Ei­ni­ge Details wurden an­ony­mi­siert, Rollen und Abläufe ent­spre­chen der Realität eines SME­TA-Au­dits.

Der Anruf kommt an einem Diens­tag­mor­gen, kurz vor der Mit­tags­pau­se. Unser größter Kunde bittet uns um ein SME­TA-Au­dit. Es geht um eine Standortprüfung: Ar­beits­be­din­gun­gen, Umwelt (verkürzt) und Ge­sund­heit & Si­cher­heit, optional er­wei­tert um Umwelt (ausführlicher) und Geschäftsethik. Dabei wird der Standort geprüft, nicht die ganze Un­ter­neh­mens­grup­pe. Und am Ende steht kein Zer­ti­fi­kat, sondern ein Bericht, den wir über die Se­dex-Platt­form, eine globale On­line-Da­ten­bank, teilen können. Ich mache mich an die Ar­beit.

Schritt 1: Mitglied werden und Standort anlegen

Zunächst melde ich mich bei Sedex als Lieferant an und trage alle grundlegenden Angaben ein. Erst dann sind die nächsten Schritte möglich.

 

Schritt 2: SAQ – der nüchterne Blick in den Spiegel

Der Self-Assessment-Fragebogen ist freiwillig. Uns hat das Ausfüllen gezeigt, wo wir stehen, was die Auditplanung spürbar einfacher gemacht hat.

 

Schritt 3: Ein Angebot einholen

Im nächsten Schritt haben wir mit der DQS eine Sedex Approved Audit Company (AAC) angefragt. Dauer und Aufwand hängen vor allem an der Mitarbeitendenzahl und daran, ob es Two-Pillar (Arbeitsnormen, Umwelt (verkürzt), H&S) oder Four-Pillar (plus Umwelt (ausführlicher), Geschäftsethik) wird.

Schritt 4: Planen – Termin & Auditplan abstimmen

Wir konnten einen zeitnahen Termin für das SMETA-Audit finden. Kurz darauf hat sich eine Auditorin der DQS gemeldet. Wir sprechen über den Ablauf, den Zugang zu Bereichen und die Anwesenheit der richtigen Rollen. Je nach Vorgabe kann ein Audit angekündigt, halbangekündigt oder unangekündigt sein. Jedes Format hat seine Logik – das Verfahren bleibt dasselbe.

 

Schritt 5: Audittag – vor Ort, mittendrin

Am Tag des Audits läuft der Betrieb wie immer. Wir starten mit einer Eröffnungssitzung. Danach geht es durch die Bereiche, es gibt Interviews mit Betriebsrat, Mitarbeitenden und Management, eine Dokumentenprüfung und am Ende eine Abschlussbesprechung. Worauf ich besonders geachtet habe:

● Zugang: Bereiche, Unterlagen, Ansprechpersonen – alles muss erreichbar sein.

● Datenschutz: Einsicht in Personalunterlagen erfolgt nur mit Einwilligung; der Bericht enthält keine personenbezogenen Angaben.

● Integrität: Höflich bleiben, aber keine Geschenke, keine Gefälligkeiten – klare Linie.

 

Schritt 6: Bericht & Abhilfemaßnahmen

Die Ergebnisse sind nüchtern festgehalten. Wo Abweichungen stehen, braucht es nachvollziehbare Maßnahmen – und Nachweise, dass diese wirken. Manchmal reicht ein Dokumenten-Follow-up, manchmal kommt noch ein Besuch. In unserem Fall müssen lediglich zwei Dokumente nachgereicht werden.

 

Schritt 7: Mit unserem Kunden teilen

Sobald der Bericht vorliegt, laden wir ihn auf der Sedex-Plattform hoch und entscheiden, wer Einblick bekommt. Unser größter Kunde bekommt direkt nach der Freigabe wie gewünscht unsere Ergebnisse mitgeteilt. Dass wir die Ergebnisse wiederverwenden können, ist praktisch, denn das spart allen Beteiligten zusätzlichen Aufwand und Kosten für den Fall, dass noch weitere Kunden ein SMETA-Audit anfragen.

 

Wie sich das angefühlt hat

Kurz vor den Mitarbeitenden-Interviews war ich nervös. Danach eher erleichtert. Der Blick in den Auditbericht hat mir gezeigt: Offen geführte Gespräche und nachvollziehbare Unterlagen ergeben ein transparentes Bild, das die Bedingungen am Standort wiedergibt. Dass SMETA ohne „Pass/Fail”-Label auskommt, schärft den Blick für das Wesentliche und hält die Darstellung differenziert.

Autor

Con­stan­ze Illner

Con­stan­ze Illner (sie/ihr) ist Research und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­auf­trag­te im Bereich Nach­hal­tig­keit und Le­bens­mit­tel­si­cher­heit. In dieser Position behält sie alle wich­ti­gen Ent­wick­lun­gen in diesem Zu­sam­men­hang im Auge und in­for­miert unsere Kund­schaft in einem mo­nat­li­chen News­let­ter. Außerdem mo­de­riert sie die alljährliche Sus­taina­bi­li­ty Heroes Kon­fe­renz.

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