Das Wichtigste zur Revision von ISO 45001 auf einen Blick

ISO 45001 wird derzeit überarbeitet. Die neue Normversion wird voraussichtlich 2027 veröffentlicht, eine Übergangsfrist von drei Jahren gilt als wahrscheinlich. Ziel der Revision ist es, aktuelle Entwicklungen der Arbeitswelt stärker im Arbeitsschutzmanagement zu berücksichtigen und die Wirksamkeit von Managementsystemen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit weiter zu verbessern.

Nach aktuellem Entwurfsstand stehen insbesondere psychische Gesundheit, psychosoziale Risiken, hybride Arbeitsformen, klimabezogene Risiken, organisatorische Resilienz sowie Lieferkettenverantwortung im Fokus. Gleichzeitig deutet vieles darauf hin, dass die Grundstruktur der Norm (High Level Structure) erhalten bleibt und bestehende Anforderungen gezielt weiterentwickelt werden.

Für Unternehmen bedeutet das: mehr Integration, weniger Bürokratie und ein stärkerer Fokus auf wirksame Prävention und gelebte Sicherheitskultur. 

Wo steht die ISO 45001 Revision aktuell?

Die Revision von ISO 45001 befindet sich derzeit in der "Enquiry-Phase" des ISO-Revisionsprozesses. Nachdem die Überarbeitung der Norm Ende 2023 offiziell bestätigt wurde, veröffentlichte das zuständige Technical Committee ISO/TC 283 im Juli 2025 den ersten Committee Draft (ISO/CD 45001).

Im Januar 2026 folgte eine überarbeitete Entwurfsfassung einschließlich eines ersten Entwurfs des informativen Anhangs A. Die eingegangenen Kommentare wurden anschließend durch die zuständige Working Group WG 6 ausgewertet und Mitte April 2026 in einen Draft International Standard (DIS) überführt. Damit beginnt in Kürze die 12-wöchige internationale Abstimmungsphase, in der nationale Normungsorganisationen den Entwurf kommentieren und bewerten können.

Die Veröffentlichung der finalen Normfassung wird derzeit für das Jahr 2027 erwartet. Anschließend wird voraussichtlich eine Übergangsfrist von drei Jahren gelten.

 

Was sind die Änderungen in ISO 45001:2027?

Die aktuellen Entwurfsfassungen lassen bereits mehrere Themenfelder erkennen, die künftig stärker berücksichtigt werden könnten. Dabei zeichnet sich weniger eine grundlegende Neuausrichtung der Norm als vielmehr eine gezielte Weiterentwicklung bestehender Anforderungen ab. 

Im Mittelpunkt stehen unter anderem psychosoziale Risiken und psychische Gesundheit, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen („Workplace Wellbeing“), neue Arbeitsformen wie hybride oder mobile Arbeit sowie der Umgang mit klimabezogenen Risiken und organisatorischer Resilienz. Darüber hinaus deuten die Entwürfe auf eine stärkere Berücksichtigung unterschiedlicher Bedürfnisse von Beschäftigten sowie auf eine intensivere Einbindung externer Dienstleister und Lieferketten hin.

"Viele der dis­ku­tier­ten Themen sind nicht völlig neu. Ent­schei­dend wird sein, ob Or­ga­ni­sa­tio­nen sie sys­te­ma­tisch, wirksam und auditfähig in ihr SGA-Ma­nage­ment­sys­tem in­te­grie­ren."

Welche Themen stehen im Mittelpunkt der Revision?

Psychische Gesundheit und psychosoziale Risiken

Ein zentrales Thema der Revision von ISO 45001 scheint die stärkere Berücksichtigung psychischer Gesundheit und psychosozialer Risiken zu sein. Nach aktuellem Entwurfsstand rücken insbesondere arbeitsbedingter Stress, hohe Arbeitsbelastung, psychische Beanspruchungen z.B. durch Mobbing sowie soziale Faktoren des Arbeitsumfelds stärker in den Fokus. Grundsätzlich sind psychosoziale Risiken bereits Bestandteil der aktuellen ISO 45001:2018, insbesondere im Zusammenhang mit der Ermittlung von Gefährdungen (Kap. 6.1.2). Die Revision deutet jedoch darauf hin, dass diese Themen künftig sichtbarer und konkreter adressiert werden könnten. Unterstützt wird diese Entwicklung unter anderem durch die Leitlinie ISO 45003 zur Behandlung psychosozialer Risiken im Rahmen von Managementsystemen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

Workplace Wellbeing und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt ist die Erweiterung vom klassischen Arbeitsschutz hin zu einem umfassenderen Verständnis von Sicherheit, Gesundheit und arbeitsbezogenem Wohlbefinden („work-related wellbeing“ bzw. „workplace wellbeing“). Damit verbunden ist ein stärkerer Fokus auf gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen. 

Dabei geht es weniger um individuelle Gesundheitsangebote als vielmehr um organisatorische Rahmenbedingungen, die das physische, psychische und soziale Wohlbefinden von Beschäftigten beeinflussen können. Dazu zählen beispielsweise Arbeitsorganisation, Führungsverhalten, Kommunikation, Arbeitsintensität oder die Gestaltung von Arbeitsprozessen. Nach aktuellem Entwurfsstand könnte damit der präventive Charakter der ISO 45001 stärker betont und um Aspekte nachhaltiger Arbeitsbedingungen erweitert werden.

Neue Arbeitsformen und flexible Arbeitsmodelle

Auch neue Arbeitsformen wie mobile Arbeit, Homeoffice und hybride Arbeitsmodelle werden in der Revision offenbar stärker berücksichtigt. Hintergrund sind veränderte Arbeitsrealitäten und die zunehmende Digitalisierung und KI-gestützte Arbeitsprozesse. Damit verbunden sind neue Fragestellungen hinsichtlich Kommunikation, Zusammenarbeit, ergonomischer Arbeitsbedingungen sowie psychischer Belastungen. 

Organisationen könnten künftig stärker gefordert sein, SGA-Risiken und Belastungen im Zusammenhang mit flexiblen Arbeitsformen systematisch zu bewerten und geeignete organisatorische Maßnahmen abzuleiten. Ergänzend hierzu wurde mit ISO/CD 45008 bereits eine Leitlinie zum sicheren und gesunden Arbeiten im Homeoffice und in hybriden Arbeitsumgebungen entwickelt.

Sicherheitskultur und Beteiligung

Die aktuellen Entwürfe lassen zudem erkennen, dass Sicherheitskultur und Beschäftigtenbeteiligung künftig stärker in den Mittelpunkt rücken könnten. Dabei scheint der Fokus weniger auf formaler Dokumentation als vielmehr auf der tatsächlichen Wirksamkeit des Managementsystems zu liegen. Themen wie offene Kommunikation, Führungsverantwortung, Beteiligung von Beschäftigten, Lernprozesse sowie der Umgang mit Fehlern und Beinaheunfällen gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung. Ziel dürfte eine stärker präventiv ausgerichtete Sicherheitskultur sein, die Sicherheit und Gesundheit als integralen Bestandteil organisatorischer Prozesse versteht.

Diversität und individuelle Bedürfnisse

Nach aktuellem Entwurfsstand könnte die Revision außerdem unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse von Beschäftigten stärker berücksichtigen. Genannt werden in diesem Zusammenhang beispielsweise Alter, Sprachkenntnisse, kulturelle Unterschiede, Behinderungen oder unterschiedliche gesundheitliche Voraussetzungen. Auch verschiedene Lebenssituationen und individuelle Belastungen könnten künftig stärker betrachtet werden. Damit wird deutlich, dass Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zunehmend im Kontext vielfältiger und heterogener Arbeitsumgebungen betrachtet werden.

Klimabezogene SGA-Risiken und Resilienz

  • ESG-Integration: Anschlussfähigkeit an Nachhaltigkeitsberichterstattung

Klimabezogene Risiken und organisatorische Resilienz zeichnen sich als ein weiterer Schwerpunkt ab. Hintergrund ist unter anderem die stärkere Berücksichtigung von Klimathemen innerhalb der ISO-Managementsystemnormen infolge der sogenannten „ISO London Declaration on Climate Change“. Bereits 2024 wurden hierzu ergänzende Anforderungen in verschiedene Managementsystemnormen aufgenommen, so auch in ISO 45001.

Nach aktuellem Entwurfsstand der Revision rücken insbesondere klimabedingte Auswirkungen auf Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit stärker in den Fokus. Dazu zählen beispielsweise:

  • Hitzebelastungen
  • Extremwetterereignisse
  • Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen und Infrastruktur
  • klimabedingte Notfallsituationen
  • neue Gefährdungen infolge von Anpassungs- und Dekarbonisierungsmaßnahmen

Damit verbunden ist ein stärkerer Fokus auf Resilienz und Vorsorge. Organisationen könnten künftig stärker gefordert sein, klimabedingte Risiken systematisch in ihre Prozesse zur Gefährdungsbeurteilung, Notfallvorsorge und betrieblichen Planung einzubeziehen. Dazu gehören beispielsweise die Anpassung von Arbeitszeiten sowie Schutzmaßnahmen bei Extremwetterereignissen.

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Sie haben Fragen zur Revision ISO 45001?

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Wo Veränderungen statt­fin­den, ent­ste­hen Fra­gen.

Wir freuen uns darauf, diese ge­mein­sam mit Ihnen zu klären. Be­son­ders zu Themen wie Trans­fer­au­dits oder Ma­trix­zer­ti­fi­zie­rung stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne weiterführende In­for­ma­tio­nen zur Verfügung. 

Informieren Sie sich. Ganz un­ver­bind­lich und kos­ten­frei.

Damit verbunden ist ein stärkerer Fokus auf Resilienz und Vorsorge. Organisationen könnten künftig stärker gefordert sein, klimabedingte Risiken systematisch in ihre Prozesse zur Gefährdungsbeurteilung, Notfallvorsorge und betrieblichen Planung einzubeziehen. Dazu gehören beispielsweise die Anpassung von Arbeitszeiten sowie Schutzmaßnahmen bei Extremwetterereignissen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die im Januar 2026 veröffentlichte ISO/PAS 45007 „Occupational health and safety management – Risks arising from climate change and climate change action“. Die Leitlinie unterstützt Organisationen, klimabezogene Risiken für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit systematisch zu identifizieren, zu bewerten und in bestehende Managementsysteme zu integrieren.

Lieferkettenverantwortung – Erweiterter Geltungsbereich auf externe Partner

Darüber hinaus deuten die aktuellen Entwicklungen auf eine stärkere Betrachtung externer Dienstleister, Auftragnehmer und ausgelagerter Prozesse hin. Bereits heute fordert die SGA-Norm die Steuerung von Fremdfirmen und extern bereitgestellten Prozessen. Die Revision könnte diesen Aspekt insbesondere vor dem Hintergrund komplexer Liefer- und Wertschöpfungsketten weiter konkretisieren. Für Organisationen gewinnt damit die wirksame Steuerung von Schnittstellen, Kommunikationswegen sowie Verantwortlichkeiten entlang der Lieferkette weiter an Bedeutung. 

 

Welche Anpassungen sind besonders relevant?

Für Unternehmen relevant sind vor allem:

  • Neue Begriffe und Definitionen, z.B. „psychische Gefährdung“ und „Resilienz“
  • Stärkere Einbindung der Führungsebene in die Präventionskultur
  • Mehr Fokus auf Ergebnisse statt Dokumentation
  • Stärkerer Fokus auf das Arbeitsumfeld inklusive Remote- und Lieferkettenrisiken
  • Klarere Schnittstellen zu ISO 9001, ISO 14001 und ESG-Rahmenwerken

Damit rückt der Arbeitsschutz stärker in die strategische Unternehmenssteuerung.

 

Welche Chancen bietet die ISO 45001 Revision?

Die neue ISO 45001:2027 bietet mehr als nur zusätzliche Anforderungen: Sie unterstützt eine integrierte Betrachtung zentraler Zukunftsthemen wie Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Nachhaltigkeit und Resilienz. Organisationen, die früh reagieren, stärken nicht nur ihre Compliance, sondern auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber und ihre Krisenfestigkeit.

Eine frühzeitige Ausrichtung des Arbeitsschutzmanagements auf die neuen Normanforderungen erleichtert später die ISO 45001 Zertifizierung beziehungsweise den Übergang einer bestehenden Zertifizierung auf die neue Normversion.

ISO 45001 Revision: Was Organisationen jetzt tun sollten

Verfolgen Sie die Entwicklungen der Norm aktiv und prüfen Sie frühzeitig, welche Auswirkungen die geplanten Änderungen auf das eigene SGA-Managementsystem haben könnten. 

Darüber hinaus kann es hilfreich sein, bestehende Notfall- und Vorsorgeprozesse im Hinblick auf klimabezogene Risiken, organisatorische Resilienz und veränderte Arbeitsbedingungen zu bewerten. Auch die Steuerung externer Dienstleister und ausgelagerter Prozesse könnte künftig stärker in den Fokus rücken. Zudem sollte die oberste Leitung frühzeitig in die Veränderungen eingebunden werden. Wer die Entwicklungen aufmerksam verfolgt, kann den Übergang zur neuen ISO 45001:2027 strukturiert und ohne Zeitdruck gestalten.

Viele der diskutierten Themen sind bereits heute Bestandteil wirksamer Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Die Revision deutet jedoch darauf hin, dass diese Aspekte künftig stärker konkretisiert und im Rahmen von Audits intensiver betrachtet werden könnten.

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Kostenfreies Whitepaper

ISO 45001 – Internes Audit

Wir in­ter­pre­tie­ren die Norm.

In­ter­ne Audits stellen ein un­ver­zicht­ba­res Element im Rahmen von Ma­nage­ment­sys­tem­nor­men dar und dienen als In­stru­ment zur ef­fek­ti­ven Selbst­be­wer­tung. Lesen Sie in unserem kos­ten­frei­en White­pa­per, was genau die SGA-Norm mit Blick auf die internen Audits, das Au­dit­pro­gramm und die Ma­nage­ment­be­wer­tung for­dert.

Die Rolle interner Audits im Revisionsprozess

Eine zentrale Rolle in der Vorbereitung auf die neuen Anforderungen spielen interne Audits. Sie ermöglichen eine frühzeitige Identifikation von Handlungsbedarf und zeigen auf, wie tragfähig und wirksam die bestehenden Prozesse bereits sind. Insbesondere Organisationen mit komplexen Arbeitsstrukturen, hohem Anteil mobiler Arbeit oder erhöhten psychosozialen Belastungen können von einer frühzeitigen Einordnung profitieren.

Im Kontext von ISO 45001 Revision gewinnen interne Audits zusätzlich an Bedeutung: Sie helfen Organisationen, den Reifegrad ihrer Präventionskultur realistisch einzuschätzen, neue Themen wie psychische Gesundheit oder Lieferkettenrisiken gezielt zu überprüfen und die Führungsebene aktiv einzubinden. Unternehmen, die ihre internen Audits strategisch nutzen, schaffen damit beste Voraussetzungen für einen reibungslosen Übergang auf ISO 45001:2027 – und erhöhen zugleich die Wirksamkeit ihres gesamten Managementsystems.

Gibt es weiterführende Informationen zu ISO 45001?

Die DQS bietet seit Jahren ein breites Spektrum an Informationen rund um die Norm für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. 

Schulungen und Whitepapers – Themen, die sich lohnen

Warum ist die DQS Ihre erste Anlaufstelle für Informationen zur Revision von ISO 45001?

1985 als erste Zertifizierungsstelle für Managementsysteme in Deutschland gegründet, verfügt die DQS über jahrzehntelange Erfahrung und ist eng mit Normungsgremien, Fachkreisen und der Auditpraxis vernetzt. Dadurch kann sie die Revision von ISO 45001 nicht nur fachlich fundiert einordnen. Die DQS sieht sich als helfender Partner sowohl für Bestandskunden als auch für Neukunden in der Umsetzung und Zertifizierung der neuen Norm. Sie begleitet Unternehmen praxisnah und umsetzungsorientiert mit Blick auf Zertifizierungszyklen und Übergangsfristen sowie bei Themen wie Transferaudits oder Matrixzertifizierung.

 

Wie ist der Zeitplan für die ISO 14001 Revision?

Die Revision von ISO 14001 folgt, wie bei anderen Managementsystemnormen auch, einem klar strukturierten ISO-Prozess, der mehrere Entwurfsstufen – vom Committee Draft (CD) über den Draft International Standard (DIS) bis zum Final Draft (FDIS) – durchläuft. Damit wird sichergestellt, dass ISO 45001 inhaltlich abgestimmt, international konsensfähig und praxistauglich weiterentwickelt wird. Koordiniert wird der Revisionsprozess vom zuständigen ISO-Komitee SO/TC 283 – Occupational health and safety management.

Die neue Normversion wird in 2027 erwartet. 

 

Welche Phasen gibt es bei der Revision einer ISO-Managementsystemnorm?

Die Revision einer ISO-Managementsystemnorm folgt einem mehrstufigen, international abgestimmten Verfahren mit mehreren Entwurfs-, Kommentierungs- und Abstimmungsrunden bis zur Veröffentlichung als verbindlicher International Standard. Der Prozess dauert mehrere Jahre, da ein formales Konsensverfahren durchlaufen wird, Übersetzungen in zahlreiche Sprachen erfolgen und die Norm weltweit branchen- und größenübergreifend praxistauglich anwendbar sein muss.

Was passiert in den einzelnen Phasen?

  • Working Draft (WD): Erster Arbeitsentwurf innerhalb des Gremiums, dient zur groben Orientierung.
  • Committee Draft (CD): Erste Version, die ISO-intern kommentiert und diskutiert wird.
  • Draft International Standard (DIS): Reifer Entwurf, der erstmals auch öffentlich kommentiert werden kann – hier ist breite Beteiligung möglich.
  • Final Draft International Standard (FDIS): Fast finale Fassung, bei der nur noch redaktionelle Änderungen möglich sind.
  • International Standard (IS): Offizielle Veröffentlichung durch die ISO – Grundlage für die Zertifizierung.

 

Welche Rolle spielen weitere ISO-Leitfäden?

Im Zusammenhang mit der Revision der ISO 45001 gewinnen ergänzende ISO-Leitfäden und branchenspezifische Guidance-Dokumente zunehmend an Bedeutung. Sie dienen Organisationen als Orientierungshilfe für die praktische Umsetzung einzelner Themenfelder und greifen aktuelle Entwicklungen auf, die in der bestehenden Norm bislang nur allgemein behandelt werden.

Besonders relevant sind dabei Leitfäden zu psychosozialen Risiken, hybriden Arbeitsformen sowie klimabezogenen Auswirkungen auf Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Hierzu zählen unter anderem:

  • DIN ISO 45002:2024 – Allgemeine Leitlinien für die Implementierung von ISO 45001:2018
  • ISO 45003:2021 – Psychological health and safety at work – Guidelines for managing psychosocial risks
  • ISO 45006:2023 – Guidelines for organizations on preventing, controlling and managing infectious diseases
  • ISO/PAS 45007:2026 – Risks arising from climate change and climate change action – Guidance for organizations
  • ISO/DIS 45008:2026 – Guidelines for remote working

Auch wenn diese Standards keine eigenständigen Zertifizierungsnormen darstellen, geben sie Hinweise darauf, welche Themenfelder im Umfeld der Revision der ISO 45001 an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig unterstützen sie Organisationen dabei, neue Anforderungen und Entwicklungen frühzeitig in bestehende Managementsysteme zu integrieren. Die Standards sind bei DIN Media erhältlich.

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Sie haben Fragen zur Revision ISO 45001?

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Wo Veränderungen statt­fin­den, ent­ste­hen Fra­gen.

Wir freuen uns darauf, diese ge­mein­sam mit Ihnen zu klären. Be­son­ders zu Themen wie Trans­fer­au­dits oder Ma­trix­zer­ti­fi­zie­rung stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne weiterführende In­for­ma­tio­nen zur Verfügung. 

Informieren Sie sich. Ganz un­ver­bind­lich und kos­ten­frei.

Revision von ISO 45001 – kurz zusammengefasst

Das bevorstehende Update von ISO 45001 markiert einen wichtigen Wendepunkt im Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Die neue Normversion zeichnet sich nach aktuellem Stand weniger durch grundlegende Strukturänderungen als vielmehr durch eine inhaltliche Weiterentwicklung bestehender Anforderungen aus. Im Mittelpunkt stehen insbesondere psychosoziale Faktoren, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen, neue Arbeitsformen, Sicherheitskultur sowie der Umgang mit klimabezogenen Risiken und organisatorischer Resilienz.

Gleichzeitig unterstreicht sie, wie sich Anforderungen und Erwartungen an ein modernes Managementsystem verändern werden: Themen wie Beschäftigtenbeteiligung, präventive Sicherheitskultur und die Berücksichtigung unterschiedlicher Arbeitsrealitäten könnten künftig stärker in den Vordergrund rücken.

Auch wenn bis zur Veröffentlichung der finalen Normfassung noch Änderungen möglich sind, können Organisationen die aktuelle Phase sinnvoll nutzen, um sich frühzeitig mit den absehbaren Entwicklungen auseinanderzusetzen und bestehende Prozesse entsprechend zu reflektieren.

Die kommenden Anforderungen – von psychischer Gesundheit bis Digitalisierung und Lieferkette – machen das SGA-Managementsystem fit für die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt. Auch wenn bis zur Veröffentlichung der finalen Normfassung noch Änderungen möglich sind, können Organisationen die aktuelle Phase sinnvoll nutzen, um sich frühzeitig mit den absehbaren Entwicklungen auseinanderzusetzen. Stellen Sie frühzeitig Prozesse auf den Prüfstand, binden Sie Führungskräfte in die Revision ein und setzen Sie auf Integration statt auf Bürokrati: für mehr Arbeitssicherheit, für besseren Gesundheitsschutz, für attraktivere Arbeitsbedingungen und nachhaltige Unternehmensentwicklung.

 

Fragen und Antworten rund um die Revision ISO 45001

Die International Organization for Standardization (ISO) überprüft alle Normen regelmäßig, um sie an gesellschaftliche, technologische und regulatorische Entwicklungen anzupassen. Die ISO 45001 Revision soll sicherstellen, dass der internationale Standard auch künftig ein praxisnahes Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA) bleibt und nicht nur formale Anforderungen erfüllt.

Die Veröffentlichung der revidierten Norm ISO 45001 wird derzeit für das Jahr 2027 erwartet. Aktuell befindet sich die Revision in der sogenannten „Enquiry-Phase“, in der der Entwurf international abgestimmt wird. Der nächste Meilenstein ist die Veröffentlichung des Draft International Standard.

ISO-Normen werden regelmäßig überprüft, um ihre internationale Aktualität und Relevanz sicherzustellen. Gleichzeitig verändern sich Arbeitswelten schnell, etwa durch hybride Arbeitsformen, Digitalisierung, KI-gestützte Prozesse oder steigende Anforderungen im Umgang mit Klimarisiken. Die Revision soll sicherstellen, dass ISO 45001 diese Entwicklungen künftig stärker berücksichtigt und die Wirksamkeit des Arbeitsschutzmanagements weiter verbessert.

Zuständig für die Revision von ISO 45001 ist das internationale ISO-Komitee ISO/TC 283 – Occupational health and safety management. Die konkrete Überarbeitung der Norm erfolgt innerhalb der Arbeitsgruppe WG 6, Revision of ISO 45001.

Nach aktuellem Entwurfsstand rücken insbesondere psychosoziale Risiken, psychische Gesundheit, hybride Arbeitsformen, organisatorische Resilienz, klimabezogene Risiken sowie die stärkere Einbindung externer Dienstleister und Lieferketten in den Fokus.

Derzeit deutet vieles darauf hin, dass die Grundstruktur der Norm erhalten bleibt. Im Vordergrund stehen vor allem die Weiterentwicklung und Konkretisierung bestehender Anforderungen sowie eine stärkere Ausrichtung auf Wirksamkeit und Prävention.

Wie bei ISO-Managementsystemnormen üblich, wird nach Veröffentlichung der neuen ISO 45001 voraussichtlich eine Übergangsfrist von drei Jahren gelten. Innerhalb dieses Zeitraums müssen bestehende Zertifizierungen auf die neue Normversion umgestellt werden.

Interne Audits gewinnen im Revisionsprozess weiter an Bedeutung. Sie unterstützen Organisationen dabei, frühzeitig Handlungsbedarf zu identifizieren, neue Themenfelder zu bewerten und die Wirksamkeit bestehender Prozesse realistisch einzuschätzen.

Vertrauen und Expertise

Unsere Texte und Broschüren werden ausschließlich von unseren Normexperten oder langjährigen Auditoren verfasst. Sollten Sie Fragen zu den Textinhalten oder unseren Dienstleistungen an unseren Autor haben, senden Sie uns gerne eine E-Mail: [email protected]

Hinweis: Wir verwenden aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum. Die Direktive schließt jedoch grundsätzlich Personen jeglicher Geschlechteridentitäten mit ein, soweit es für die Aussage erforderlich ist.