An seinem Hauptsitz im schwäbischen Eislingen hat das Chemieunternehmen Zeller+Gmelin das Ziel der Klimaneutralität erreicht, und zwar bereits 2020. Der Grundstein dafür wurde damals in zahlreichen Energieeinsparprojekten geschaffen. Was hat sich seither bei dem Schmierstoff- und Druckfarbenhersteller in puncto Klimamanagement getan? Im Interview mit der DQS: Gülen Ak berichtet über die Entwicklung des CO₂-Fußabdrucks und das integrierte Managementsystem des Unternehmens. Die Leiterin für Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagement, Nachhaltigkeit und Klimaneutralität ist seit 28 Jahren bei Zeller+Gmelin tätig und zudem seit vielen Jahren Auditorin der DQS bei Chemieunternehmen und internationalen Konzernen.
Was bedeutet Klimamanagement?
„Unternehmerisches Klimamanagement zielt auf die Identifikation, Erfassung, aktive Minderung und Vermeidung relevanter Emissionsquellen und Emissionen am Standort sowie aus vor- und nachgelagerten Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette ab und schließt auch die interne und externe Berichterstattung zum Umgang mit dem Klimawandel mit ein.
Die Wertschöpfungskette umschreibt dabei die Stufen der Produktion beziehungsweise Wertschöpfung als eine geordnete Reihung von Aktivitäten und Prozessen. Vorgelagerte Stufen beinhalten zum Bispiel die Herstellung von Vorprodukten oder eingekaufte Transportdienstleitungen, nachgelagerte Stufen betreffen unter anderem die Nutzung und die Entsorgung eines Produktes.
Konzeptionell ist das Klimamanagement Teil des unternehmerischen Umweltmanagements, welches darüber hinaus Bereiche wie Abwasser, Abfall, etc. umfasst. Das Umweltmanagement selbst wird neben den Bereichen Ökonomie und Soziales als Teil des unternehmerischen Nachhaltigkeitsmanagements gesehen.“
Quelle: Unternehmerisches Klimamanagement entlang der Wertschöpfungskette, hg. von WWF Deutschland und Carbon Disclosure Project (CDP)
Einführung von Klimamanagement – wie geht das?
„(…) Klimamanagement (enthält) eine langfristigere, strategische Auseinandersetzung mit direkt und indirekt verantworteten Emissionsquellen und geschäftsrelevanten Auswirkungen des Klimawandels auf das Unternehmen.
Es werden hierfür die relevanten Emissionsquellen auch aus vor- und nachgelagerten Aktivitäten identifiziert sowie nach Emissionshöhe, Chancen und Risiken sowie externen Anforderungen priorisiert. Die Datenerfassung sowie aktive Steuerung entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfordert – je nach Emissionskategorie – die aktive Zusammenarbeit mit Lieferanten, Geschäftspartnern oder auch den eigenen Beschäftigten.“
Quelle: Unternehmerisches Klimamanagement entlang der Wertschöpfungskette, hg. von WWF Deutschland und Carbon Disclosure Project (CDP)
Unser Lesetipp: Neue ISO-Anforderungen zum Klimawandel
Das Internationale Akkreditierungsforum (IAF) und die Internationale Organisation für Normung (ISO) haben am 22. Februar 2024 beschlossen, 31 Managementsystemnormen wie ISO 9001 oder ISO 14001 um eine Risikobetrachtung bezogen auf den Klimawandel zu ergänzen. Die beiden neuen Anforderungen gelten mit sofortiger Wirkung.
Vertiefen Sie Ihr Wissen und erfahren Sie mehr in unserem Beitrag Neue ISO-Anforderungen zum Klimawandel.
Klimaneutralität für Deutschland – die Gesetzeslage
Mit der letzten Überarbeitung des Klimaschutzgesetzes 2021 wurden die Klimaschutzvorgaben noch einmal verschärft. Das Ziel der Treibhausgasneutralität soll nun bereits 2045 (statt 2050) erreicht sein, bis 2030 sollen die Emissionen gegenüber 1990 um 65 Prozent sinken, bis 2040 um 88 Prozent. Für die 2030er-Jahre sind konkrete jährliche Minderungsziele vorgesehen. Nach 2050 sollen die Emissionen dann negativ sein. Das bedeutet, dass in Deutschland in Summe mehr Treibhausgase in natürlichen Senken gebunden als emittiert werden. Ein Expertenrat erstellt alle zwei Jahre ein Gutachten über den Stand der jeweiligen Zielerreichung.
Carbon Footprint
12 Fragen – 12 Antworten zur Klimaneutralität
Voraussetzung dafür ist die Quantifizierung der THG-Emissionen und die Aufstellung einer THG-Bilanz. Erst dann erkennen Sie, welche Stellschrauben Sie nutzen können. In unserem kostenfreien Whitepaper erfahren Sie mehr. Aus dem Inhalt:
- Unterschied zwischen Corporate und Product Carbon Footprint
- Normen und Standards, die bei der Umsetzung unterstützen
- Tools zur Berechnung und Bilanzierung
von Tyrone Adu Bafffour, DQS-Normexperte für Energie- und Klimamanagement
Die aktuellen Daten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz* zeigen, dass das Klimaschutzziel für 2030 entgegen früheren Annahmen durchaus erreichbar ist. Die vor drei Jahren noch bestehende Klimaschutzlücke, kann bis 2030 vollständig geschlossen werden, sofern wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt: Neuere Prognosen gehen nämlich davon aus, dass bis dahin ein Rückgang im Verhältnis zu 1990 um annähernd 64 Prozent (und nicht nur um 49 Prozent, wie 2021 noch angenommen) erreicht wird. Das Ziel sind 65 Prozent.
Dabei ist – je nach Sektor – eine Übererfüllung (Energie, Industrie, Landwirtschaft, Sonstiges) wie auch eine Untererfüllung zu beobachten (Verkehr, Gebäude). Besonders in den beiden letztgenannten Sektoren besteht mit Blick auf die Fernziele bis 2045 noch erheblicher Nachholbedarf.
*Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) vom 15. März 2024
Erkenntnisse aus ISO 14068
Wie belastbar sind Aussagen zu Klimaneutralität, CO2-Fußabdruck und Emissionen? Die Norm ISO 14068 bringt Sicherheit. Erfahren Sie in unserer kostenfreien Webinaraufzeichnung unter anderem alles Relevante über:
- die Ziele und Geltungsbereiche von ISO 14068
- den rechtlichen Kontext
- die Zusammenhänge mit anderen Normen
Klimamanagement einführen – ein Beispiel aus der Praxis
Zeller+Gmelin ist seit 2020 klimaneutraler Standort. Im Zuge des Klimamanagements wurde seinerzeit mittels THG-Bilanz der CO₂-Fußabdruck ermittelt und durch die gezielte Unterstützung von Biomasse- und Windkraft-Projekten kompensiert. Die zertifizierten Klima-Experten der Fokus Zukunft GmbH attestierten den Eislingern nach der Kompensation, „Klimaneutrales Unternehmen 2020“ zu sein.
Auch durch den sehr wertschöpfenden und anerkannten KEFF-Check der bei der IHK-Stuttgart angesiedelten Organisation wurden weitere Einsparpotenziale ermittelt und umgesetzt. Nun wollten wir von Frau Ak erfahren, was sich in den vergangenen Jahren mit Blick auf das Thema Klimaneutralität getan hat.
Vertreterinnen und Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik Baden-Württemberg zu Gast bei Zeller+Gmelin. Anlass des Besuchs am 10. April 2024 waren die erfolgreichen Ergebnisse und Aktivitäten zum Thema Klima- und Energiemanagement und Nachhaltigkeit bei dem Eislinger Chemieunternehmen. V.l.n.r.: Gülen Ak (Leiterin Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagement Zeller+Gmelin), Siegfried Müller (Geschäftsführer Zeller+Gmelin), Ayla Cataltepe (Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg), Thekla Walker (Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg), Klaus Heininger (Oberbürgermeister Stadt Eislingen/Fils), Alexandra Scaglione (Geschäftsführerin Zeller+Gmelin), Thomas Alpers (Geschäftsführer Zeller+Gmelin).
Interview mit Gülen Ak
Frau Ak, Sie hatten vor mittlerweile fünf Jahren, im Vorfeld der Erstellung der Klimaneutralitätsbilanz von Zeller+Gmelin, ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 eingeführt und durch die DQS zertifizieren lassen – wie hat sich diese Maßnahme bis heute ausgewirkt?
Güllen Ak: Die Zertifizierung unseres Energiemanagementsystems nach ISO 50001 hat sich absolut bewährt. Diese Maßnahme war das Beste, was wir mit Blick auf Energieeffizienz tun konnten. Wir können damit jedem unserer Produkte Verbräuche zuordnen und durch die Verbesserung der jeweiligen Prozesse eine Menge Energie einsparen. Dies besonders auch durch die systematischen und regelmäßig durchgeführten Überprüfungen unseres Druckluftsystems. Das frühe Aufspüren von Leckagen verhindert, dass sich Energie wortwörtlich in Luft auflöst – und Druckluft ist nun mal unser Hauptenergieträger.
Das wirkt sich natürlich alles positiv auf das Thema Klimaneutralität aus. Für das Erreichen von Klimaneutralität war und ist die Energiemanagementnorm essenziell. Ohne die Daten, die uns unser Energiemanagementsystem liefert, wären wir nicht dort, wo wir heute sind.
KEFF+
Das von Zeller+Gmelin im Jahr 2020 genutzte Projekt „Kompetenzstellen Energieeffizienz“ (KEFF) ist am 28. Februar 2023 planmäßig ausgelaufen. Es wurde durch das bereits seit Anfang 2022 laufende Projekt KEFF+ (Regionale Kompetenzstellen Ressourceneffizienz) ersetzt. Mit dem kostenlosen KEFF+Check können Einsparpotenziale in den Bereichen Rohstoffe, Material und Energie ermittelt werden. Teilnehmende Unternehmen aus Baden-Württemberg erhalten nach dem in der Regel eintägigen Check einen Ergebnisbericht mit Empfehlungen für Fördermöglichkeiten und vertiefende Beratungsmöglichkeiten. Das von der EU geförderte und vom Bundesland Baden-Württemberg finanzierte Projekt ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen geeignet. Infos unter https://www.keffplus-bw.de/de/keffplus-check
Für die Erstellung Ihrer THG-Bilanz haben Sie sich am Greenhouse Gas Protocol orientiert, einen externen Berater einbezogen und zusätzlich das Baden-Württembergische Projekt KEFF genutzt – hat sich diese Herangehensweise bewährt?
Die Herangehensweise hat sich absolut bewährt. Gerade die Inanspruchnahme von KEFF, inzwischen KEFF+, war ein Volltreffer. Die oben bereits erwähnte Systematik beim Aufspüren von Druckluft-Leckagen geht zum Beispiel auf das Projekt zurück. Inzwischen machen wir das selbst. Über KEFF sind wir auch an diverse Förderprojekte gekommen, die wir heute noch verfolgen.
Unsere gemeinsame Vision schlägt sich in unseren Umwelt- und Klimazielen nieder.
Gülen Ak, Leiterin für Qualitäts-, Umwelt- und Energie-Management, Nachhaltigkeit und Klimaneutralität Zeller+Gmelin
Wie wichtig ist Ihnen dabei der Umweltgedanke?
In meinen 28 Jahren bei Zeller+Gmelin habe ich von Anfang an den Umweltgedanken umgesetzt und bereits 2007 ein Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 eingeführt. Wir haben also seither kontinuierlich Umweltziele definiert und verfolgt, und haben dabei immer die Energie im Blick.
Mit der neuen ISO-Zertifizierung nach Energiemanagementkriterien haben wir dafür eine eigene neue Norm, nämlich ISO 50001:2018. Die meisten ISO-Normen sind an der „High Level Structure“ ausgerichtet, einer einheitlichen Grundstruktur für Managementsysteme. Das macht die Umsetzung in einem integrierten Managementsystem viel einfacher.
Wie haben Sie den CO₂-Fußabdruck damals konkret ermittelt?
Wir sind nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol vorgegangen, also dem Treibhausgasprotokoll als international anerkannten Standard zur Ermittlung der CO₂-Bilanz. Hierbei hat uns das externe Institut von „Fokus Zukunft“ unterstützt.
In einer speziellen Datenbank haben wir dann in Tabellenform sämtliche energierelevanten Parameter eingetragen. So wurden Wärme-, Kraftstoff und Stromverbrauch erfasst wie auch vorgelagerte Emissionen, Geschäftsreisen, Arbeitswege, Abfallaufkommen, Abwassermengen. Aber auch vieles mehr, bis hin zu den Verbrauchsmaterialien in der Produktion und in den Büros. Die Erfassung ist in sogenannten Scopes, also Geltungsbereichen, von 1-3 genau geregelt.
Was war Ihre größte Herausforderung?
Eine wirkliche Herausforderung waren die Geschäftsreisen und die damit verbundenen Übernachtungen. Hierbei wurde ich von den Kollegen aus der Personalabteilung unterstützt. Es war eine Sisyphusarbeit im Nachhinein für das Jahr 2018 sämtliche Daten zu allen Geschäftsreisen zu ermitteln. Wichtig war dabei, welches Verkehrsmittel genutzt wurde, wo wurde übernachtet, usw., da dies unterschiedlich in der Energiebilanz berücksichtigt werden muss.
Bezüglich der Energiebilanz schlagen die Reisen mit 7 % marginal zu Buche. Der geringe Reiseaufwand resultiert vor allem aus dem Umgang mit digitalen Medien. So nutzen viele digitale Medien und Videokonferenz und sparen manche Geschäftsreise.
Warum haben Sie sich damals für das Greenhouse Gas Protocol als Grundlage für Ihre THG-Bilanz entschieden und nicht für ISO 14064-1?
Die Antwort ist einfach: Das Greenhouse Gas Protocol ist, wie wir glauben, international bekannter und auch schon länger auf dem Markt, als die Norm ISO 14064-1, die ja auf dem Protocol basiert. Da wir international aufgestellt sind, bot sich das Greenhouse Gas Protocol für uns eher an.
Wie haben sich die Vorhaben entwickelt, die Sie in den letzten Audits angesprochen hatten – Neubau Labor, verstärkte Nutzung von Ökostrom und so weiter?
Mit dem Neubau des Labors sind wir im Plan und besonders bei der Nutzung von Ökostrom haben wir einen großen Schritt gemacht. Durch die verstärkte Nutzung von Ökostrom haben wir unsere CO2-Bilanz um 45% reduziert.
Es gab auch sogenannte „Leuchtturmprojekte“, auf die Sie sich bei der Reduzierung Ihres THG-Ausstoßes konzentriert haben, etwa die Modernisierung der Kühlwasseranlage. Gibt es inzwischen noch andere Bereiche, die Sie in nächster Zeit angehen wollen oder bereits angehen?
Wir konzentrieren uns derzeit auf drei Dinge: Wärme, Kälte und Lüftung. Das hat unmittelbar auch mit dem Thema Wärmeplanung zu tun, welche mit gesetzlichen Anforderungen laut Energieeffizienzgesetz in Zusammenhang steht, die bis zum 1. Januar 2025 erfüllt sein müssen.
ISO 14064-1
Wir interpretieren die Norm.
Wertvolles Expertenwissen zur THG-Bilanz zusammengefasst in unserem kostenfreien Whitepaper. Aus dem Inhalt:
- ausführliche Beschreibung der Normanforderungen
- wesentliche Schritte bis hin zur THG-Bilanzierung
- umfangreiches Glossar
von Altan Dayankac, DQS-Normexperte und Auditor für zahlreiche Nachhaltigkeitsthemen
Unser großer Vorteil ist, dass wir ein integriertes Managementsystem verwenden und so einen Großteil der benötigten Daten, wie Energieverbräuche und Produktionskennzahlen, quasi auf Knopfdruck ermitteln können.
Gülen Ak, Leiterin für Qualitäts-, Umwelt- und Energie-Management, Nachhaltigkeit und Klimaneutralität Zeller+Gmelin
Wie sieht es zurzeit mit der Förderung von Kompensations-Projekten aus, die Ihnen beim Status „Klimaneutralität“ zugutekommen – zuletzt gab es verstärkt Kritik unter anderem von NGOs an solchen Projekten?
Sie sprechen das Thema Greenwashing an. Wir legen ohnehin sehr großen Wert darauf, dass wir den größten Teil unserer Klimaneutralität aus eigener Anstrengung schaffen – und das gelingt uns auch, etwa durch den Einkauf zertifizierter Rohstoffe, mit der Altölaufbereitung oder ganz allgemein als Ergebnis der Abfallvermeidung, Stichwort „Circular Economy“, was übrigens bei uns schon lange ein Thema ist.
Wichtig in Sachen Klimamanagement ist meiner Meinung nach nicht nur der Klimaausgleich, sondern auch organisatorische und technische Maßnahmen, wie die Erneuerung von Dach und Heizung. Neben dem Einkauf bei Lieferanten mit klimaneutralen Produkten achten wir auch auf die Verwendung von rekonditionierten Fässern und dem Einsatz von Recyclat. Anstatt Gebrauchtöl teuer zu entsorgen, wird dieses von unserer Tochtergesellschaft Südöl wiederaufbereitet und fließt additiviert als Frischöl in neue Produkte.
Was dann noch kompensiert werden muss, wird nur über absolut vertrauenswürdige, langfristig wirksame Projekte abgewickelt. Unsere Mitgliedschaft in der „Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima“ ist uns dabei eine große Hilfe. Wir fördern Projekte im Übrigen auch nur in Ländern, in denen wir unsere Produkte vertreiben, und zwar UN-kontrolliert. Bis 2030 wollen wir unsere Prozesse soweit verbessert haben, dass Kompensation nicht mehr nötig ist.
Allmorgendliches Shopfloormanagement in der Produktion: Hier fließen auch relevante Energiethemen mit ein
Und wie geht es nun weiter?
Mittlerweile sind alle Standorte nach ISO 9001 zertifiziert, selbst in China. Die Zentrale in Eislingen, England und Frankreich sind auch nach der Norm für Umweltmanagement zertifiziert. Aber alle anderen Standorte erfüllen die Zeller+Gmelin-Umweltvorgaben. Wir haben ein einziges System für alle Standorte, das heißt alle verwenden identische Prozesse, Verfahren, Dokumente, Formulare etc., und werden nach gleichen Vorgaben überwacht bzw. zertifiziert.
Unsere gemeinsame Vision schlägt sich in unseren Umwelt- und Klimazielen nieder. Diese werden dann auf die einzelnen Standorte heruntergebrochen und konsequent umgesetzt. Auch in unseren KVPs wird nicht unterschieden zwischen „normalen“ Verbesserungsvorschlägen und Vorschlägen im Umwelt- und Energiebereich, das wollen wir noch stärker forcieren.
Wir realisieren momentan einen Neubau für unser Labor unter Klimaneutralitätsaspekten. Beispielsweise werden Personenaufzüge mit Photovoltaik betrieben und bei der Abwärtsfahrt wird sogar Strom erzeugt und rückgespeist.
Zukünftig planen wir noch mehr Ökostrom zu nutzen, um die Klimabilanz nachhaltig zu reduzieren. Außerdem werden sich laufende Energieeinsparprojekte zum Beispiel in der Produktion positiv auf die Bilanz auswirken. Und wir könnten schließlich noch über klimaneutrale Energieträger Einsparungspotenziale realisieren.
Frau Ak, vielen Dank für dieses aufschlussreiche Gespräch.
Zahlen, Daten, Fakten
Zeller+Gmelin ist ein konzernunabhängiges, mittelständisches Familienunternehmen, das 1866 in Eislingen gegründet wurde. Über die Jahrzehnte entwickelte es sich zu einem internationalen Partner für hochwertige Schmierstoffe für Industrie, Fahrzeuge und Maschinen sowie Druckfarben und Chemieprodukte.
Der Mittelständler liefert in 80 Länder der Welt und hat neben Eislingen noch je einen Produktionsstandort in den USA, China und Großbritannien.
Die hochwertigen Produkte nehmen am internationalen Markt eine Spitzenstellung ein. Der gewissenhafte Umgang mit Ressourcen und die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen sind zentrale Bestandteile unserer Firmenphilosophie. Dabei bietet Zeller+Gmelin individuelle und ganzheitliche Lösungen aus einer Hand – aus Expertenhand.
Einführung Klimamanagement – Fazit
Das Chemieunternehmen Zeller+Gmelin hat bereits vor vier Jahren das Ziel der Klimaneutralität am Hauptsitz in Eislingen erreicht. Dies war das Ergebnis zahlreicher Energieeinsparprojekte und eines konsequenten Klimamanagements. Im Interview mit Gülen Ak, Leiterin für Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagement, Nachhaltigkeit und Klimaneutralität bei Zeller+Gmelin, wird deutlich, dass die Implementierung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 essenziell für diesen Erfolg war.
Ein weiterer Erfolgsgarant war die Zusammenarbeit mit dem Projekt KEFF, das inzwischen durch KEFF+ ersetzt wurde. Dieses Projekt half, zusätzliche Einsparpotenziale zu identifizieren und Fördermöglichkeiten zu nutzen. Zeller+Gmelin setzt als klimaneutrales Unternehmen zudem auf das international anerkannte Greenhouse Gas Protocol für die Erstellung der THG-Bilanz, was der globalen Ausrichtung entspricht.
Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen, wie der Modernisierung von Heizungs- und Kühlsystemen und der verstärkten Nutzung von Ökostrom, legt das Unternehmen großen Wert auf die Vermeidung von Greenwashing. Die Förderung vertrauenswürdiger und langfristig wirksamer Kompensationsprojekte ist hierbei von großer Bedeutung. Zeller+Gmelin strebt an, bis 2030 vollständig ohne Kompensation auszukommen, indem interne Prozesse weiter optimiert werden.
Dieses Praxisbeispiel verdeutlicht, dass ein integriertes und systematisches Klimamanagement nicht nur zur Erreichung von Klimaneutralität beiträgt, sondern auch wirtschaftliche Vorteile durch erhöhte Energieeffizienz und Fördermittel eröffnet. Für Managementbeauftragte in der Produktion bietet das Beispiel von Zeller+Gmelin wertvolle Einblicke und Anregungen für die eigene Praxis.
Gülen Ak betont abschließend: „Unsere gemeinsame Vision schlägt sich in unseren Umwelt- und Klimazielen nieder.“ Dies unterstreicht die Bedeutung einer klaren strategischen Ausrichtung.
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Wir auditieren stets unvoreingenommen, unabhängig und angemessen – auf der Grundlage international anerkannter Akkreditierungen durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) und Systemgeber wie zum Beipiel IATF und UNIFE. Sie sind die Basis unserer Geschäftstätigkeit – und des Vertrauens unserer Kunden in uns.
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