Informationssicherheit in der Medienbranche
Hohe KRITIS-Anforderungen
Da der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu den Kritischen Infrastrukturen (KRITIS) zählt, haben sich die Anforderungen und regulatorischen Vorgaben an die Informationssicherheit im digitalen Raum in den letzten Jahren stark verschärft – eine Entwicklung in der Compliance, die auch an einem mittelständischen, hoch spezialisierten digitalen Dienstleister wie LOGIC nicht vorbeigeht:
„Mit unter 50 Vollzeitäquivalenten liegen wir eigentlich unter dem NIS-2-Scope für die wichtigen Einrichtungen. Aber da unsere Hauptkunden aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk kommen, und wir oft über externe Systemzugänge verfügen, müssen wir – Stichwort: Supply Chain Security – immer höhere Sicherheitsanforderungen erfüllen“, erklärt Markus Reinisch, Vice President Operations bei LOGIC.
„Gleichzeitig ist unser Fokus auf Informationssicherheit und die ISO 27001 Zertifizierung aber auch intrinsisch motiviert", so Reinisch weiter. "Tatsächlich gab es ja bereits Social Engineering Angriffe bei großen Rundfunkanstalten, bei denen versucht wurde, über Mitarbeiter- und Subunternehmer-Zugänge ins Sendesystem zu gelangen. Als Dienstleister, der eng mit den Sendern zusammenarbeitet, wollen wir ein klares Signal setzen, dass sich unsere Kunden auf uns verlassen können. Die erfolgreiche Umsetzung und Zertifizierung eines ISMS nach ISO 27001 hilft uns, diese Vertrauenswürdigkeit nachzuweisen, und ist damit ein wertvoller Türöffner für viele spannende Projekte.“
Cybersicherheit mit einem maßgeschneiderten ISMS
Bereits seit 2022 – noch bevor das Thema Informationssicherheit in der Broadcast Branche weltweit präsent wurde – reifte bei LOGIC der Entschluss, sich nach ISO 27001 zertifizieren zu lassen. Im März 2023 fiel dann der Startschuss zum Projekt, zunächst mit der Kalkulation von Kosten und Aufwand, dann mit ersten Gesprächen mit der DQS als Zertifizierer und Data Guard als Dienstleister für Beratung und Support bei Entwicklung und Betrieb des Managementsystems. Die Umsetzung startete schließlich im Mai 2023.
„Aufgrund unserer hohen intrinsischen Motivation, ein wirksames und maßgeschneidertes Informationssicherheits-Managementsystem aufzubauen, ging es uns nie darum, stumpf standardisierte Dokument- und Prozessvorlagen abzuarbeiten“, erklärt Niklas Ehrenklau, Information Security Officer bei LOGIC.
„Stattdessen wollten wir die Informationssicherheit zu einem lebendigen Teil unserer Unternehmenskultur machen. Dafür galt es, ein tiefes Verständnis für die ISO-Norm zu entwickeln, daraus Impulse für konkrete Verbesserungen abzuleiten und diese in einem maßgeschneiderten ISMS umzusetzen. Dies bedeutete im Vergleich zur Nutzung von Standard-Templates einen gewissen Mehraufwand, den wir mithilfe von Gen-KI-Tools aber gut reduzieren konnten, und hat unter dem Strich enormen Mehrwert generiert. So haben wir im Zuge der ISMS-Entwicklung viele spannende Synergieeffekte zwischen unseren Prozess-Tools entdeckt, die wir letztlich in unserem zentralen ERP-System zusammenführen und standardisieren konnten.“