ISCC als Brücke zur EUDR-Compliance
An dieser Stelle bietet das Zertifizierungssystem ISCC (International Sustainability and Carbon Certification) eine pragmatische und zugleich international anerkannte Lösung. ISCC hat als eines der führenden Nachhaltigkeitssysteme ein spezielles EUDR Add-on entwickelt, das bestehende ISCC-Zertifizierungen ergänzt und Unternehmen dabei unterstützt, die spezifischen Anforderungen der EU-Entwaldungsverordnung zuverlässig umzusetzen.
Herzstück dieses Ansatzes ist das ISCC EUDRx Tool, das auf Basis von Geolokalisierungsdaten automatisiert prüft, ob Anbauflächen den Kriterien der EUDR entsprechen. Unternehmen erhalten standardisierte Reports, die nicht nur für die interne Risikoanalyse, sondern auch für die behördlich geforderte EUDR Due-Diligence-Erklärung genutzt werden können. Damit wird ein wesentliches Element der EUDR – die geografisch gestützte Rückverfolgbarkeit – in einen transparenten und auditierbaren Prozess überführt.
Darüber hinaus integriert ISCC das EUDR Add-on in den regulären Zertifizierungszyklus. Das bedeutet, dass Auditor*innen die EUDR-Anforderungen im Rahmen der ohnehin stattfindenden ISCC-Prüfungen bewerten. Für Unternehmen reduziert sich so der Aufwand für separate Sonderaudits, und die Compliance-Prüfung wird in ein etabliertes, international anerkanntes Auditverfahren eingebettet. Besonders für sogenannte First Gathering Points (FGP) – also die ersten Erfassungspunkte in der Lieferkette – schafft dies klare Strukturen: Sie sind verpflichtet, EUDRx-Berichte zu generieren und an nachgelagerte Akteure weiterzugeben. So entsteht ein durchgängiger Daten- und Nachweisfluss entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Wettbewerbsvorteile durch proaktives Handeln
In den vergangenen Monaten wurde vielfach darüber spekuliert, ob die EUDR in der geplanten Form tatsächlich umgesetzt wird. Diskussionen über die Belastung für Unternehmen, über bürokratischen Aufwand und über eine mögliche Verschiebung haben dazu geführt, dass viele Akteure zunächst abwarteten. Mit der endgültigen Bestätigung der Anwendungstermine ist jedoch klar: Die Verordnung wird Realität, und der regulatorische Rahmen steht fest.
Für Unternehmen bedeutet das, dass sie keine Zeit mehr verlieren sollten. Denn die Erfahrung zeigt: Je komplexer die Lieferkette, desto länger dauert es, belastbare Daten zu erheben und Prozesse anzupassen. Unternehmen, die frühzeitig mit der Umsetzung beginnen, reduzieren nicht nur regulatorische Risiken, sondern nutzen Ressourcen effizienter, da Datenaufbereitung, Lieferantenkommunikation und Auditvorbereitung strategisch und geordnet erfolgen können.
Das ISCC-System bietet Unternehmen dafür einen erprobten Rahmen: Geodatenintegration, standardisierte Risikoanalysen, auditierbare Nachweise und internationale Anerkennung. In Kombination mit der EUDR-spezifischen Erweiterung entsteht ein Werkzeug, das weit über reine Compliance hinausgeht – es stärkt die strategische Resilienz von Lieferketten und unterstützt Unternehmen dabei, Nachhaltigkeit sichtbar und überprüfbar zu verankern.