In der deut­schen Sprache wird eine Regel oft als einzelne Vorgabe auf­ge­fasst, die Teil eines in sich ge­schlos­se­nen Do­ku­ments ist. Der Nor­men­fach­spra­che folgend ist eine Regel jedoch keine Ein­zel­vor­ga­be, sondern ein kom­plet­tes Do­ku­ment, z.B. in Form einer Norm, wie DIN EN ISO 9001:2015 (Qualität) oder einer tech­ni­schen Regel, wie IATF 16949 (Au­to­mo­bil).

„Ein Re­gel­werk ist eine Sammlung von Regeln.“
Duden

Diese Duden-Definition führt zu der Frage, was eine Regel ist.
In der DITR-Datenbank bildet ein Regelwerk eine Klasse von Normen und technischen Regeln mit gemeinsamen Merkmalen (meist die Herausgeber). Die Datenbank enthält ca. 700.000 gültige Normen und technische Regeln verschiedener Herausgeber (z.B. DIN, ISO, IEC, VDE etc.) sowie unzählige historische und nicht mehr gültige Dokumente. Die Regelwerke unterliegen dabei einer bestimmten Bezeichnungshierarchie, was u.a. die Pflege und Recherche innerhalb der DITR-Datenbank aber auch in „Perinorm“, einer millionenfach genutzten Anwendung zur Suche nach Normen und technischen Regeln, erleichtert.

 

Wie ist die Bezeichnungshierachie beim DIN?

Beim DIN sieht die Bezeichnungshierarchie folgendermaßen aus: Als vom DIN selbst so bezeichnetes „Überregelwerk“ dient das Herausgeberkürzel „DIN“. Diesem Überregelwerk sind alle Regelwerke untergeordnet, bei denen DIN anderen (Herausgeber-)Kürzeln oder auch direkt der Dokumentennummer voransteht, z.B. DIN EN oder DIN EN ISO. Hat eine Norm oder technische Regel mehr als einen Herausgeber, ist sie auch in mehr als einem Regelwerk enthalten.  

 

Regelwerk in der Praxis

In der täglichen Praxis kommt diese für Nichtfachleute etwas unübersichtliche Bezeichnungshierarchie allerdings wenig zum Tragen. Denn Regelwerke im Sinn der Normensprache enthalten keine Vorgaben oder Anforderungen. Sie sind lediglich ein Schema, um Normen, Standards und technische Regeln in Klassen einzuteilen.

Autor

Ute Dröge

In ihrer Rolle als langjährige Au­di­to­rin und Norm­ex­per­tin ist Ute Dröge eine zentrale An­sprech­part­ne­rin für den Großkundenbereich der DQS. Ihre um­fas­sen­de Ex­per­ti­se er­streckt sich über diverse Branchen und kon­zen­triert sich auf die Schwer­punk­te Qualität, Umwelt, Ar­beits­si­cher­heit und En­er­gie­ma­nage­ment. Im Rahmen der DQS Academy wird ins­be­son­de­re das um­fang­rei­che Fach­wis­sen der er­fah­re­nen Mo­de­ra­to­rin und Trai­ne­rin geschätzt.

 

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