Mit über 230.000 au­di­tier­ten Stand­or­ten gehört Sedex SMETA zu den weltweit weit­ver­brei­tets­ten Au­dit­kon­zep­ten für soziale Ver­ant­wor­tung. Um den sich ändernden Er­war­tun­gen der Nutzer gerecht zu werden, hat Sedex seine SME­TA-Au­dit­me­tho­dik einer Revision un­ter­zo­gen. Die neue Version, SMETA 6.0, wurde Anfang April veröffentlicht. Was sich für die Anwender ändert, erfahren Sie in diesem Bei­trag.

Was ist SMETA 6.0?

Wie schon der Vorgänger SMETA 5.0, ist auch SMETA 6.0 ein Auditkonzept, das beschreibt, wie Sozialaudits auf Basis des ETI Base Codes glaubwürdig und umfassend durchgeführt werden können. Als eine der weltweit am häufigsten verwendeten Methoden für Sozialaudits, spielt SMETA eine wesentliche Rolle dabei, Transparenz in der Lieferkette herzustellen und  eine verantwortungsvolle Beschaffung zu ermöglichen. Im Fokus der SMETA-Audits stehen die Arbeitsbedingungen und der Arbeitsschutz sowie wahlweise auch Umweltaspekte und Geschäftsethik.

Da die Sedex-Methodik von immer mehr Abnehmern anerkannt wird und die Auditergebnisse in der Sedex-Datenbank mit gleichzeitig mehreren Kunden geteilt werden können, reduziert die vereinheitlichte Methodik die Auditbelastung für Lieferanten.

Bietet die DQS bereits Sozialaudits nach SMETA 6.0 an?

Ja. Die DQS CFS GmbH ist Mitglied der Sedex Associate Auditor Group. Unsere Auditoren wurden für die Anwendung der SMETA-Methodik umfänglich geschult. Dank unseres weltweiten Auditorennetzwerks können wir fast überall lokale Auditoren einsetzen. 

Sedex SMETA 7.0: Alles, was Sie über die Revision wissen müssen

Am 10. Sep­tem­ber hat Sedex die überarbeitete SME­TA-Me­tho­do­lo­gie Version 7.0 veröffentlicht. Die Revision bringt si­gni­fi­kan­te Veränderungen mit sich, die darauf ab­zie­len, den Au­dit­pro­zess zu ver­tie­fen und lang­fris­ti­ge Ver­bes­se­run­gen im Ma­nage­ment von Lie­fer­ket­ten si­cher­zu­stel­len. Im Fol­gen­den be­spre­chen wir die wich­tigs­ten Neue­run­gen und ihre Be­deu­tung für Un­ter­neh­men und deren Lie­fe­ran­ten.

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Was gibt’s neues in SMETA 6.0?

Da SMETA auf dem ETI Base Code basiert, der in den letzten Jahren keinen großen Veränderungen unterzogen wurde, halten sich die Änderungen in SMETA 6.0 in Grenzen: Die Struktur und die Grundprinzipien der Vorgängerversion bleiben unverändert erhalten. Lieferanten, die bereits die Anforderungen von SMETA 5.0 erfüllten, sollten also bei der Umstellung auf 6.0 keine Schwierigkeiten haben.

Dennoch gibt es in der neuen Version einige Änderungen, die sowohl für Lieferanten als auch Abnehmer von Bedeutung sind:

  • Um die Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter besser abbilden zu können, wurde einen zusätzlichen Leitfaden zum Thema Leiharbeit erstellt.
  • Abschnitt 0.A – Menschenrechte: Ein komplett neuer Abschnitt widmet sich der Achtung der Menschenrechte in der Unternehmenspraxis. Im SMETA-Audit soll fortan geprüft werden, inwiefern das Unternehmen sich der Achtung der Menschenrechte verschrieben hat und deren Einhaltung aktiv sicherstellt. Dabei geht es nicht nur um die Rechte der eigenen Mitarbeiter, sondern auch um die Rechte von Anwohnern und weiteren Stakeholdern, deren Menschenrechte durch unternehmerische Aktivitäten eingeschränkt werden könnten. Ein umfassendes Menschenrechtsaudit ist SMETA 6.0 allerdings nicht – vielmehr geht es darum, zu prüfen, ob die Achtung der Menschenrechte in dem Managementsystem verankert ist.
  • In jedem Abschnitt sind nun auch Indikatoren für gute Beispiele aufgenommen, damit die Auditberichte nicht nur über Abweichungen sondern auch über gute Praktiken Auskunft geben.
  • Abschnitt 8 – Regular Employment enthält eine Reihe von neuen Prüfkriterien bezüglich der Personalbeschaffung. Ziel der neuen Kriterien ist es, mehr Transparenz zur Situation von Leih- und Zeitarbeitern zu schaffen.
  • Das Kapitel zum Thema Geschäftsethik wurde grundlegend überarbeitet. Wo in der Version 5.0 noch alle Anmerkungen des Auditors als Beobachtungen („Observations“) statt Abweichungen („Non-Conformities“) zu klassifizieren waren, resultiert in der Version 6.0 eine Nichterfüllung der Kriterien automatisch in einer Abweichung. Der Fokus des Kapitels liegt auf der Vorbeugung von Bestechung, Korruption und Betrug sowie der Gesetzeskonformität.

Wann tritt SMETA 6.0 in Kraft?

SMETA 6.0 wurde Anfang April 2017 veröffentlicht. Ab Juni 2017 wird SMETA 5.0 nicht mehr verfügbar sein. Damit Ihre Auditergebnisse auch in Zukunft von Ihren Kunden anerkannt werden, empfehlen wir schnellstmöglich auf Version 6.0 umzusteigen.

Wo finde ich die relevanten Dokumente?

Die SMETA-Richtlinien wurden in zwei Teile untergliedert: Ein Teil beschreibt die Auditmethodik („Best Practice Guidance“ – BPG), während sich der zweite Teil mit den Bewertungskriterien beschäftigt. Beide Dokumente können nach der Veröffentlichung kostenlos und ohne Registrierung auf der Sedex-Homepage heruntergeladen werden. Die Vorlagen für den Sedex-Auditbericht und den Maßnahmenplan werden dort ebenfalls zum Download angeboten.

Autor

Dr. Thijs Willaert

Dr. Thijs Willaert ist Global Director Sus­taina­bi­li­ty Ser­vices. In dieser Funktion ver­ant­wor­tet er das gesamte Dienst­leis­tungs­port­fo­lio der DQS rundum ESG. Zu seinem In­ter­es­sens­ge­biet gehören unter anderem nach­hal­ti­ge Be­schaf­fung, men­schen­recht­li­che Sorg­falts­pflich­ten und ESG-Audits. 

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