ISO 9001 bleibt in Be­we­gung

Mit der be­vor­ste­hen­den Revision im Sep­tem­ber 2026 steht die be­kann­tes­te Norm für Qualitätsmanagementsysteme erneut vor wich­ti­gen Veränderungen. Un­ter­neh­men sind gut beraten, sich frühzeitig mit den ge­plan­ten An­pas­sun­gen vertraut zu machen. Doch wie hat sich ISO 9001 ei­gent­lich ent­wi­ckelt? Wie hat sich das Verständnis von Qualität über die Jahr­zehn­te verändert – und warum? Dieser Beitrag wirft einen Blick zurück auf die Historie von ISO 9001: auf die Mei­len­stei­ne und Re­vi­sio­nen seit der Erstveröffentlichung im Jahr 1987 – und darauf, wie sich ISO 9001 vom Do­ku­men­ta­ti­ons­stan­dard zum stra­te­gi­schen Werkzeug ge­wan­delt hat.

Die Anfänge von ISO 9001

Die Historie von ISO 9001 beginnt lange bevor Qualitätsmanagement zum strategischen Führungsinstrument wurde. Bereits 1986 – noch vor der offiziellen Veröffentlichung – stellte die DQS das erste ISO 9001 Zertifikat in Deutschland aus, basierend auf dem damaligen Normentwurf.

Ein Jahr später, 1987, veröffentlichte die ISO die Normenreihe "ISO 9000ff" als erstes weltweit einheitliches Modell zur Qualitätssicherung. Das war der Beginn einer un­ge­bro­che­nen Er­folgs­ge­schich­te für Ma­nage­ment­sys­te­me: ISO 9001 entwickelte sich zur globalen Referenz im Qualitätsmanagement. 

Heute – mit über 1,2 Millionen zertifizierten Unternehmen weltweit – dient ISO 9001 als verbindliche Grundlage für wirksames Qualitätsmanagement, klare Prozessverantwortung und kontinuierliche Verbesserung.

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Ma­nage­ment­sys­te­me ent­fal­ten ihr volles Po­ten­zi­al, wenn sie von einem neu­tra­len und unabhängigen Dritten wie der DQS au­di­tiert und zer­ti­fi­ziert werden. Die Historie von ISO 9001 zeigt deut­lich: Erst durch die ob­jek­ti­ve Be­gut­ach­tung durch eine ak­kre­di­tier­te Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le entsteht das Ver­trau­en, das Pro­duk­te, Dienst­leis­tun­gen und ganze Or­ga­ni­sa­tio­nen stärkt.

Zertifizierte Managementsysteme gelten als glaubwürdiger Nachweis für Leistungsfähigkeit, Verlässlichkeit und Qualitätsbewusstsein – weit über ge­setz­li­che An­for­de­run­gen hin­aus.

DQS: Deutschlands erste Managementsystem-Zertifizierungsstelle

Die Gründung der DQS im Jahr 1985 war ein Meilenstein: Am 1. Februar 1985, fünf Monate vor Veröffentlichung der ersten Entwürfe der „IS0 9000-Familie“, nahm die DQS als Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von QualitätsSicherungssystemen mbH ihre Arbeit auf. Damit war sie die erste Managementsystem-Zertifizierungsstelle in Deutschland – und die dritte weltweit. Die Gründung erfolgte auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) und des Deutschen Instituts für Normung e.V. (DIN). 1991 wurde die DQS als erste Zertifizierungsstelle in Deutschland für ISO 9001/2/3 durch die damalige TGA GmbH akkreditiert – die heutige Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH, DAkkS).

Noch heute, nach über 40 Jahren einer gemeinsamen Historie von ISO 9001 und DQS, sind wir der Qualität verpflichtet und tragen das „Q“ in unserem Namen – auch wenn aus den Qualitätssicherungssystemen längst Managementsysteme geworden sind.

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ISO 9001:2026 – Die nächste Ge­ne­ra­ti­on

Ver­an­stal­tungs­rei­he von DGQ, DQS und DIN Media am Start

Ob in Präsenz oder online – pro­fi­tie­ren Sie ab Juni 2026 vom gebündelten Know-how der führenden In­sti­tu­tio­nen für Normung, Wei­ter­bil­dung und Zer­ti­fi­zie­rung in Deutsch­land. Wissen aus erster Hand – wenn die Fakten auf dem Tisch liegen. Die ak­tua­li­sier­te Fassung von ISO 9001 soll planmäßig im Herbst 2026 veröffentlicht werden, und mit ihr zahl­rei­che Neue­run­gen fürs Qualitätsmanagement. Mit Vor­lie­gen des FDIS im kom­men­den Sommer ist der Zeit­punkt ge­kom­men, auf Grund­la­ge verlässlicher In­for­ma­tio­nen den sicheren Übergang auf die neue Norm­ver­si­on vor­zu­be­rei­ten.

Die Norm ISO 9001 und ihre Historie

Vom britischen Vorbild zur ISO-Norm

Die Geschichte von DIN EN ISO 9001 beginnt, wenn man so will, bereits mit der Gründung des ISO/TC 176 im Jahr 1979. Das Technische Komitee der International Organization for Standardization (ISO) sollte eine universelle, weltweit anwendbare Qualitätsmanagementnorm entwickeln. Basis war die bereits bestehende, vom BSI ab 1975 erarbeitete britische Norm BS 5750. Die britische Norm hat ihre Wurzeln im militärisch-politischen Umfeld der Nachkriegsjahre in Großbritannien. Es sollte jedoch noch rund sechs Jahre dauern, bis ein erster Normentwurf herausgegeben wurde. 

1985

Der erste Entwurf der „ISO 9000“-Normenreihe (ISO 9000/1/2/3/4) wird herausgegeben. Das Jahr 1985 markiert damit die eigentliche Geburt der Qualitätsmanagementnorm, auch wenn die offizielle Veröffentlichung erst 1987 erfolgte.  

 

1986 - 1987: Erste Zertifizierungen & internationale Harmonisierung

Die DQS stellt am 28. August 1986 das bundesweit erste ISO 9001-Zertifikat für die Hottinger Baldwin Messtechnik GmbH in Darmstadt aus – auf der Basis der damaligen Entwurfsfassung von DIN ISO 9001. Damit ist ein wichtiger Akzent in der Historie von ISO 9001 gesetzt.

1987

Die Normenreihe ISO 9001/2/3 wird als Nachweismodell für Qualitätssicherungssysteme in 20 Elementen veröffentlicht, in Deutschland als DIN ISO Normen:

  • DIN ISO 9001 als Modell zur Darlegung der Qualitätssicherung in allen Unternehmensbereichen: Design, Entwicklung, Produktion, Montage und Kundendienst.
  • DIN ISO 9002 als Modell zur Darlegung der Qualitätssicherung in Produktion und Montage
  • DIN ISO 9003 als Modell zur Darlegung der Qualitätssicherung bei der Endprüfung

Zugunsten dieser neuen internationalen Normenreihe wurden zahlreiche nationale (Branchen-)Normen zurückgezogen. Die angestrebte Harmonisierung war also gelungen. In vielen Ländern erhielten die Normen auch staatliche Anerkennung als wichtiges Element gesetzlich vorgeschriebener Verfahren zur Konformitätsbewertung.

Einige Industrieverbände, die lange Widerstand geleistet hatten, nahmen sich nun der Normen intensiv an. Sie führten sogar verschärfte Fassungen ein, beispielsweise in den Sektoren Automobil, Medizinprodukte, Luftfahrt und Lebensmittel. Die Normenreihe ISO 9000ff ist somit noch heute das Modell für eine ganze Reihe branchenspezifischer Managementsystemnormen, wie zum Beispiel IATF 16949 (Automobil) oder ISO/TS 22163 (Schienenverkehr)

 

1994: Die erste kleine Revision

ISO-Normen werden in regelmäßigen Abständen überprüft, in der Regel alle fünf bis sechs Jahre. Im Rahmen einer solchen Überprüfung wird ermittelt, ob die jeweilige Norm noch dem aktuellen Stand der Technik entspricht, ob sie überarbeitet oder gar zurückgezogen werden sollte. Mit der turnusmäßigen Überarbeitung soll sichergestellt werden, dass die Normanforderungen den aktuellen Bedingungen, in denen eine Organisation agiert, gerecht wird. Die Geschichte von ISO 9001 ist also auch von Kontinuität und Verlässlichkeit geprägt.

Die erste Revision von ISO 9001 fand im Jahr 1994 statt. Damals wurden jedoch nur einige kleinere Anpassungen vorgenommen wurden, vor allem redaktioneller bzw. begrifflicher Art.

 

2000: Die große Wende – von QS zu QM

ISO 9001:2000 – Die 2000er-Revision brachte eine grundlegende Überarbeitung und die Zusammenführung von ISO 9001, ISO 9002 und ISO 9003 zu einer einzigen Norm.

Der Wandel von QS = Qualitätssicherung zu QM = Qualitätsmanagement in den 90er Jahren sowie das Einbringen der Prozessorientierung waren zwei weitere bedeutende Meilensteine in der Historie von ISO 9001. Die begriffliche Verschiebung von Sicherung zu Management entsprach ihrer Bedeutung für die Unternehmenspraxis.

So wurde ISO 9001 endgültig in der obersten Leitung angesiedelt, also dort, wo „Unternehmensführung“ tatsächlich verantwortet wird. Die DQS hatte ihrerseits bereits lange vor der Verankerung der Prozessorientierung in ISO 9001 mit dieser Art der Auditierung begonnen und damit vielen Dienstleistungsunternehmen die Tür zum Qualitätsmanagement geöffnet.

„1,2 Mio. Un­ter­neh­men in 194 Ländern sprechen heute in Sachen zer­ti­fi­zier­tes Qualitätsmanagement die selbe Sprache. In 139 Ländern sprechen sie mit der DQS.“

Quelle: ISO Survey 2023

Die überarbeitete Norm war nun auch in einer verständlicheren Sprache geschrieben. Damit war sie von allen Branchen, besonders aber von Dienstleistungsunternehmen, leichter anzuwenden. Inhaltlich ersetzte eine prozessorientierte Struktur die bisherigen 20 Elemente. Neu war auch die stärkere Ausrichtung an der Kundenzufriedenheit und die Orientierung an den Kernprozessen.

Nichtzutreffende Anforderungen (zum Beispiel Entwicklung) durften – nach der Definition der „zulässigen Ausschlüsse“ in Abschnitt 7 der Norm – ausgeschlossen werden. Das moderne Verständnis von Qualitätsmanagement und seine Bedeutung für die unternehmerische Praxis war in den „Acht Grundsätzen des Qualitätsmanagements“ enthalten.

 

2008: Präzisierungen ohne strukturelle Änderungen

ISO 9001:2008 – Die Veröffentlichung der vierten Ausgabe von ISO 9001 fand im Jahr 2008 statt. Ein Großteil der Änderungen diente vor allem der leichteren Anwendung durch Präzisierungen in den Aussagen. Die Grundstruktur und die strategische Ausrichtung der Norm blieben unverändert. Auch die Anforderungen blieben im Wesentlichen gleich.

 

2015: High Level Structure

ISO 9001:2015 – Mit der letzten "großen Revision" vom September 2015 wird die Geschichte von ISO 9001 weiter geschrieben. Die Norm wurde an die sogenannte High Level Structure angepasst. Diese Grundstruktur gilt seit 2012 als Grundlage für alle ISO-Managementsystemnormen. Sie legt einheitliche Kerntexte für die zentralen Anforderungen an Managementsysteme sowie gemeinsame Benennungen und Definitionen fest. Wesentliche Neuerungen waren:

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ISO 9001:2015 in der Praxis

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2026: Die nächste Revision – was kommt?

Im Sommer 2023 hat das Technische Komitee ISO/TC 176 SC2 eine weitere Überarbeitung von ISO 9001:2015 beschlossen. Die Veröffentlichung soll im September 2026 erfolgen. Auch, wenn sich die Inhalte bis zur finalen Veröffentlichung noch ändern können, bietet der Entwurf DIN EN ISO 9001:2025-09 gute Einblicke: ein stärkerer Fokus auf Führung, Qualitätskultur und ethisches Verhalten, eine klarere Unterscheidung von Chancen und Risiken sowie die Berücksichtigung von Digitalisierung, Klimawandel und Resilienz in der Lieferkette.

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40 Jahre im Dienst der Wirtschaft: Die DQS und ISO 9001

Die Firmengeschichte der DQS ist eng mit der Historie und Entwicklung von ISO 9001 verknüpft. Im Jahr 2025 feierte die DQS ihr 40. Jubiläum – und wenn man die Veröffentlichung des ersten Normentwurfes aus dem Jahr 1985 als Geburtsjahr zählt, gilt das in gewisser Weise auch für ISO 9001.

Die Norm hat ihren Weg gemacht: Bis heute nutzen erfolgreiche Unternehmen moderne QM-Systeme zur Sicherung ihres Erfolges im Markt. Dazu tragen wesentlich auch die Erkenntnisse aus unseren jährlichen Audits bei, die die Organisations- und Prozessstruktur eines Unternehmens fortlaufend verbessern.


Warum eine Zertifizierung durch die DQS?

Das erste ISO 9001-Zertifikat in Deutschland stellte die DQS im August 1986 aus. Die DQS ist also ganz eng mit der Historie von ISO 9001 verbunden. Seither streben wir gemeinsam mit unseren Kunden nach wirksamen Managementsystemen und nachhaltigem Unternehmenserfolg – durch und für Menschen. Dafür setzen wir bis heute ausschließlich erfahrene Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft als Auditoren ein.

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Zer­ti­fi­zie­rung nach ISO 9001

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Unsere Texte und Broschüren werden ausschließlich von unseren Normexperten oder langjährigen Auditoren verfasst. Sollten Sie Fragen zu den Textinhalten oder unseren Dienstleistungen an unseren Autor haben, senden Sie uns gerne eine E-Mail: [email protected]

Hinweis: Wir verwenden aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum. Die Direktive schließt jedoch grundsätzlich Personen jeglicher Geschlechteridentitäten mit ein, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

Autor

Nadja Götz

Die Norm­ex­per­tin der DQS ver­ant­wor­tet als Pro­dukt­ma­na­ge­rin die Norm ISO 9001 sowie weitere Qualitätsmanagement-Standards im Ge­sund­heits­we­sen, die auf den An­for­de­run­gen von ISO 9001 ba­sie­ren. Seit 2006 ist sie mit der Wei­ter­ent­wick­lung von Qualitätsmanagement-Standards be­fasst.

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