreichend abdecken, ist nur mit geringem Anpassungsaufwand zu rechnen. Zusätzliche Dokumentation ist nur dort erforderlich, wo Risiken oder digitale Prozesse dies rechtfertigen (z. B. Validierungsnachweise für Software).

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Hinweis: Wir verwenden aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum. Die Direktive schließt jedoch grundsätzlich Personen jeglicher Geschlechteridentitäten mit ein, soweit es für die Aussage erforderlich ist.