En­er­gie­ma­nage­ment­sys­te­me gehören heut­zu­ta­ge in vielen Un­ter­neh­men zum Stan­dard. Das ist richtig und wichtig, denn die Vorteile für Geld­beu­tel und Umwelt sind spürbar. Gleiches gilt jedoch auch für eine der kost­bars­ten Res­sour­cen überhaupt: Wasser. Die neue ISO 46001 Zer­ti­fi­zie­rung soll es nun Or­ga­ni­sa­tio­nen ermöglichen, anhand eines Ma­nage­ment­sys­tems die Was­ser­ef­fi­zi­enz zu erhöhen.

Steigender Bevölkerungsdruck und die Auswirkungen des Klimawandels treiben vielerorts den Wasserbedarf stark nach oben. Die steigende Nachfrage setzt nicht nur die Preise und damit auch die Gesellschaft unter Druck. Sie hat auch bedeutende Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Wasserknappheit bedroht bereits heute in einigen Ländern den Fortbestand bestimmter Geschäftsbereiche.

Mit der Norm ISO 46001 können Unternehmen ihr Wassereffizienz-Managementsystem (WEMS) nach internationalem Standard ausrichten und zertifizieren lassen. Ziel der Norm ist es, Anforderungen an WEMS aufzuzeigen und eine wirksame und flexible Anleitung zur Einführung und Aufrechterhaltung von Wassereffizienz-Managementsystemen in Unternehmen zu geben. Die Einführung eines solches WEMS soll zu einem effizienten und nachhaltigen Umgang mit Wasser führen.

ISO 46001: Inhalt und Struktur der Norm

In sieben Abschnitten beschreibt die ISO 46001 Norm das Vorgehen. Im Folgenden wird dieses grob skizziert:

  • Abschnitt 4 erklärt zunächst, wie wichtig die Abstimmung des WEMS auf den Kontext des Unternehmens ist. Dieser erste Schritt hat einen großen Einfluss auf das WEMS, seinen Umfang und seine Grenzen.
  • Abschnitt 5 zeigt auf, welchen Einfluss das Führungsverhalten auf das Managementsystem hat, welche Akteure eingebunden werden müssen und was bei der Ausarbeitung der WEMS-Strategie beachtet werden muss.
  • Der Abschnitt 6 betrifft die Planung. Hier müssen Risiken und Chancen des WEMS identifiziert werden, um auf dieser Grundlage fundierte Entscheidungen über die Ziele, Durchführung, Datenverarbeitung etc. treffen zu können, auch in Hinsicht auf Compliance-Auflagen.
  • Im Abschnitt 7 wird aufgeführt, welche Unterstützungsmaßnahmen für ein funktionierendes WEMS notwendig sind. Das betrifft Investitionen in Aufbau, Implementation, Aufrechterhaltung und kontinuierliche Verbesserung des WEMS. Darüber hinaus müssen die Mitarbeiter in Bezug auf ihre Kompetenzen und Sensibilisierung geschult werden. Es müssen Entscheidungen über den Umfang der Kommunikation sowie der Dokumentation, Aktualisierung und Kontrolle der gesammelten Informationen getroffen werden.
  • Der 8. Abschnitt beschreibt wie die festgelegten Prozesse und Maßnahmen in Übereinstimmung mit ISO 46001 umgesetzt werden müssen.
  • Der 9. Abschnitt beinhaltet die Leistungsbewertung. Hier werden Informationen zu Datenüberwachung, Messung, Analyse und Bewertung gegeben. Die Funktionsweise des WEMS soll in internen Audits und durch das Management überwacht werden.
  • Abschnitt 10 erklärt, wie mit Abweichungen umgegangen werden soll, um daraus eine kontinuierliche Verbesserung des WEMS zu erwirken.

Hieraus ergibt sich ein Kreislauf, der in der folgenden Grafik vereinfacht dargestellt ist:

ISO 46001, Wassereffizienz

An wen richtet sich die ISO 46001 Zertifizierung?

Die Implementierung der Norm ist für alle Unternehmen und Organisationen sinnvoll, die mehr als nur eine geringe Menge an Wasser verbrauchen. Im europäischen Durchschnitt entfallen 52% des gesamten Wasserverbrauchs auf Gewerbe und Industrie. Zahlen, die zeigen – besonders in diesen Wirtschaftszweigen besteht Handlungsbedarf.

Warum lohnt es sich, ISO 46001 in der Praxis umzusetzen?

Die ISO 46001 Zertifizierung von Wassereffizienz-Managementsysteme stellt eine funktionale und ambitionierte Systematik hinter dem WEMS sicher. Die konsequente Anwendung der Norm sorgt dafür, dass folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Der gesellschaftlichen und unternehmerischen Verantwortung in Bezug auf nachhaltigen Wasserverbrauch gerecht werden
  • Risiken und Chancen im Bereich Wasserverbrauch aufdecken, kontrollieren, kontinuierlich optimieren und so die Wasserbilanz verbessern.
  • Sicherstellen, dass das WEMS unternehmensspezifisch zugeschnitten ist und alle wichtigen Punkte mit einbezieht
Autor

Con­stan­ze Illner

Con­stan­ze Illner (sie/ihr) ist Research und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­auf­trag­te im Bereich Nach­hal­tig­keit und Le­bens­mit­tel­si­cher­heit. In dieser Position behält sie alle wich­ti­gen Ent­wick­lun­gen in diesem Zu­sam­men­hang im Auge und in­for­miert unsere Kund­schaft in einem mo­nat­li­chen News­let­ter. Außerdem mo­de­riert sie die alljährliche Sus­taina­bi­li­ty Heroes Kon­fe­renz.

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