Ein unabhängiger Überblick von der DQS, einer akkreditierten Zertifizierungsstelle.

ISO 9001 legt Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem fest, das Unternehmen dabei unterstützt, Produkte und Dienstleistungen zuverlässig und in gleichbleibender Qualität bereitzustellen. Und zwar im Einklang mit Kundenanforderungen sowie gesetzlichen und behördlichen Vorgaben. ISO 9001 ist die weltweit meistgenutzte Norm für Managementsysteme: Organisationen jeder Größe und Branche setzen sie ein, vom klein und mittelständischen Hersteller bis zum globalen Dienstleister oder zur Behörde.

Für alle Organisationen bildet die Norm die gemeinsame Grundlage, um Qualität zu planen, zu steuern und fortlaufend zu verbessern. Nicht als Selbstzweck, sondern als Rahmen für belastbare Prozesse, klare Ziele, weniger Risiken und messbare Verbesserungen. Aktuell gültig ist die Version ISO 9001:2015 (in Deutschland: DIN EN ISO 9001:2015). Sie bildet weltweit die Basis für die ISO 9001 Zertifizierung. Eine Überarbeitung befindet sich in der Schlussphase: Der finale Norm-Entwurf (Final Draft International Standard, FDIS) wurde Mitte April 2026 zur Abstimmung eingereicht. Die Veröffentlichung von ISO 9001:2026 wird für September 2026 erwartet, anschließend beginnt eine dreijährige Übergangsfrist.

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Zur ISO 9001 Zer­ti­fi­zie­rung mit der DQS

Was ist ISO 9001 aus Sicht einer Zertifizierungsstelle?

ISO 9001 ist die einzige zertifizierbare Norm der ISO 9000 Familie und damit der internationale Maßstab, anhand dessen das Qualitätsmanagementsystem einer Organisation unabhängig bewertet wird. Eine akkreditierte Zertifizierungsstelle begutachtet das Managementsystem in einem unabhängigen, zweistufigen Zertifizierungsprozess gegen die Normanforderungen und stellt bei Konformität ein Zertifikat aus. Dieses wird anschließend durch regelmäßige Überwachungsaudits sowie eine vollständige Rezertifizierung im Dreijahresrhythmus aufrechterhalten.

ISO 9001 folgt der Harmonized Structure, die allen aktuellen Managementsystemnormen gemeinsam ist. Eine Zertifizierung durch einen unabhängigen Dritten ist in diesem Markt von Bedeutung, da Kunden, Aufsichtsbehörden und Partner in der Lieferkette eine anerkannte, vergleichbare Referenz benötigen, um Lieferanten und Partner über Regionen und Branchen hinweg zu bewerten: Ein akkreditiertes ISO 9001 Zertifikat ist ein unabhängiger Nachweis der Konformität, gestützt auf einen klar definierten Auditzyklus und einen transparenten Entscheidungsprozess.

Als Zertifizierungsstelle begutachtet und zertifiziert die DQS auf Basis der Normanforderungen. Dabei trennen wir Audit und Beratung konsequent. Die DQS implementiert kein Managementsysteme, sondern begutachtet es unabhängig mit erfahrenen Auditoren aus der Praxis. Genau diese Unabhängigkeit macht den Wert eines Zertifikats aus: Die Organisation baut ihr Managementsystem auf, ein unabhängiger, akkreditierter Dritter auditiert es anhand der Norm.

 

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Vollständiger TitelDIN EN ISO 9001:2015-11 – Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen
Herausgegeben vonInternationale Organisation für Normung (ISO), Technisches Komitee ISO/TC 176
Erstveröffentlichung1987 (als Normenreihe ISO 9001/2/3)
Aktuelle FassungISO 9001:2015. Revision von ISO 9001 voraussichtlich im September 2026, gefolgt von einer dreijährigen Übergangsfrist. Aktueller Stand: Im April 2026 wurde der ISO/FDIS 9001 zur Abstimmung veröffentlicht. 
Art des ManagementsystemsQualitätsmanagementsystem (QMS)
Gilt fürOrganisationen jeder Größe und Branche, öffentlich wie privat, die Produkte oder Dienstleistungen anbieten.
ZertifizierbarJa. Die unabhängige Zertifizierung durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle ist die am weitesten anerkannte Nachweisform.
StrukturHarmonized Structure (früher High Level Structure, Anhang SL); Abschnitte 1–3 (Einleitung) und Abschnitte 4–10 (Anforderungen)
Verwandte NormenISO 9000, ISO 9004, IATF 16949, IA9100/AS9100, ISO 13485, ISO 21001

Warum Unternehmen auf ISO 9001 setzen

Kundenerwartungen und Wettbewerbsfähigkeit

Ob im B2B- oder im B2C-Geschäft: Kunden erwarten von ihren Lieferanten zunehmend einen nachweisbaren Beleg für ihre Qualitätsfähigkeit. Für viele Einkaufsabteilungen ist die ISO 9001 Zertifizierung deshalb ein grundlegendes Kriterium bei Ausschreibungen und Lieferantenfreigaben. Die Norm liefert dafür einen anerkannten, vergleichbaren Maßstab: Ein Einkäufer in Stuttgart kann ein in Shanghai ausgestelltes ISO 9001 Zertifikat lesen und weiß, wofür es steht. Auf dieser gemeinsamen Referenz bauen auch branchenspezifische Zertifizierungsgrundlagen wie IATF 16949 oder ISO 13485 sowie vertragliche Qualitätsanforderungen auf.

 

Anforderungen entlang der Lieferkette

Originalausrüster (OEMs) und andere Einkäufer geben Qualitätsanforderungen entlang ihrer Lieferketten weiter. In Branchen wie der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und der Lebensmittelindustrie sind branchenspezifische Erweiterungen von ISO 9001 gängige Vertragsvoraussetzungen, etwa IATF 16949, IA9100/AS9100, ISO 13485 oder FSSC 22000. 

Selbst wo keine Branchennorm greift, ist die Zertifizierung nach ISO 9001 häufig eine Voraussetzung, als Tier 1- oder Tier 2-Lieferant berücksichtigt zu werden. Angesichts der wachsenden Zahl an Vorschriften zur Sorgfaltspflicht in der Lieferkette nutzen Einkäufer zertifizierte Managementsysteme zunehmend als Beleg für die Prozessreife ihrer Lieferanten. Beispiele sind etwa das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz (LkSG), die EU-Richtlinie zu den Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit (CSDDD) oder vergleichbare Instrumente in anderen Ländern.

 

Zwischen Beschaffung, Klimawandel und ESG

ISO 9001 selbst ist in den meisten Rechtsordnungen nicht gesetzlich vorgeschrieben. Im öffentlichen Beschaffungswesen und in regulierten Branchen hat sich die Zertifizierung dennoch als faktisches Qualifikationsmerkmal etabliert: Ausschreibungen und Zulassungsverfahren verlangen häufig ein Zertifikat, auch ohne gesetzliche Pflicht.

Seit Februar 2024 kommt ein weiterer, konkreter Bezugspunkt hinzu: Eine gemeinsame Ergänzung von ISO und IAF (International Accreditation Forum) verlangt von zertifizierten Organisationen zu prüfen, ob der Klimawandel für ihr Managementsystem ein relevantes Thema ist (Abschnitt 4.1). Die Ergänzung betrifft 31 zertifizierbare Managementsystemnormen nach der High Level Structure/Harmonized Structure, darunter auch ISO 9001.

Auch im Kontext der Nachhaltigkeitsberichterstattung, etwa nach CSRD/ESRS, gewinnt ISO 9001 an Bedeutung: Die Reporting-Standards selbst verlangen keine Zertifizierung, doch Unternehmen nutzen ein etabliertes Qualitätsmanagement in der Praxis, um konsistente, prüfbare Daten für ihre ESG-Berichte bereitzustellen.

 

ISO 9001 Kernanforderungen

ISO 9001 folgt der „High Level Structure“ (neu: „Harmonized Structure“), die allen modernen ISO-Managementsystemnormen gemeinsam ist. Den einleitenden Abschnitten 1 bis 3 (Anwendungsbereich, normative Verweise und Begriffe) folgen die Abschnitte 4 bis 10 mit konkreten Anforderungen, die nach dem PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) gegliedert sind:

4 Kontext der Organisation

Organisationen ermitteln die für das Qualitätsmanagementsystem (QMS) relevanten internen und externen Aspekte, die Bedürfnisse und Erwartungen der interessierten Parteien (Kunden, Aufsichtsbehörden, Lieferanten, Mitarbeitende, Investoren etc.) sowie den Anwendungsbereich und die Prozesse des Managementsystems. In diesem Kontext ist auch der Einfluss des Klimawandels zu berücksichtigen.

5 Führung

Die oberste Leitung ist für die Wirksamkeit des QMS verantwortlich. Das Kapitel umfasst Führung und Verpflichtung, die Kundenorientierung, die Qualitätspolitik sowie die Zuweisung von organisatorischen Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnissen. Mit der Revision von 2026 wird ausdrücklich erwartet, dass die Führungsebene eine Qualitätskultur und ethisches Verhalten fördert.

6 Planung

Organisationen planen Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen, die sich auf konforme Produkte und Dienstleistungen oder die Kundenzufriedenheit auswirken könnten. Sie legen Qualitätsziele fest, die mit der Qualitätspolitik im Einklang stehen, und setzen Änderungen am Managementsystem planmäßig um. Mit der aktuellen Überarbeitung wird Abschnitt 6.1 neu strukturiert, um klarer zwischen Maßnahmen zur Bewältigung von Risiken und Maßnahmen zur Nutzung von Chancen zu unterscheiden.

7 Unterstützung

Die Anforderungen umfassen die für das Managementsystem erforderlichen Ressourcen: Personal, Infrastruktur, Arbeitsumfeld, Überwachungs- und Messmittel, organisatorisches Wissen sowie Kompetenz, Bewusstsein, Kommunikation und dokumentierte Informationen.

8 Betrieb

Der umfangreichste Abschnitt befasst sich mit dem betrieblichen Lebenszyklus: Betriebliche Planung und Steuerung, Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen, Entwicklung, Steuerung extern bereitgestellter Prozesse, Produkte und Dienstleistungen, Produktion und Dienstleistungserbringung, Freigabe von Produkten und Dienstleistungen sowie die Steuerung nichtkonformer Ergebnisse.

9 Leistungsbewertung

Organisationen überwachen, messen, analysieren und bewerten das Qualitätsmanagementsystem. Zu den Anforderungen gehören die Überwachung der Kundenzufriedenheit, interne Audits und die Managementbewertung.

10 Verbesserung

Nichtkonformitäten werden durch Korrekturmaßnahmen behoben, und die Organisation verbessert fortlaufend die Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit von Qualitätsmanagementsystemen.

 

Zielgruppen und Anwendungsbereiche

ISO 9001 ist bewusst allgemein gehalten. Sie wird in allen Branchen angewendet: von Herstellern, Dienstleistern, Software- und IT-Unternehmen, Gesundheitsdienstleistern, Logistikunternehmen, Bauunternehmen, freiberuflichen Dienstleistern, Bildungseinrichtungen und Behörden etc. Es gibt keine Mindestgrößen für Organisationen, Umsatz- oder Branchenschwellenwerte.

Zu den typischen Anwendungsbereichen zählen die Fertigung und die industrielle Produktion, wo die Qualitätsmanagementnorm die Grundstruktur bildet, auf der Branchennormen aufbauen. Beispiele hierfür sind IATF 16949 für die Automobilindustrie, IA9100/AS9100 für die Luft- und Raumfahrt oder ISO 13485 für Medizinprodukte. Dienstleistungs- und Wissensbranchen wenden die prozessorientierte Logik der Norm an, um eine konsistente Leistungserbringung, die Messung der Kundenzufriedenheit und die fortlaufende Verbesserung zu unterstützen. 

Behörden und regulierte Branchen erwarten häufig eine Zertifizierung nach ISO 9001 als Teil ihrer Beschaffungsprozesse sowie als Nachweis dafür, dass Prozesse zuverlässig eingehalten werden. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist die Zertifizierung häufig ein Weg, sich als Lieferant zu qualifizieren. Unternehmen jeder Größe nutzen die Norm zudem, um ihre Prozesse zu formalisieren und eine Grundlage zu schaffen, ihr Qualitätsmanagement künftig mit Umwelt-, Arbeitsschutz- oder Informationssicherheitsmanagement zu einem integrierten Managementsystem zusammenzuführen.

Ein gut konzipiertes Qualitätsmanagementsystem unterstützt fundierte Entscheidungen, indem es der obersten Leitung belastbare Informationen liefert. Es bildet die Grundlage für ein evidenzbasiertes Management von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen. Das Managementsystem selbst handelt nicht: Es befähigt die Menschen in der Organisation, mit besseren Informationen und einheitlicherem Vorgehen zu agieren.

 

Verwandte Normen

Harmonisierte Struktur und typische Kombinationen

Die Harmonized Structure (ehemals „High Level Structure“), die allen ISO-Managementsystemnormen gemeinsam ist, ermöglicht es, ISO 9001 mit anderen Systemen zu kombinieren, wobei Doppelarbeit auf ein Minimum reduziert wird. Die gängigsten Kombinationen sind ISO 9001 mit ISO 14001 (Umweltmanagement), ISO 45001 (Arbeitsschutz) und ISO 27001 (Informationssicherheitsmanagement). Werden mehrere Managementsysteme betrieben, fassen Organisationen häufig die Kontextanalyse, die interne Auditierung, die Managementbewertung und die Dokumentation in einem einzigen integrierten Managementsystem zusammen.

 

Die ISO 9000-Familie

ISO 9001 ist die einzige zertifizierbare Norm in der ISO 9000-Familie. Zwei begleitende Dokumente sind dabei besonders relevant. ISO 9000 legt die Grundlagen und Begriffe des Qualitätsmanagements fest. Sie wird in ISO 9001 normativ zitiert, ist selbst aber nicht zertifizierbar. ISO 9004 bietet Leitlinien, wie sich nachhaltiger Erfolg über einen Qualitätsmanagementansatz erreichen lässt. ISO 9004 geht inhaltlich über ISO 9001 hinaus, ohne selbst zertifizierbar zu sein. Beide Normen sind nützliche Referenzen, um das Grundverständnis zum Qualitätsmanagement zu vertiefen. Zertifikate werden jedoch ausschließlich nach ISO 9001 ausgestellt.

 

Branchenspezifische Erweiterungen

Mehrere wichtige Branchennormen bauen normativ auf ISO 9001 auf. IATF 16949 ist die Qualitätsmanagementnorm für die Automobilindustrie, veröffentlicht von der International Automotive Task Force. Nach IATF 16949 zertifizierte Organisationen müssen sowohl die Anforderungen von ISO 9001 als auch die zusätzlichen Anforderungen der Automobilbranche erfüllen.

IA9100 (ehemals AS9100/EN 9100/JISQ 9100) ist eine Qualitätsnorm für die Luft- und Raumfahrt sowie die Verteidigungsindustrie, verantwortet von der International Aerospace Quality Group (IAQG). Die IA9100-Reihe wird derzeit im Zuge der Revision von ISO 9001 harmonisiert. 

ISO 13485 regelt das Qualitätsmanagement für Medizinprodukte. Die Norm ging ursprünglich aus ISO 9001 hervor. Seitdem hat sie sich zu einem eigenständigen Standard entwickelt, der bewusst nicht an die neuesten Aktualisierungen der Harmonized Structure angepasst ist, um den regulatorischen Erwartungen im Medizinproduktesektor Rechnung zu tragen.

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Ab­gren­zung zu ähn­li­chen Normen

ISO 9001 wird manchmal mit ver­wand­ten Kon­zep­ten ver­wech­selt. ISO 9001 ist ein nor­ma­ti­ves Dokument mit au­di­tier­ba­ren, zer­ti­fi­zier­ba­ren An­for­de­run­gen. ISO 9000 de­fi­niert die dafür ver­wen­de­te Ter­mi­no­lo­gie. Total Quality Ma­nage­ment (TQM) ist eine um­fas­sen­de­re Ma­nage­ment­phi­lo­so­phie und keine Spe­zi­fi­ka­ti­on. Bran­chen­spe­zi­fi­sche Schemata wie IATF 16949, IA9100 und ISO 13485 ergänzen die An­for­de­run­gen von ISO 9001 um bran­chen­spe­zi­fi­sche An­for­de­run­gen (oder ersetzen diese im Falle von ISO 13485).

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Über die DQS als Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le

Die­ser Beitrag ist Teil des DQS-Wis­sens­por­tals, einer In­for­ma­ti­ons­quel­le zu Ma­nage­ment­sys­tem­nor­men und Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zes­sen. Die DQS in Kürze:

  • Tradition und Ge­schich­te. Als eine der ersten Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len für Ma­nage­ment­sys­te­me hat die DQS 1986 ihr erstes ISO 9001 Zer­ti­fi­kat aus­ge­stellt. Seit über 40 Jahren au­di­tiert und zer­ti­fi­ziert sie Ma­nage­ment­sys­te­me und Pro­zes­se.
  • Glo­ba­le Präsenz. Die DQS ist mit mehr als 80 Nie­der­las­sun­gen in 60 Ländern ver­tre­ten und arbeitet mit einem welt­wei­ten Netzwerk von über 3.000 Auditoren.
  • Wesentliche Ak­kre­di­tie­run­gen. Akkreditiert für ISO 9001 sowie eine Vielzahl weiterer be­deu­ten­der Normen wie ISO 14001, ISO 45001, ISO 50001 und ISO 27001: So können in­te­grier­te Ma­nage­ment­sys­te­me aus einer Hand zer­ti­fi­ziert wer­den.
  • Netz­werk­mit­glied­schaft. Mit­glied von IQNet, dem in­ter­na­tio­na­len Zer­ti­fi­zie­rungs­netz­werk, das die grenzüberschreitende An­er­ken­nung von DQS-Zer­ti­fi­ka­ten unterstützt.

Die Artikel in diesem Wis­sens­por­tal werden von DQS-Spe­zia­lis­ten verfasst und überprüft, die in der Au­dit­pra­xis mit diesen Normen ar­bei­ten. Soweit zu­tref­fend, werden die Inhalte anhand der ak­tu­el­len Norm­ver­si­on, der of­fi­zi­el­len Veröffentlichungen der norm­ge­ben­den Stelle sowie ak­tu­el­ler re­gu­la­to­ri­scher oder ak­kre­di­tie­rungs­re­le­van­ter Vorgaben überprüft. Dieser Artikel wurde zuletzt am 25. August 2026 überprüft.

Häufig ge­stell­te Fragen zu ISO 9001

Ist ISO 9001 verbindlich?

ISO 9001 ist eine frei­wil­li­ge in­ter­na­tio­na­le Norm. Sie wird jedoch häufig ver­trag­lich vor­ge­schrie­ben: von Kunden, Partnern in der Lie­fer­ket­te oder im Rahmen öffentlicher Ver­ga­be­ver­fah­ren. In einigen Ländern ist ein Ma­nage­ment­sys­tem nach ISO 9001 ge­setz­lich oder durch Bran­chen­vor­schrif­ten vor­ge­schrie­ben, auch wenn das Zer­ti­fi­kat selbst nicht er­for­der­lich ist.

Was ist die aktuelle Version von ISO 9001?

Die derzeit aktuelle Version ist (DIN EN) ISO 9001:2015. Die Veröffentlichung der überarbeiteten Norm wird für Sep­tem­ber 2026 er­war­tet. Nach der Veröffentlichung von ISO 9001:2026 ist eine dreijährige Übergangsfrist von der alten Norm­ver­si­on auf die neue vor­ge­se­hen.

Was ändert sich in ISO 9001:2026?

Die Revision von ISO 9001 ist als Wei­ter­ent­wick­lung an­ge­legt, nicht als grund­le­gen­de Neu­ge­stal­tung. Zu den bestätigten Änderungen gehören die ausdrückliche Ein­be­zie­hung des Kli­ma­wan­dels in Ab­schnitt 4.1 (Kon­text), er­wei­ter­te An­for­de­run­gen an die Führungsebene zu Qualitätskultur und ethi­schem Ver­hal­ten sowie eine neu struk­tu­rier­te Be­trach­tung von Risiken und Chancen in Ab­schnitt 6.1. Auch Ab­schnitt 7.3 (Be­wusst­sein) wird ent­spre­chend er­wei­tert. Die Grund­struk­tur (Har­mo­ni­zed Struc­tu­re, ehemals High Level Struc­tu­re) sowie der pro­zess­ori­en­tier­te Ansatz bleiben er­hal­ten, sodass die Logik der ein­zel­nen Ab­schnit­te vertraut bleibt.

Wie lange dauert die Übergangsphase nach der Veröffentlichung von ISO 9001:2026?

Die Ak­kre­di­tie­rungs­re­geln von IAF/GAC sehen nach der Veröffentlichung einer überarbeiteten Norm für Ma­nage­ment­sys­te­me eine dreijährige Übergangsfrist vor. Zer­ti­fi­ka­te nach DIN EN ISO 9001:2015 behalten während dieses Zeit­raums ihre Gültigkeit. Das genaue Enddatum wird von der Global Ac­cre­di­ta­ti­on Co­ope­ra­ti­on In­cor­po­ra­ted (ehemals IAF In­ter­na­tio­nal Ac­cre­di­ta­ti­on Forum) bestätigt, sobald die neue Version veröffentlicht ist.

Was ist der Unterschied zwischen ISO 9001 und ISO 9000?

ISO 9000 de­fi­niert die grund­le­gen­den Kon­zep­te, Grundsätze und Begriffe des Qualitätsmanagements. Sie ist eine nützliche Referenz zum besseren Verständnis bei der Um­set­zung, stellt selbst aber keine Zer­ti­fi­zie­rungs­grund­la­ge dar. ISO 9001 legt dagegen die zer­ti­fi­zier­ba­ren An­for­de­run­gen an ein Qualitätsmanagementsystem fest. Or­ga­ni­sa­tio­nen werden nach ISO 9001 zer­ti­fi­ziert, nicht nach ISO 9000.

Zertifiziert ISO 9001 Produkte?

Nein. ISO 9001 legt An­for­de­run­gen an ein Qualitätsmanagementsystem fest, das Un­ter­neh­men dabei unterstützt, Produkte und Dienst­leis­tun­gen zuverlässig und in gleich­blei­ben­der Qualität be­reit­zu­stel­len. Dies gilt im Einklang mit Kun­den­an­for­de­run­gen sowie ge­setz­li­chen und behördlichen Vor­ga­ben. Zer­ti­fi­ziert werden dabei nicht die Produkte oder Dienst­leis­tun­gen selbst, sondern das Ma­nage­ment­sys­tem der Or­ga­ni­sa­ti­on. Die Pro­dukt­zer­ti­fi­zie­rung ist ein eigenständiger Bereich, der durch andere Normen und Konformitätsbewertungsverfahren geregelt wird.

In welchem Zusammenhang steht ISO 9001 mit IATF 16949, IA9100 und ISO 13485?

IATF 16949 und IA9100/AS9100 sind bran­chen­spe­zi­fi­sche Normen, die die An­for­de­run­gen von ISO 9001 übernehmen und um zusätzliche An­for­de­run­gen der Au­to­mo­bil- be­zie­hungs­wei­se Luft- und Raum­fahrt­in­dus­trie ergänzen. ISO 13485 ging his­to­risch aus ISO 9001 hervor, hat sich seitdem jedoch zu einer eigenständigen Norm für das Qualitätsmanagement von Me­di­zin­pro­duk­ten ent­wi­ckelt. Sie wird bewusst nicht an die neuesten Ak­tua­li­sie­run­gen der Har­mo­ni­zed Struc­tu­re an­ge­passt, um für Medizinprodukte-Aufsichtsbehörden stabil zu blei­ben.