Dop­pel­te Audits, un­ter­schied­li­che An­for­de­run­gen, er­schwer­te Ver­gleich­bar­keit und hoher Zeit­auf­wand – die Auswahl und Durchführung eines ge­eig­ne­ten So­zi­al­au­dits sind für viele Un­ter­neh­men eine komplexe Her­aus­for­de­rung. In der Praxis haben Ein­kaufs- und Com­pli­ance-Ver­ant­wort­li­che eine Vielzahl un­ter­schied­li­cher Au­dit­pro­gram­me zur Auswahl. Die Frage ist dabei, welches geeignet ist und die ge­setz­ten An­for­de­run­gen erfüllt.  

Genau hier setzt die Sus­tainable Supply Chain In­itia­ti­ve (SSCI) an, die Au­dit­pro­gram­me für die Konsumgüterindustrie prüft und be­wer­tet. Die SSCI hat nun of­fi­zi­ell Se­dex SME­TA an­er­kannt und als vertrauenswürdiges Au­dit­pro­gramm ein­ge­ord­net. Was konkret hinter der SSCI-An­er­ken­nung steckt und was sie für Abnehmer und Lie­fe­ran­ten be­deu­tet, erfahren Sie in diesem Blog­bei­trag.

SMETA im Überblick: Rolle und Relevanz in Lieferketten 

Globale Lieferketten stehen heute stärker denn je unter Beobachtung. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie Sozialstandards einhalten und Risiken minimieren. Mit einem Sozialaudit können Abnehmer die Arbeitsbedingungen bei ihren Lieferanten prüfen und verbessern. Lieferanten können zeigen, dass sie verantwortungsvoll und ethisch handeln. Dies kann ihre Reputation verbessern und ihre Geschäftsbeziehungen stärken. 

Mit über 60.000 Standortbewertungen pro Jahr ist das Sedex SMETA-Audit das weltweit am häufigsten verwendete Sozialaudit. SMETA steht für „Sedex Members Ethical Trade Audit" und ist ein Auditprogramm, das von der Organisation Sedex (Supplier Ethical Data Exchange) entwickelt wurde. Über 95.000 Unternehmen weltweit aus 35 Branchen sind Mitglied auf der Sedex-Plattform.  

Das SMETA-Audit ist branchen- und regionsunabhängig angelegt. Dadurch lässt es sich mit unterschiedlichen Lieferketten einsetzen und ermöglicht eine konsistente Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Das SMETA-Sozialaudit umfasst vier Bereiche:  

  • Arbeitsstandards, 
  • Gesundheit und Sicherheit, 
  • Umwelt, 
  • Geschäftsethik.  

SMETA-Audits können als Two-Pillar (Arbeitsnormen, Umwelt (verkürzt), Gesundheit & Sicherheit) oder Four-Pillar (plus Umwelt (ausführlicher), Geschäftsethik) durchgeführt werden. Die Auditor*innen prüfen Aspekte wie Arbeitszeiten, Löhne, Diskriminierung, Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Vereinigungsfreiheit, Gesundheitsschutz, Umweltmanagement und Korruptionsbekämpfung.

Die DQS bietet Sedex SME­TA-Au­dits an und ist bei diversen Branchenführern der Konsumgüterindustrie als Au­dit­ge­sell­schaft zu­ge­las­sen. Wollen Sie mehr über Sedex SMETA erfahren? Hier finden Sie weiterführende In­for­ma­tio­nen.

SMETA erhält offizielle SSCI-Anerkennung für Konsumgüterbranche

Die Sustainable Supply Chain Initiative (SSCI) hat Sedex SMETA 7.0 offiziell als Sozialaudit für die Konsumgüterbranche anerkannt. SMETA ist eins von nur neun Auditprogrammen weltweit, die diese bedeutende Anerkennung erhalten haben. Fünf weitere Programme befinden sich aktuell im formalen Benchmarking- und Anerkennungsprozess der SSCI.  

Sedex SMETA hat das umfangreiche Prüfverfahren erfolgreich durchlaufen. Im Anschluss erhielt es die SSCI-Anerkennung sowohl im Bereich Verarbeitung & Fertigung als auch in der Primärproduktion. Das Siegel „SSCI-recognised“ bestätigt, dass SMETA 7.0 die von der Konsumgüterbranche definierten Anforderungen an vertrauenswürdige Sozialaudits erfüllt. 

Für Einkaufs- und Compliance-Verantwortliche bedeutet die SSCI-Anerkennung konkret: Mehr Sicherheit bei der Auswahl eines anerkannten Sozialaudits und weniger Abstimmungsbedarf zwischen Abnehmern und Lieferanten. 

„Die SSCI-An­er­ken­nung un­ter­streicht die Qualität und Integrität von Sedex und dem SME­TA-Au­dit. Sie dient als unabhängiger Nachweis für die Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit des Auditprogramms.“  

David Bermudez 
Global Product Manager Social Com­pli­ance & Human Rights

SSCI und Consumer Goods Forum: Aufgaben, Ziele und Bedeutung für Lieferketten  

Die SSCI ist eine Brancheninitiative des Consumer Goods Forum, die 2017 ins Leben gerufen wurde. Sie vergleicht und bewertet Auditprogramme für Nachhaltigkeit und Sozialstandards in Lieferketten. Damit unterstützt sie Unternehmen der Konsumgüterindustrie dabei, qualitativ hochwertige und vertrauenswürdige Programme zu identifizieren.  

Die SSCI zielt darauf ab, die Fragmentierung durch unterschiedliche Auditansätze zu verringern sowie Orientierung und Transparenz zu schaffen. Verantwortliche in Einkauf und Compliance können durch eine SSCI-Anerkennung schneller ein anerkanntes Audit auswählen und Doppel-Audits verhindern.  

Das Consumer Goods Forum (CGF) ist ein globales Netzwerk von Unternehmen der Konsumgüterindustrie. Die Mitglieder verfolgen die gemeinsame Vision „Better Lives Through Better Business“. Darauf aufbauend engagiert sich das CGF in verschiedenen Aktionsbereichen wie Klimawandel und Menschenrechte und entwickelt branchenweite Lösungen und Standards für zentrale Herausforderungen. Rund 400 Hersteller, Händler und Dienstleister aus über 70 Ländern sind im Consumer Goods Forum vertreten.

Welche Anforderungen muss das SMETA-Audit für die SSCI-Anerkennung erfüllen? 

Die SSCI-Anerkennung basiert auf klar definierten Anforderungen, die sicherstellen sollen, dass Auditprogramme international vergleichbar und vertrauenswürdig sind. Für eine Anerkennung durch die SSCI muss ein Auditprogramm wie Sedex SMETA daher spezifische Sozial-, Umwelt- und Systemmanagementkriterien erfüllen. Die Bewertung erfolgt durch das offizielle SSCI-Benchmarking, bei dem Inhalte, Prozesse und Governance-Strukturen geprüft und bewertet werden. 

Das SSCI-Benchmarking folgt einem klar definierten Prüfprozess. Dieser umfasst unter anderem eine Selbsteinschätzung, eine Dokumentenprüfung, eine Vor-Ort-Bewertung sowie eine öffentliche Konsultation. Nach der Anerkennung unterliegt das Auditprogramm zudem einer fortlaufenden Überwachung durch die SSCI.  

Die SSCI prüft, ob ein Auditprogramm wie SMETA alle relevanten sozialen Themen abdeckt. Die Sozialkriterien basieren auf internationalen Referenzrahmen wie den ILO-Kernarbeitsnormen und den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Zu den Prüfkriterien gehören:  

  • Einhaltung nationaler Rechtsvorschriften 
  • Keine Zwangs-, Schuldknechtschaft- und Gefängnisarbeit 
  • Keine Kinderarbeit 
  • Vereinigungsfreiheit und wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen 
  • Keine Diskriminierung, Belästigung oder Missbrauch 
  • Gesundheit und Sicherheit 
  • Gebäude- und Brandschutz 
  • Löhne, Sozialleistungen und Beschäftigungsbedingungen 
  • Arbeitszeit 
  • Beschwerdemechanismen

Neben den Sozialkriterien verlangt die SSCI, dass Auditprogramme umfassende Umweltkriterien einhalten. Die Prüfkriterien umfassen:  

  • Umweltmanagementsystem  
  • Compliance, Transparenz und Beschwerden  
  • Umweltverschmutzungsprävention  
  • Umgang mit potenziell gefährlichen Stoffen 
  • Integriertes Schädlingsmanagement  
  • Bodengesundheit  
  • Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen 
  • Wasserschutz  
  • Abfall 
  • Landnutzung und Biodiversität 
  • Tierschutz  
  • Forstwirtschaftliche Praktiken  
  • Ökodesign 

Schließlich bewertet die SSCI das interne Systemmanagement eines Auditprogramms. Die Bewertung umfasst unter anderem Richtlinien für die Verwaltung von Programmen sowie für die Durchführung von Audits und Zertifizierungen. Zu den Prüfkriterien gehören:  

  • Systemsteuerung 
  • Umfang und Ziele 
  • Integritätsprogramm 
  • Logoverwendung und Ansprüche 
  • Normsetzung und -pflege 
  • Akkreditierung 
  • Beziehung zu Wirtschaftsprüfungsgesellschaften 
  • Auditorenkompetenz 
  • Prüfprotokoll 
  • Prüfungsberichterstattung 
  • Folgemaßnahmen 
  • Datenmanagement 

Diese drei Kriterienbereiche bilden die Grundlage für die SSCI-Anerkennung. Einkaufs- und Compliance-Verantwortliche wissen somit, dass die anerkannten Auditprogramme diese Kriterien erfüllen. Dies hilft ihnen bei der Auswahl eines Sozialaudits und verringert den Abstimmungsbedarf.

 

Was bedeutet die SSCI-Anerkennung für das SMETA-Audit in der Praxis? 

Die SSCI-Anerkennung bedeutet, dass das Sedex SMETA-Audit offiziell als qualitativ verlässliches Programm bestätigt wird. Es erfüllt somit die globalen Anforderungen und Nachhaltigkeitsstandards der Konsumgüterindustrie. Die unabhängige Prüfung attestiert zusätzlich die Robustheit und Glaubwürdigkeit von SMETA. 

Die SSCI hat SMETA in die Liste anerkannter und vertrauenswürdiger Auditprogramme aufgenommen. Diese Liste soll dafür sorgen, das Angebot an Programmen zu harmonisieren sowie unnötige und doppelte Audits zu vermeiden. Verantwortliche in Einkauf und Compliance können gezielter ein anerkanntes Audit auswählen und den Abstimmungsbedarf zwischen Abnehmern und Lieferanten reduzieren. 

Der Benchmarking-Prozess und die fortlaufenden Kontrollen der SSCI stärken langfristig das Vertrauen in SMETA. Zudem erhöht die öffentliche Konsultation während des Prozesses die Transparenz.

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Vor­be­rei­tung auf ein Se­dex-Au­dit

Sie stehen vor einem Sedex SME­TA-Au­dit oder möchten sich mit den An­for­de­run­gen vertraut machen? Unser White­pa­per bietet eine struk­tu­rier­te und pra­xis­na­he Grund­la­ge für eine ef­fi­zi­en­te Vor­be­rei­tung auf das Audit.   

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  • Expertenantworten auf häufig ge­stell­te Fragen zur Ein­hal­tung von SMETA 

Welche Vorteile bringt ein SMETA-Audit für Unternehmen? 

Die Ergebnisse eines Sedex SMETA-Audits bieten Unternehmen strategische, regulatorische und kommunikative Vorteile. Konkret gehören dazu:  

  • Eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für ethische Beschaffungsstrategien in globalen Lieferketten.  
  • Eine fundierte Bewertung und Verbesserung von Arbeitsbedingungen in komplexen Lieferketten. 
  • Ein klarer Nachweis, ob Sozialstandards hinsichtlich Arbeitsbedingungen und Menschenrechte eingehalten werden.  
  • Mehr Transparenz über das soziale Engagement gegenüber bestehenden und potenziellen Geschäftspartnern. 
  • Ein strukturierter Informationsaustausch über die international anerkannte Sedex-Datenbank mit autorisierten Nutzern. 
  • Die Möglichkeit, verantwortungsvolles und ethisches Handeln sichtbar zu machen und dadurch Reputation und Geschäftsbeziehungen zu stärken.  

Zusammengefasst: Abnehmern liefert ein SMETA-Audit eine strukturierte Grundlage für verantwortungsvolle Strategien in der Lieferkette. Lieferanten wiederum profitieren von mehr Transparenz über ihr soziales Engagement und können diese gegenüber Partnern belegen.

LESETIPP:

Für einen pra­xis­na­hen Einblick in die Um­set­zung eines Sedex SME­TA-Au­dits finden Sie in unserem Blog einen Er­fah­rungs­be­richt. Der Bericht zeigt den gesamten Ablauf aus Sicht eines Lie­fe­ran­ten – vom ersten Anruf des Ab­neh­mers mit der Bitte um ein SME­TA-Au­dit über die Vor­be­rei­tung und den ei­gent­li­chen Audittag bis hin zum finalen Au­dit­be­richt. Zusätzlich gibt es wichtige Lear­nings und Hin­wei­se, worauf sich Un­ter­neh­men in der Praxis ein­stel­len soll­ten.

Fazit: SSCI-Anerkennung von SMETA gibt Orientierung 

Die SSCI-Anerkennung bestätigt, dass SMETA 7.0 die Benchmark-Kriterien für Sozialaudits in der Konsumgüterbranche erfüllt und einen vertrauenswürdigen Qualitätsrahmen bietet. Die Einstufung unterstreicht die Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit des Auditprogramms.  

Sedex SMETA steht auf der SSCI-Liste anerkannter und vertrauenswürdiger Auditprogramme. Diese Liste dient Einkaufs- und Compliance-Verantwortlichen als Orientierung, um geeignete Audits schneller und zielgerichteter auszuwählen.  

 

Wie die DQS Ihnen weiterhelfen kann  

Die DQS ist Ihr kompetenter Partner für Sozial- und Nachhaltigkeitsaudits. Wir bieten seit knapp zehn Jahren Sedex SMETA-Audits an und sind bei diversen Branchenführern der Konsumgüterindustrie als Auditgesellschaft zugelassen. Mit einer reibungslosen Auditplanung und aussagekräftigen Auditberichten tragen wir zum Erfolg Ihres Konzeptes für nachhaltige Beschaffung bei. Unsere erfahrenen Auditorinnen und Auditoren sind mit der lokalen Gesetzgebung, der Kultur und der Sprache der Belegschaft vertraut.

Autor

David Bermudez

Als Global Product Manager ver­ant­wor­tet er die Wei­ter­ent­wick­lung von Audit- und Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren im Bereich So­zi­al­stan­dards und men­schen­recht­li­che Sorg­falts­pflich­ten. Mit seiner langjährigen Er­fah­rung unterstützt er Un­ter­neh­men dabei, An­for­de­run­gen an ver­ant­wor­tungs­vol­le Be­schaf­fung, Com­pli­ance und Nach­hal­tig­keit besser zu ver­ste­hen und sys­te­ma­tisch zu adressieren. 

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