In der heutigen Geschäftswelt ist Nach­hal­tig­keit kein Rand­the­ma mehr, sondern ein we­sent­li­cher Be­stand­teil der Un­ter­neh­mens­stra­te­gie. Um­welt­be­wuss­te Ver­brau­cher und Ver­brau­che­rin­nen, In­ves­tor*in­nen und re­gu­la­to­ri­sche An­for­de­run­gen drängen Un­ter­neh­men dazu, ihre Lie­fer­ket­ten zu überdenken. In diesem Kontext spielen Zer­ti­fi­zie­run­gen, Stan­dards und Labels eine ent­schei­den­de Rolle, auch wenn es darum geht, die Leistung im Rahmen einer zuverlässigen Be­wer­tung, wie einem EcoVadis Rating, nach­zu­wei­sen und zu ver­bes­sern. EcoVadis bewertet die Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment­sys­te­me von Un­ter­neh­men ba­sie­rend auf den Kri­te­ri­en Umwelt, Arbeits- und Men­schen­rech­te, Ethik und nach­hal­ti­ge Be­schaf­fung. Zer­ti­fi­zie­run­gen, die von an­er­kann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen wie DQS aus­ge­stellt werden, können dabei helfen, die er­for­der­li­chen Nach­wei­se zu er­brin­gen.

Die Rolle von Zertifizierungen im EcoVadis Bewertungsprozess

Durch den wachsenden Fokus auf Nachhaltigkeitsherausforderungen wie Umweltzerstörung, Arbeitsrecht- und Menschenrechtsverletzungen, Biodiversitätsverlust und Klimakrise bieten Zertifizierungen wichtige Rahmenwerke zum Aufbau entsprechender Managementsysteme. Zu letzterem, dem Klimawandel, wurden in 2024 durch die Internationale Organisation für Normung (ISO) Ergänzungen zu den entsprechenden Normen hinzugefügt. Die Ergänzungen sollen sicherstellen, dass Organisationen Fragen des Klimawandels im Zusammenhang mit der Wirksamkeit ihrer Managementsysteme berücksichtigen.

Die Methodik von EcoVadis Ratings zielt darauf ab, die Qualität des Nachhaltigkeitsmanagementsystems eines Unternehmens anhand von drei Managementsäulen zu messen: Richtlinien, Aktionen, und Ergebnisse und basiert auf einer Vielzahl an Datenquellen. Diese drei Management-Ebenen werden in sieben Management-Indikatoren unterteilt: Richtlinien, Unterstützungen, Maßnahmen, Zertifizierungen, Abdeckung – Umsetzung von Maßnahmen und Zertifizierungen, Berichterstattung (KPIs) und 360° Watch Ergebnisse. Diese Elemente entstammen dem PDCA-Konzept („Plan, Do, Check, Act“; Deutsch: „Planen, umsetzen, überprüfen, handeln“), welches die Basis für eine Vielzahl von weltweiten Managementstandards bildet. EcoVadis integriert diese Zertifizierungen in seine Bewertungsmethodik, indem es die Informationen als Nachweise für die Einhaltung von Best Practices und Richtlinien in verschiedenen Bereichen nutzt. Beispielsweise kann eine Zertifizierung nach ISO 45001, die sich auf Gesundheits- und Arbeitsschutzmanagement konzentriert, dazu beitragen, eine höhere Punktzahl im Bereich "Arbeits- und Menschenrechte" zu erreichen. Die EcoVadis Methodik deckt aktuell mehr als 1.350 Zertifizierungen, Labels und Standards ab und eingereichte Dokumente werden in allen Sprachen akzeptiert. Alle belegenden Dokumente, wie beispielsweise Zertifizierungen, werden von einem Analyst*innen-Team bestehend aus über 450 Expert*innen anhand einer robusten Methodik und nach dem 6-Augen-Prinzip geprüft, analysiert und bewertet.

 

Konkrete Beispiele für Zertifizierungen und ihre Einbindung ins Rating

Die EcoVadis Methodik berücksichtigt zertifizierbare Standards wie z.B. ISO 45001, ISO 14001. Nicht-zertifizierbare Richtlinien wie ISO 26000 sind in der Methodik nicht abgedeckt, bieten Unternehmen jedoch dennoch sinnvolle Hilfestellungen, um ihre Managementsysteme wirksam aufzusetzen und zu verbessern. Wie bestimmte Zertifizierungen als belegende Dokumente im EcoVadis Bewertungsprozess angegeben können, zeigen die folgenden Beispiele:

 

ISO 45001: Arbeits- und Menschenrechte

ISO 45001 ist ein internationaler Standard, der Anforderungen an ein Managementsystem für Gesundheit und Arbeitsschutz stellt und auf die Reduzierung von arbeitsbedingten Verletzungen und Erkrankungen abzielt. Für das EcoVadis Kriterium "Arbeits- und Menschenrechte" zeigt eine ISO 45001-Zertifizierung, dass ein Unternehmen proaktive Maßnahmen ergreift, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und Risiken zu minimieren. Dies kann sich als Nachweis positiv auf die Leistungsbewertung in diesem Thema auswirken.

 

ISO 14001: Umweltmanagement

ISO 14001 legt Kriterien für ein effektives Umweltmanagementsystem fest. Unternehmen, die nach ISO 14001 zertifiziert sind, können gegebenenfalls eine bessere Leistung im Bereich Umwelt nachweisen, da sie bereits ein System zur Minimierung ihres ökologischen Fußabdrucks implementiert haben. Diese Zertifizierung zeigt, dass das Unternehmen nicht nur regulatorische Anforderungen erfüllt, sondern auch darüber hinaus in Umweltinitiativen investiert.

 

Vom Rating zum Audit

Damit endet das Synergiepotenzial von EcoVadis Ratings und Zertifizierungen und Audits jedoch noch nicht. Eine Vielzahl an Unternehmen nutzen beispielsweise Social Audits komplementär zu EcoVadis Ratings. Werden zum Beispiel in der Bewertung durch EcoVadis Risikobereiche bei Arbeits- und Menschenrechten festgestellt, kann ein unabhängiges Audit vor Ort dabei unterstützen, diese zu überprüfen.

 

Synergien nutzen

Durch die Integration von Zertifizierungen in die Berichterstattung und die Verwendung als Nachweis im EcoVadis Rating-Prozess können Unternehmen nicht nur ihre bestehenden Nachhaltigkeitsinitiativen validieren, sondern auch Bereiche identifizieren, in denen Verbesserungen nötig sind.

Durch die Nutzung von Synergien zwischen bestehenden Zertifizierungen und den Anforderungen von EcoVadis können Unternehmen ihre nachhaltigen Praktiken weiterentwickeln und verbessern.

Erfahren Sie mehr auf http://www.ecovadis.com/de.

EU-Ver­bot von in Zwangs­ar­beit her­ge­stell­ten Pro­duk­ten - So binden Sie Audits wirksam in die Due Di­li­gence ein

Ob­wohl das Verbot von Zwangs­ar­beit bereits in der EU-Grund­rech­te­char­ta und in zahl­rei­chen anderen EU-Ge­set­zes­in­itia­ti­ven ver­an­kert ist, sind Pro­duk­te, die unter Zwangs­ar­beit her­ge­stellt wurden, wei­ter­hin auf dem europäischen Bin­nen­markt im Umlauf. Um hier Abhilfe zu schaf­fen, ver­han­deln die EU-In­sti­tu­tio­nen über ein Verbot von Pro­duk­ten, die in Zwangs­ar­beit her­ge­stellt wurden. In diesem Artikel erörtern wir, wie Audits und Stan­dards den be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men helfen können, die Ein­hal­tung der Ver­ord­nung zu gewährleisten.

wei­ter­le­sen
Autor

Sarah Alford

Sarah Alford ist Expertin für nach­hal­ti­ge Be­schaf­fung und arbeitet mit führenden Un­ter­neh­men aller Branchen in der deutsch­spra­chi­gen Region zu­sam­men, um die Nach­hal­tig­keits­leis­tung in ihren Lie­fer­ket­ten zu ver­bes­sern. Mit ihrem Hin­ter­grund in Arbeits- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­psy­cho­lo­gie und ESG-Con­sul­ting unterstützt sie als Senior Stra­te­gic Account Exe­cu­ti­ve bei EcoVadis Un­ter­neh­men, die Komplexität der ESG-Com­pli­ance zu bewältigen und robuste Nach­hal­tig­keits­stra­te­gien in der Lie­fer­ket­te um­zu­set­zen.

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