Standpunkte der DQS als unabhängige, akkreditierte Zertifizierungsstelle. 

ISO 14001 ist die internationale Norm für Umweltmanagementsysteme. Sie legt Anforderungen fest, anhand derer eine Organisation ihre Umweltleistung verbessern, Compliance-Verpflichtungen erfüllen und Umweltziele auf strukturierte Weise verfolgen kann. Aktuell gültig ist die am 15. April 2026 veröffentlichte Version ISO 14001:2026, die ihre Vorgängerversion ISO 14001:2015 ablöst. Zertifizierte Unternehmen mit einem alten ISO 14001 Zertifikat haben eine dreijährige Übergangsfrist bis zum 30. April 2029, um auf die neue Version umzustellen.

Die Norm wird von Organisationen aller Größen und Branchen angewendet, darunter auch solchen, die gegenüber Kunden, Aufsichtsbehörden, Partnern in der Lieferkette, Investoren und anderen relevanten Dritten die Reife ihres Umweltmanagements nachweisen.

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Zur ISO 14001 Zer­ti­fi­zie­rung mit der DQS

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

PunktDetail
Vollständiger TitelDIN EN ISO 14001:2026-06 – Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung
Herausgegeben vonInternationale Organisation für Normung (ISO), Technisches Komitee ISO/TC 207/SC 1
Erstveröffentlichung1996
Aktuelle VersionISO 14001:2026, veröffentlicht am 15. April 2026. Zertifikate nach ISO 14001:2015 behalten während einer dreijährigen Übergangsphase bis zum 30. April 2029 ihre Gültigkeit.
Art des ManagementsystemsUmweltmanagementsystem (UMS)
Gilt fürOrganisationen jeder Größe und aus allen Branchen, privatwirtschaftlich, öffentlich und gemeinnützig, die ihre Umweltverantwortung systematisch steuern möchten.
ZertifizierbarJa. Die unabhängige Zertifizierung durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle ist die am weitesten anerkannte Nachweisform.
StrukturHarmonized Structure (früher High Level Structure, Anhang SL); Abschnitte 1–3 (Einleitung) und Abschnitte 4–10 (Anforderungen)
Verwandte NormenEMAS, ISO 50001, ISO 9001, ISO 45001

 

Warum Unternehmen auf ISO 14001 setzen

Wachsende regulatorische Anforderungen

Umweltvorschriften werden immer umfangreicher und wirken zunehmend über Ländergrenzen hinweg. In der Europäischen Union verpflichten mehrere Rechtsinstrumente, darunter die überarbeitete Industrieemissionsrichtlinie (IED 2.0), die CSRD, die CSDDD sowie die EU-Taxonomie, Organisationen zunehmend dazu, Umweltauswirkungen im eigenen Geschäftsbetrieb und in den Wertschöpfungsketten zu ermitteln, zu steuern und offenzulegen.

Nationale Vorschriften in den Bereichen Umwelt, Abfall, Wasser und Chemikalien kommen hinzu. ISO 14001 ersetzt keine dieser gesetzlichen Anforderungen. Ihr Grundprinzip (Ermittlung von Compliance-Verpflichtungen, Maßnahmen zu deren Erfüllung und Nachweis der Umsetzung) entspricht jedoch genau dem, was Regulierungsbehörden von einer verantwortungsvoll geführten Organisation erwarten.

IED: Industrial Emissions Directive
CSRD: Corporate Sustainability Reporting Directive
CSDDD: Corporate Sustainability Due Diligence Directive  

 

Markterwartungen und ESG-Berichterstattung

Kunden und Investoren ziehen bei der Auswahl und Bewertung von Lieferanten sowie der Kapitalallokation zunehmend Umweltkriterien heran. Standards für die Offenlegung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG), etwa die Europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS) im Rahmen der CSRD und die IFRS-Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (IFRS S1/S2), verlangen von Organisationen, offenzulegen, wie sie Umweltrisiken steuern.

Ein akkreditiertes ISO 14001 Zertifikat gilt in Fragebögen zur Lieferkette und bei ESG-Ratings häufig als Nachweis dafür, dass eine Organisation ein extern verifiziertes Umweltmanagementsystem betreibt. Die Revision von ISO 14001 im Jahr 2026 stärkt diesen Zusammenhang: Sie verlangt von Organisationen ausdrücklich, bei der Kontextanalyse Aspekte wie den Grad der Umweltverschmutzung, den Klimawandel, die Ressourcenverfügbarkeit sowie die biologische Vielfalt und den Zustand des Ökosystems zu berücksichtigen.

 

Vom Standort zum Lebenszyklus

Seit mehr als einem Jahrzehnt verlagert sich der Fokus in ISO 14001 vom eigenen Standort hin zu einer umfassenderen Lebenszyklusperspektive. Die Überarbeitung von 2026 vertieft diesen Aspekt nochmals: Die Anforderungen zu Kontext, Planung und Betrieb berücksichtigen vor- und nachgelagerte Umweltauswirkungen stärker als zuvor. Die Terminologie hat sich von "ausgelagerten Prozessen" zu "extern bereitgestellten Prozessen, Produkten und Dienstleistungen" verschoben. Das spiegelt die Erwartung wider, dass Organisationen die Umweltleistung ihrer Lieferkette systematisch steuern.

 

ISO 14001 Kernanforderungen

ISO 14001:2026 folgt der Harmonized Structure, die allen modernen Managementsystemnormen gemeinsam ist. Auf die einleitenden Abschnitte 1 bis 3 (Anwendungsbereich, normative Verweise, Begriffe) folgen die Abschnitte 4 bis 10 mit konkreten Anforderungen, die nach dem PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) gegliedert sind:

4 Kontext der Organisation

Die Organisation ermittelt die für ihr Umweltmanagementsystem (UMS) relevanten internen und externen Themen, einschließlich Umweltbedingungen wie Klimawandel, Biodiversität, Zustand des Ökosystems, Verschmutzungsgrad und Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen. Sie ermittelt die Bedürfnisse und Erwartungen der interessierten Parteien, zum Beispiel Kunden, Aufsichtsbehörden, Mitarbeitende und Investoren, und definiert den Anwendungsbereich des UMS auf der Grundlage der Lebenswegbetrachtung.

5 Führung

Die oberste Leitung ist für die Wirksamkeit des UMS verantwortlich. Dieses Kapitel behandelt die Führung und Verpflichtung, die Umweltpolitik sowie die Zuweisung von Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnissen. Die oberste Leitung integriert Umweltanforderungen in die Geschäftsprozesse der Organisation und stellt sicher, dass das Managementsystem die beabsichtigten Ergebnisse erzielt.

6 Planung

Organisationen ermitteln die Umweltaspekte ihrer Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen, legen Umweltziele und bindende Verpflichtungen fest und planen Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen. Die Überarbeitung von 2026 führt zudem eine neue Anforderung ein, Änderungen, die sich auf die beabsichtigten Ergebnisse des Systems auswirken können, zu planen und zu steuern.

7 Unterstützung

Die Anforderungen umfassen die Ressourcen, die Kompetenz, das Bewusstsein, die Kommunikation und die dokumentierten Informationen, die für ein wirksames Umweltmanagementsystem erforderlich sind.

8 Betrieb

Die Organisation richtet eine betriebliche Planung und Steuerung ein, einschließlich der Steuerung von extern bereitgestellten Prozessen, Produkten und Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette. Anforderungen an die Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr stellen sicher, dass potenzielle Umweltvorfälle antizipiert und bewältigt werden.

9 Bewertung der Leistung

Die Organisation überwacht, misst, analysiert und bewertet ihre Umweltleistung sowie die Einhaltung von bindenden Verpflichtungen. Interne Audits umfassen neben Umfang und Auditkriterien auch explizite Auditziele. Die Managementbewertung befasst sich mit der Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit des Umweltmanagementsystems.

10 Verbesserung

Nichtkonformitäten werden durch Korrekturmaßnahmen behoben, um die Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit des UMS fortlaufend zu verbessern. Die Überarbeitung von 2026 führt hier lediglich geringfügige terminologische Aktualisierungen ein, ohne den Kernansatz zur Verbesserung der Umweltleistung zu ändern.

 

Zielgruppen und Anwendungsbereiche

ISO 14001 ist branchenunabhängig. Organisationen setzen die Norm aus unterschiedlichen Gründen um. Häufig sind es direkte Umweltauswirkungen, die von Bedeutung sind, etwa in der industriellen Produktion, Energie- und Abfallwirtschaft, im Bergbau, in der Chemieindustrie, im Verkehrswesen oder im Baugewerbe. Ebenso spielen gesetzliche Auflagen eine Rolle, etwa für Standorte mit genehmigungspflichtigen Anlagen oder für Organisationen, die unter Emissionshandelssysteme fallen, oder für Lieferanten in regulierten Wertschöpfungsketten. Hinzu kommen die Erwartungen von interessierten Parteien, etwa bei verbraucherorientierten Marken, öffentlichen Einrichtungen oder Finanzinstituten, die ihre Umweltleistung gegenüber Investoren offenlegen.

Organisationen jeder Größe nutzen ISO 14001, um Umweltverantwortlichkeiten zu formalisieren. Zu den typischen Anwendungsbereichen zählen: 

  • Fertigung und industrielle Betriebe, wo ISO 14001 genehmigungsbezogene Verpflichtungen und Anforderungen an Lieferanten untermauert.
  • Energie und Versorgungsunternehmen, wo die Norm häufig mit ISO 50001 (Energiemanagement) kombiniert wird.
  • Bauwesen und Infrastruktur, wo Umweltanforderungen zunehmend in Ausschreibungsunterlagen verankert sind.
  • Der öffentliche Sektor,wo ISO 14001 den Nachweis verantwortungsvollen Umweltmanagements gegenüber Bürgern und Aufsichtsbehörden unterstützt.
  • Der Dienstleistungssektor, wo die Umweltleistung in erster Linie anhand von Energieverbrauch, Beschaffungsentscheidungen, Geschäftsreisen und Abfallwirtschaft bewertet wird.
  • Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist die Zertifizierung häufig ein Weg, sich als Lieferant für größere Kunden zu qualifizieren, die ISO 14001 vertraglich verlangen. 

Ein gut konzipiertes Umweltmanagementsystem unterstützt fundierte Entscheidungen, indem es Führungskräften und dem operativen Management zuverlässige Informationen über Umweltaspekte, Rechtskonformität und Leistungstrends liefert. Es bietet eine strukturierte Basis für datengestütztes Umweltmanagement: Das Managementsystem selbst handelt nicht, es befähigt die Beschäftigten in der Organisation, mit besseren Informationen zu agieren.

 

Verwandte Normen

Harmonisierte Struktur und typische Kombinationen

Die Harmonized Structure (früher "High Level Structure") bedeutet, dass sich ISO 14001 problemlos mit anderen Managementsystemnormen kombinieren lässt. Am häufigsten wird ISO 14001 mit ISO 9001 (Qualität) und ISO 45001 (Arbeitsschutz) kombiniert. Wenn Energie ein wesentlicher Aspekt ist, fügen Organisationen häufig ISO 50001 (Energiemanagement) hinzu. Dort, wo sich Umwelt- und Informationssicherheitsrisiken überschneiden (zum Beispiel Rechenzentren), lässt sich ISO 14001 auch mit ISO 27001 kombinieren. Organisationen, die mehrere Managementsystemen betreiben, nutzen häufig Synergien und fassen die Kontextanalyse, die internen Audits, die Managementbewertung und die Dokumentation in einem einzigen integrierten Managementsystem zusammen.

 

Die ISO 14000-Familie

ISO 14001 ist Teil der umfassenden ISO 14000-Familie von Normen rund um Umweltmanagement. Bei den meisten Normen handelt es sich um Leitfäden, die selbst nicht zertifizierbar sind: unter anderem ISO 14004 (allgemeine Leitlinien zur Umsetzung von Umweltmanagementsystemen), ISO 14005 (schrittweise Umsetzung von Umweltmanagementsystemen) und ISO 14006 (Integration von Ökodesign). 

ISO 14040 und ISO 14044 legen die Grundsätze und Anforderungen für Ökobilanzen (Life Cycle Assessment) fest: ISO 14040 beschreibt den methodischen Rahmen, ISO 14044 die konkreten Anforderungen an Datenerhebung, Wirkungsabschätzung und Auswertung.

Die ISO 14064-Familie befasst sich mit der Bilanzierung und Verifizierung von Treibhausgasen auf Organisationsebene und Projektebene. Die Norm ISO 14067 befasst sich mit dem CO₂-Fußabdruck von Produkten. Diese Normen werden neben ISO 14001 zunehmend als Verifizierungsstandards genutzt, insbesondere im Zusammenhang mit Offenlegungspflichten zum Klimawandel.

 

Verwandte und branchenspezifische Systeme

Mehrere zertifizierbare Managementsysteme knüpfen an ISO 14001 an oder bauen darauf auf:

  • EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist das Umweltmanagementsystem der Europäischen Union. EMAS verlangt die Einhaltung von ISO 14001 und fügt weitere Anforderungen hinzu, insbesondere eine extern validierte Umwelterklärung und die nachgewiesene kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung. Die EMAS-Validierung erfolgt durch Registrierung, nicht durch Zertifizierung, und unterliegt EU-Rechtsvorschriften statt den ISO-Normen.
  • ISO 50001 legt Anforderungen an ein Energiemanagementsystem fest. Es handelt sich um eine eigenständige, zertifizierbare Norm, deren Grundstruktur und Logik ISO 14001 entsprechen. Das macht sie zu einer natürlichen Erweiterung, sofern Energie ein wesentlicher Umweltaspekt ist.

 

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Ab­gren­zung zu ähn­li­chen Stan­dards

ISO 14001 wird ge­le­gent­lich mit Stan­dards für die Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung ver­wech­selt, etwa mit denen der Global Re­port­ing In­itia­ti­ve (GRI), den European Sus­taina­bi­li­ty Re­port­ing Stan­dards (ESRS) und den IFRS-Stan­dards zur Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung. Diese Stan­dards legen fest, was eine Or­ga­ni­sa­ti­on über ihre Um­welt­leis­tung of­fen­legt. Sie beziehen sich jedoch nicht auf das Ma­nage­ment­sys­tem, das diese Um­welt­leis­tung steuert. ISO 14001 und die Be­richts­stan­dards ergänzen sich daher eher, als dass sie sich ge­gen­sei­tig er­set­zen.

Ihre Organisation hat bereits ein Umweltmanagementsystem eingeführt und Sie erwägen nun eine unabhängige Zertifizierung? Erfahren Sie mehr auf unserer Produktseite zur ISO 14001 Zertifizierung.

Über die DQS als Zertifizierungsstelle

Die­ser Beitrag ist Teil des DQS-Wis­sens­por­tals, einer In­for­ma­ti­ons­quel­le zu Ma­nage­ment­sys­tem­nor­men und Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zes­sen. Die DQS in Kürze:

  • Tradition und Ge­schich­te. Als eine der ersten Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len für Ma­nage­ment­sys­te­me in Deutsch­land hat die DQS ihr erstes ISO 9001 Zer­ti­fi­kat im Jahr 1986 aus­ge­stellt. Für ISO 14001 ist sie seit deren Erstveröffentlichung 1996 ak­kre­di­tiert. Seit über 40 Jahren au­di­tiert und zer­ti­fi­ziert sie Ma­nage­ment­sys­te­me und Pro­zes­se.
  • Globale Präsenz. Die DQS ist mit mehr als 80 Nie­der­las­sun­gen in 60 Ländern ver­tre­ten und arbeitet mit einem welt­wei­ten Netzwerk von mehr als 3.000 Auditoren.
  • Wesentliche Ak­kre­di­tie­run­gen. Akkreditiert für ISO 14001 sowie eine Vielzahl weiterer be­deu­ten­der Normen wie ISO 9001, ISO 45001, ISO 50001 und ISO 27001: So können in­te­grier­te Ma­nage­ment­sys­te­me aus einer Hand zer­ti­fi­ziert wer­den.
  • Netzwerkmitgliedschaft. Mit­glied von IQNet, dem in­ter­na­tio­na­len Zer­ti­fi­zie­rungs­netz­werk, das die grenzüberschreitende An­er­ken­nung von DQS-Zer­ti­fi­ka­ten unterstützt.

Alle Beiträge werden von DQS-Ex­per­ten ver­fasst, die in der Au­dit­pra­xis mit diesen Normen ar­bei­ten. Soweit zu­tref­fend, werden die Inhalte anhand der ak­tu­el­len Norm­ver­si­on, der of­fi­zi­el­len Veröffentlichungen der norm­ge­ben­den Stelle sowie ak­tu­el­ler re­gu­la­to­ri­scher oder ak­kre­di­tie­rungs­re­le­van­ter Vorgaben überprüft. Dieser Artikel wurde zuletzt am 28. August 2026 ak­tua­li­siert.

Häufig ge­stell­te Fragen zu ISO 14001

Ist ISO 14001 verbindlich vorgeschrieben?

ISO 14001 ist eine frei­wil­li­ge in­ter­na­tio­na­le Norm für Um­welt­ma­nage­ment­sys­te­me. Sie wird jedoch häufig ver­trag­lich von Kunden, Partnern in der Lie­fer­ket­te oder im Rahmen der öffentlichen Auf­trags­ver­ga­be ver­langt. In einigen Branchen und Rechtsräumen ver­pflich­ten Vor­schrif­ten oder Be­triebs­ge­neh­mi­gun­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen zu Um­welt­ma­nage­ment­an­for­de­run­gen, die in­halt­lich ISO 14001 ent­spre­chen, auch wenn das Zer­ti­fi­kat selbst nicht ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben ist.

Was ist die aktuelle Version von ISO 14001?

Die aktuelle Version ist ISO 14001:2026. Sie wurde am 15. April 2026 veröffentlicht und ersetzt ISO 14001:2015. Zer­ti­fi­ka­te nach ISO 14001:2015 bleiben bis zum Ende der dreijährigen Übergangsfrist am 30. April 2029 gültig. Das wurde durch die Global Ac­cre­di­ta­ti­on Co­ope­ra­ti­on (GAC, ehemals In­ter­na­tio­nal Ac­cre­di­ta­ti­on Forum, IAF) bestätigt. Die deutsche DIN-Norm ist im Juni 2026 als DIN EN ISO 14001:2026-06 er­schie­nen.

Was hat sich in ISO 14001:2026 geändert?

Die Ak­tua­li­sie­rung von ISO 14001 im April 2026 ist ein ge­ziel­ter, aber be­hut­sa­mer Schritt hin zu einem stra­te­gi­sche­ren Um­welt­ma­nage­ment. Statt grund­le­gen­der Neue­run­gen liegt der Fokus auf Klar­stel­lun­gen und er­wei­ter­ten An­wen­dungs­hin­wei­sen, zum Beispiel auf:

  • ei­nem ausdrücklichen Verweis auf Kli­ma­wan­del, Biodiversität, Zustand des Ökosystems, Um­welt­ver­schmut­zung und Ressourcenverfügbarkeit im Ab­schnitt zum Kon­text
  • ei­ner stärkeren Le­bens­zy­klus­per­spek­ti­ve bei der Fest­le­gung des An­wen­dungs­be­reichs
  • ei­ner klareren Trennung zwischen Um­welt­aspek­ten und all­ge­mei­ne­ren Risiken und Chan­cen
  • ei­nem neuen Ab­schnitt zur Planung und zum Ma­nage­ment von Veränderungen
  • einer neuen An­for­de­rung, dass bei internen Audits ex­pli­zi­te Au­dit-Zie­le fest­ge­legt werden müssen
Inwiefern steht ISO 14001 im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der CSRD-Berichterstattung?

ISO 14001:2026 verlangt von Or­ga­ni­sa­tio­nen, den Kli­ma­wan­del als Teil ihres Kontexts und, sofern re­le­vant, als Com­pli­ance-Ver­pflich­tung und Ri­si­ko­quel­le zu berücksichtigen. Die Norm wird zu­neh­mend in Ver­bin­dung mit ISO 14064 (Bi­lan­zie­rung und Ve­ri­fi­zie­rung von Treib­haus­ga­sen) an­ge­wen­det und dient als Grund­la­ge für die Um­welt­anga­ben, die im Rahmen von Stan­dards wie den European Sus­taina­bi­li­ty Re­port­ing Stan­dards (ESRS) und den IFRS-Stan­dards zur Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung er­for­der­lich sind. ISO 14001 erfüllt für sich genommen zwar nicht die CSRD-Be­richts­an­for­de­run­gen, unterstützt jedoch die zugrunde liegende Ma­nage­ment- und Da­ten­in­fra­struk­tur, die für eine glaubwürdige Be­richt­erstat­tung er­for­der­lich ist.

Was ist der Unterschied zwischen ISO 14001 und EMAS?

ISO 14001 ist eine in­ter­na­tio­nal an­wend­ba­re, zer­ti­fi­zier­ba­re Norm. EMAS (Eco-Ma­nage­ment and Audit Scheme) ist ein Um­welt­ma­nage­ment­sys­tem der Europäischen Union, geregelt durch die EMAS-Ver­ord­nung, das die Ein­hal­tung von ISO 14001 vor­schreibt und zusätzliche Ver­pflich­tun­gen vor­sieht, darunter die Veröffentlichung einer ve­ri­fi­zier­ten Umwelterklärung. Die EMAS-Va­li­die­rung erfolgt durch die Be­gut­ach­tung zu­ge­las­se­ner Um­welt­gut­ach­ter sowie durch die Re­gis­trie­rung im europäischen Stand­ort­re­gis­ter durch die zuständige Stel­le.

Wird bei ISO 14001 das Niveau der Umweltleistung zertifiziert?

Nein. Zer­ti­fi­ziert wird das Um­welt­ma­nage­ment­sys­tem einer Or­ga­ni­sa­ti­on, also die Pro­zes­se, mit denen die Um­welt­leis­tung fort­lau­fend ver­bes­sert werden kann. Ein Zer­ti­fi­kat nach ISO 14001 sagt aber nichts über ein be­stimm­tes Leis­tungs­ni­veau. Die Norm schreibt auch keine ab­so­lu­ten Leis­tungs­wer­te vor (etwa einen be­stimm­ten CO₂-Ausstoß oder En­er­gie­ver­brauch). Zwei zer­ti­fi­zier­te Or­ga­ni­sa­tio­nen können daher sehr un­ter­schied­li­che tatsächliche Um­welt­leis­tun­gen auf­wei­sen und trotzdem beide norm­kon­form sein, solange sie ihre eigenen, selbst fest­ge­leg­ten Um­welt­zie­le sys­te­ma­tisch ver­fol­gen und fort­lau­fend ver­bes­sern.

Was ist der Unterschied zwischen ISO 14001 und ISO 50001?

ISO 14001 deckt die gesamte Band­brei­te der Um­welt­aspek­te ab: Emis­sio­nen, Abfall, Wasser, Biodiversität, Ma­te­ria­li­en und Energie etc. ISO 50001 kon­zen­triert sich dagegen ausschließlich auf das En­er­gie­ma­nage­ment, etwa auf En­er­gie­ef­fi­zi­enz und En­er­gie­ver­brauch. Die beiden Normen sind so kon­zi­piert, dass sie sich ergänzen: Or­ga­ni­sa­tio­nen mit hohem En­er­gie­ver­brauch lassen sich häufig nach beiden Normen zer­ti­fi­zie­ren und in­te­grie­ren das En­er­gie­ma­nage­ment in ihr um­fas­sen­de­res Um­welt­ma­nage­ment­sys­tem.

Ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on hat bereits ein Um­welt­ma­nage­ment­sys­tem auf Basis von ISO 14001 eta­bliert und erwägt nun eine unabhängige Zer­ti­fi­zie­rung oder den Übergang zur neuen Norm­ver­si­on von 2026? Erfahren Sie mehr auf unserer Pro­dukt­sei­te zur ISO 14001 Zer­ti­fi­zie­rung.