Welche Vorteile hat ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess?
Durch den KVP können alle im Unternehmen bestehenden Prozesse verschlankt und vereinfacht werden. Durch effizientere Arbeitsabläufe werden Kosten eingespart, Produkte und/oder Dienstleistungen orientieren sich stärker an Kundenwünschen, der Service verbessert sich, Verschwendungen aller Art werden reduziert.
Sind vereinzelt Umsetzungen nicht möglich, muss das Warum durch die oberste Leitung nachvollziehbar begründet werden. Für einen erfolgreichen kontinuierlichen Verbesserungsprozess braucht es eine entsprechende Unternehmenskultur und das aktive Vorleben des KVP durch das Führungsteam. Dann profitieren alle von den Ergebnissen eines fortwährenden Lernprozesses.
Wie wird der KVP gesteuert?
Der Kreislauf der kleinen Schritte spiegelt sich im PDCA-Zyklus wider. Er ist bis heute das wichtigste Steuerinstrument zur ständigen Verbesserung. PDCA steht für Plan-Do-Check-Act, also Planen-Umsetzen-Überprüfen-Handeln. PDCA ist der Prozess des kontinuierlichen Erkennens und Lösens von Problemen in vier Schritten.
Ein verwandtes Verfahren ist die SDCA-Methode (Standardize-Do-Check-Act).
Wie entstand der PDCA-Zyklus?
Der PDCA-Zyklus ist ein immer wieder, theoretisch unendlich oft, ablaufender Prozess, der die Grundlage für die fortlaufende Verbesserung eines Managementsystems bietet. Die Anfänge des auch Shewhart Cycle oder Deming Cycle genannten Modells liegen in den frühen Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts. Das zunächst noch dreistufige Modell des amerikanischen Physikers und Statistikers Walter Andrew Shewhart wurde später von seinem Schüler William Edward Deming um einen vierten Schritt ergänzt.
Der Deming-Kreis wurde im zweiten Weltkrieg für militärische Belange hinsichtlich der Qualitätsverbesserung von Kriegsgerät genutzt, konnte sich nach 1945 aber weder in den USA noch in Europa im zivilen Bereich durchsetzen.
Das Modell gelangte schließlich Anfang der 1950er-Jahre im Zug des Wiederaufbaus der japanischen Wirtschaft und Industrie auf Initiative Demings in das ostasiatische Land, wo es zur Erfolgsgeschichte wurde.
Erst in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts trat das Modell auch im Westen unter der von Deming gewählten Bezeichnung PDCA-Zyklus wieder in Erscheinung. Mit der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 fand der PDCA-Zyklus schließlich Eingang in die Welt der Managementsysteme, wo er seither als ganzheitlicher Unternehmensansatz weltweit erfolgreich ist.
Wie hängt der PDCA-Zyklus mit ISO-Managementsystemnormen zusammen?
Seit im Jahr 2012 die gemeinsame Grundstruktur der ISO-Managementsystemnormen (High Level Structure – HLS) eingeführt wurde, ist die Zuordnung der Normkapitel zu den vier Phasen des PDCA-Zyklus deutlich erkennbar. Dies rückte allerdings erst mit der Revision von ISO 9001 und ISO 14001 im Jahr 2015 ins Bewusstsein von Normanwendern weltweit. ISO-Normen sehen das Kapitel 4 (Kontext der Organisation) als Rahmen für das Managementsystem, in dem der PDCA-Zyklus abläuft. Mit der Hervorhebung der Verantwortlichkeiten und Pflichten der obersten Leitung in einem Managementsystem wird Kapitel 5 heute im Zentrum des PDCA-Zyklus verortet.
Die Plan-Phase umfasst Kapitel 6 (Planung), wobei die Erfüllung der Normanforderungen aus den Kapiteln 4 und 5 die Voraussetzung für eine sinnvolle und erfolgversprechende Planung in Kapitel 6 darstellt. Die Kapitel 7 (Unterstützung) und 8 (Betrieb) werden der Do-Phase zugeordnet. Kapitel 9 (Bewertung der Leistung) mit der Durchführung der internen Audits und der Managementbewertung steht für die Check-Phase, Kapitel 10 (Verbesserung) markiert die Act-Phase.
Bei der Steuerung der Unternehmensprozesse und ihrer fortlaufenden Verbesserung entlang des PDCA-Zyklus steht das risiko- und chancenbasierte Denken im Mittelpunkt (Kapitel 6).