Wenn sich die NEPTUN WERFT als traditionsreichstes Schiffbauunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 450 Mitarbeitenden der Herausforderung stellt, gleich zwei neue Managementsysteme einzuführen, dann ist diese Weiterentwicklung des integrierten Managementsystems eine Entscheidung von Tragweite. So sieht das auch die Unternehmensleitung der NEPTUN WERFT in Warnemünde. Mit der Umsetzung neuer Anforderungen für Umweltmanagement (ISO 14001) sowie Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (ISO 45001) dokumentiert die Werft, dass sie sichere Arbeitsplätze anbieten, Verantwortung für die Umwelt übernehmen und nachhaltige Produkte fertigen.
Zertifizierte Managementsysteme nach ISO-Normen, angefangen zum Beispiel beim Qualitätsmanagement (ISO 9001) über Umweltmanagement (ISO 14001), Arbeitssicherheit (ISO 45001) und Energie (ISO 50001) sind verlässliche Leitplanken, um wirtschaftliche und ökologische Ziele zu setzen und zu erreichen. Externe Zertifizierungsaudits eines solchen Managementsystems und entsprechender Prozesse wiederum sind der Gradmesser, ob das Managementsystem wirksam ist. Auch bei der Einführung neuer Managementsysteme bewährt sich dieses Zusammenspiel von strategischen Entscheidungen und externen Begutachtungen.
Neben Manfred Ossevorth in der Unternehmensführung der NEPTUN WERFT war Dr. Moritz Achilles die treibende Kraft für die Weiterentwicklung des integrierten Managementsystems.
Die Absicht dahinter: Mithilfe eines integrierten Managementsystems eine gute Balance zwischen den vielfältigen Anforderungen der themenspezifischen Normen erreichen, Ressourcen bündeln, Synergien nutzen und Überschneidungen vermeiden.
Die Voraussetzung dafür: eine ganzheitliche Sichtweise auf das Unternehmen und konsequente Prozessorientierung bei den einzelnen Tätigkeiten und Abläufen. Aber auch gemeinsame, zeitgleiche Audits durch Auditoren mit Mehrfachqualifikationen, um Potenzial für eine verbesserte Integration zu erkennen.
Mit nachhaltigen Prozessen zu nachhaltigen Produkten
Bei der Einführung, der Umsetzung und der Weiterentwicklung unseres integrierten Managementsystems müssten nachhaltige Prozesse sowie umwelt- und ressourcenschonende Verfahren dazu führen, auch innovative und nachhaltige Produkte zu fertigen. Das betonte Achilles im Interview und verweist auf die „AIDAnova“, die aufgrund ihres neuartigen Flüssiggas-Antriebs (LNG) mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet wurde.
Tatsächlich sind die NEPTUN WERFT und die MEYER WERFT weltweit die ersten Schiffbaubetriebe, die die anspruchsvolle und umweltfreundliche LNG-Technik für solche Schiffe einsetzen.
Das integrierte Managementsystem
Um bei der Qualität sämtlicher Prozesse vor allem auch mit Blick auf Termintreue auf der sicheren Seite zu sein, hat das Unternehmen im Jahr 2015 sowohl ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001, als auch ein Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001 implementiert. Letzteres zum Beispiel zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Senkung von Kosten.
Nun wurde das bestehende Managementsystem um ISO 14001 (Umwelt) und ISO 45001 (Arbeitsschutz) erweitert. Lob dazu kam auch von der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern. Anlässlich der Zertifikatsübergabe betonte Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, dass sich die NEPTUN WERFT vorbildlich engagiert und die Zertifizierungen durch unermüdliche Arbeit verdient habe.
Die Grundstruktur von Managementsystemnormen
- Grafische Darstellung der High Level Structure für die sechs wichtigsten ISO-Normen: ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001, ISO 45001, ISO 50001 und ISO 22301
- Systeme nebeneinanderlegen, vergleichen und Synergien erkennen
Weiterentwicklung des integrierten Managementsystems durch gute Audits
Die Einführung und Weiterentwicklung eines unternehmensindividuell gestalteten, integrierten Managementsystems hat viele Vorteile. Es trägt vor allem dazu bei, Zielkonflikte und Doppelungen paralleler Managementsysteme zu vermeiden. Es soll Ressourcen bündeln und zugleich Synergieeffekte erzielen. Organisationen, deren Managementsystem zum Beispiel nach ISO 9001 auf der High Level Structure aufbaut, haben einen spürbaren Vorteil bei der Integration und Umsetzung weiterer, normübergreifender Anforderungen.
Um das Managementsystem im Unternehmen weiterzuentwickeln braucht es effiziente interne wie externe Audits – und ein profundes Wissen des Auditteams. Mit Blick auf externe Audits setzt die NEPTUN WERFT auf die DQS: "Ein Audit mit der DQS ist keine Prüfung, sondern ein Gespräch zur Weiterentwicklung des integrierten Managementsystems in einer Atmosphäre, in der man dazulernt."
Darin ist sich das Unternehmen einig: "Das wesentliche Ziel eines DQS-Audits sei es, die Organisation permanent zu verbessern und weiterzuentwickeln. Dafür müssen die Auditoren fachkundig sein. Aber sie müssen auch über den Tellerrand hinausschauen, um so die Erreichung der Unternehmensziele unterstützen zu können."
Besondere Herausforderungen an Audits
Stefan Hajek ist langjähriger und erfahrener Auditor der DQS unter anderem für Umweltschutz und Arbeitssicherheit. Und er ist Leiter der Auditteams der DQS in Rostock und Papenburg. Als solcher ist er im externen Audit für den Auditplan und die Auditziele verantwortlich. Im Interview gefragt, ob das Zertifizierungsaudit bei der NEPTUN WERFT auch mal über seinen normalen Berufsalltag hinausgegangen sei, zieht er einen interessanten Vergleich:
"Ein Schiff zu bauen ist ebenso komplex wie der Bau einer ganzen Stadt."
Schon die Werft ist eine Stadt im Kleinen. Und natürlich führe das zu besonderen Herausforderungen an die Mitarbeitenden und das Management im Unternehmen – bei internen Audits ebenso wie bei den externen Audits. Aber auch an den Auditplan und an das Auditieren selbst.
Das interne Audit - Integriertes Managementsystem
In unserem eintägigen Seminar erlangen Sie wertvolles Wissen über sinnvolle Aspekte der Planung, Durchführung und Nachbereitung des internen Auditierens eines integrierten Managementsystems. Aus dem Programm:
- Planung: Erstellen eines Audit-Zeitplans
- Durchführung: Ergebnisorientiert auditieren
- Nachbereitung: Berichterstellung und Maßnahmenplanung
Komplexe Schiffsbau-Technik
Als entscheidender Meilenstein der jüngeren Unternehmensgeschichte gilt die Eingliederung in die MEYER WERFT im Jahr 1997, die seither unter dem Namen MEYER Gruppe firmiert. Diese Fusion ermöglichte der NEPTUN WERFT die Spezialisierung auf den Bau kompletter Flusskreuzfahrtschiffe und der bereits genannten schwimmenden Maschinenraum-Module für seegängige Kreuzfahrtschiffe, die in Papenburg und Turku entstehen.
| NEPTUN WERFT – Unternehmensdaten |
Gründung | 1850 in Rostock, seit 1997 Teil der MEYER Gruppe |
Sitz | Rostock-Warnemünde |
Geschäftsführung | Bernard Meyer, Thomas Weigend, Manfred Ossevorth |
Geschäftsfelder | Schiffbau |
Portfolio | Flusskreuzfahrtschiffe, schwimmende Maschinenraum-Module für Kreuzfahrtschiffe, Fähren, Gas-Tanker |
Mitarbeiter | über 700 eigene Mitarbeiter sowie rund 1.300 Mitarbeiter von Partnerfirmen |
ISO-Zertifizierungen | ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001, ISO 50001 |
DQS: Ihr kompetenter Zertifizierungspartner
Seit 40 Jahren ist die DQS auf Audits und Zertifizierungen für Managementsysteme und Prozesse spezialisiert. Dabei beginnt unser Anspruch dort, wo Auditchecklisten enden. Wir sind Teil der weltweiten DQS Gruppe und auditieren nach rund 200 anerkannten Normen und Regelwerken oder nach spezifischen Vorgaben – egal ob regional, national oder international. Die DQS GmbH ist bei der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) akkreditiert.
Wesentliche Elemente bei der Durchführung von Audits und Zertifizierungen sind für die DQS Unparteilichkeit und Objektivität – sowohl in den normativen Bereichen als auch bei der Durchführung sämtlicher Audittätigkeiten. Mehr dazu erfahren Sie in unserer Auditphilosophie.
Unsere Auditoren sind ausgebildete Fach- und Führungskräfte mit langjähriger Berufserfahrung und hoher Branchenkompetenz. Sie repräsentieren alle Bereiche aus Industrie und Wirtschaft, der öffentlichen Verwaltung und aus dem Gesundheitswesen. Sie kennen Ihre täglichen Herausforderungen und Ihr Business aus eigener Erfahrung, können Ihre Unternehmensprozesse beurteilen, erkennen Stärken und zeigen Schwachstellen auf. Sie verfügen zumeist über eine tiefgreifende Normkenntnis mehrerer Standards. Auf diese Weise können integrierte Managementsysteme themenübergreifend auditiert und verbessert werden.
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Wichtige Information
BS OHSAS ist vollständig durch ISO 45001 abgelöst
Am 30. September 2021 wurde der seit über 20 Jahren für Arbeitsschutzmanagement relevante britische Standard OHSAS 18001 durch die internationale Norm ISO 45001 abgelöst.
Organisationen, die über ein zertifiziertes Managementsystem verfügen, sind mit dem Vorgehen der Ablösung und den vom International Accreditation Forum (IAF) festgelegten Übergangsfristen in der Regel vertraut. Wie bei zurückliegenden Revisionen bedeutender Managementsystemnormen, zum Beispiel ISO 9001 und ISO 27001 wurde auch diesmal eine dreijährige Übergangsfrist für den Umstieg festgelegt. Sie sollte zunächst am 11. März 2021 enden, wurde aber aufgrund der Covid 19-Pandemie vom IAF um sechs Monate verlängert. Seither haben alle Zertifikate gemäß BS OHSAS 18001 ihre Gültigkeit verloren. Die alte Norm ist abgelöst.
Vertrauen und Expertise
Unsere Texte und Broschüren werden ausschließlich von unseren Normexperten oder langjährigen Auditoren verfasst. Sollten Sie Fragen zu den Textinhalten oder unseren Dienstleistungen an unseren Autor haben, senden Sie uns gerne eine E-Mail: [email protected]
Hinweis: Wir verwenden aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum. Die Direktive schließt jedoch grundsätzlich Personen jeglicher Geschlechteridentitäten mit ein, soweit es für die Aussage erforderlich ist.