Kreislaufwirtschaft auf nationaler und auf EU-Ebene
Cirlular Economy in Deutschland
Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) der Bundesregierung soll Ziele und Maßnahmen in Deutschland für ein zirkuläres Wirtschaften und zur Schonung von Ressourcen aus allen bestehenden Strategien so zusammenzuführen, dass die im Koalitionsvertrages festgelegte Senkung des primären Rohstoffbedarfs erreicht werden kann. Die NKWS soll gleichzeitig einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastung, zum Schutz der Biodiversität und zum Klimaschutz leisten.
So sollen etwa in der Grundstoffindustrie durch verstärkte Kreislaufführung und Nutzung sekundärer Rohstoffe THG-Emissionen und der Energieverbrauch erheblich reduziert werden. Denn: Der überwiegende Teil der THG-Emissionen entsteht nicht etwa in der Produktion, sondern bei der Gewinnung von Rohstoffen. Gleichzeitig soll die NKWS in Deutschland einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung der Rohstoffversorgung leisten, etwa bei seltenen Erden, und damit die Abhängigkeit von Rohstoffimporten reduzieren.
Circular Economy Action Plan der EU
Bereits im März 2020 hat die Europäische Kommission ihren neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft (CEAP) veröffentlicht. Er ist ein wichtiger Bestandteil des Europäischen Green Deals, der europäischen Agenda für nachhaltiges Wachstum. „Der Übergang der EU zu einer Kreislaufwirtschaft soll den Druck auf die natürlichen Ressourcen verringern und nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplätze schaffen“, wie es in einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission heißt. Der Plan gilt als Voraussetzung, um die EU-Ziele in Bezug auf die Klimaneutralität zu erreichen und den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten.
Der Aktionsplan der EU enthält Initiativen entlang des gesamten Lebenszyklus von Produkten. Im Mittelpunkt steht die Gestaltung von Produkten, die Förderung von Kreislaufwirtschaftsprozessen und nachhaltigem Konsum sowie die Vermeidung von Abfällen und den Verbleib verwendeter Ressourcen innerhalb der EU-Wirtschaft. Dies soll sowohl mit gesetzgeberischen, als auch zivilen Maßnahmen erreicht werden.
Circular Economy im Kontext der Normung
Um die im Green Deal und dem nationalen Klimaschutzgesetz 2021 beziehungsweise seiner Überarbeitung im Jahr 2023 (Klimaschutzprogramm) formulierten Ziele zu erreichen, ist nach Auffassung der Bundesregierung der schnelle Übergang der zurzeit noch vorherrschenden linearen Wirtschaft zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft unerlässlich. Normung und Standardisierung von Prozessen und Produkten soll dabei eine Schlüsselrolle spielen.
DIN (Deutsches Institut für Normung), DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) und VDI (Verein Deutscher Ingenieure) haben deshalb zusammen mit Spezialisten aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft die „Deutsche Normungsroadmap" zum Thema Circular Economy entwickelt.
Die Absicht dieses Aktionsplans ist es, eine Grundlage für Normen und Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen und so eine Kreislaufwirtschaft in der Praxis überhaupt erst zu ermöglichen. Im Zentrum der Roadmap stehen sieben Schwerpunkte, für die eine auf Nachhaltigkeit angelegte Normung der Wertschöpfungskette besonders notwendig erscheint, und die sich an den Fokusthemen des Circular Economy Action Plan der EU orientieren:
- Digitalisierung, Geschäftsmodelle, Management
- Elektrotechnik, Informations- und Kommunikationstechnik
- Batterien
- Verpackungen
- Kunststoffe
- Textilien
- Bauwerke und Kommunen
Zu diesen Schwerpunktthemen existieren bereits rund 2.100 Einzelnormen. Sie können alle für Circular Economy relevant sein und werden nun auf das Thema zielend neu betrachtet. Branchenübergreifend konnten zudem fünf „Querschnittsthemen“ identifiziert werden, die mittels Normen und Umweltstandards vorangebracht werden können:
- Nachhaltigkeitsbewertung
- Lebensdauerverlängerung
- Digitaler Produktpass
- Recyclingfähigkeit
- End of Waste (Ende der Abfalleigenschaft)