Im Februar 2021 hatte Covid-19 (SARS-CoV-2) die Welt fest im Griff. Nicht nur im privaten Alltag, auch und gerade am Ar­beits­platz war das Risiko einer An­ste­ckung groß. Die strikte Ein­hal­tung von Ver­hal­tens­re­geln und behördlichen Vorgaben war das A und O, um sich und andere vor der Krank­heit zu schützen. In der Ar­beits­welt ist aber eines be­son­ders wichtig: die Fähigkeit von Un­ter­neh­men, schnell und flexibel auf sich verändernde Si­tua­tio­nen zu re­agie­ren – der Leit­fa­den ISO/PAS 45005 kann dabei eine große Hilfe sein.

Die Technische Regel ISO/PAS 45005: Occupational health and safety management – General guidelines for safe working during the COVID-19 pandemic wurde im Dezember 2020 in englischer Sprache veröffentlicht.


Der Leitfaden enthält internationale Richtlinien für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA), die auf den Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie am Arbeitsplatz zielen. Das Dokument kann auf der Webseite der ISO (International Organization for Standardization) in vollem Umfang eingesehen werden.

Technische Regel für Unternehmen aller Art

ISO 45005 basiert auf der „BSI Safe Working Guidance“ (Anleitung zum sicheren Arbeiten), die im Mai 2020 veröffentlicht wurde. Der Leitfaden enthält 14 Kapitel sowie die zwei Anhänge A und B. Diese halten praktische Überlegungen für jene bereit, die COVID-19-Maßnahmen in einem Unternehmen implementieren wollen.

Der Standard wurde mitten in der Corona-Pandemie herausgegeben und nimmt konkret Bezug darauf. Ungeachtet dessen ist die Herangehensweise für jede vergleichbare Art von Infektionsgeschehen geeignet und hilft Unternehmen demzufolge auch auf lange Sicht, auf derartige Ereignisse vorbereitet zu sein und damit umzugehen.

ISO 45005 greift auf Managementebene

Unternehmen jeder Branche, Art und Größe können die Leitlinien implementieren und so den Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten, aber auch weiterer interessierter Parteien in Pandemiezeiten verbessern.

Der Leit­fa­den geht die Pan­de­mie-Si­tua­ti­on in Un­ter­neh­men auf Ma­nage­ment­ebe­ne an: ri­si­ko­ba­siert und mit pra­xis­ori­en­tier­ten An­lei­tun­gen für mögliche Maßnahmen.

Die globalen Richtlinien sind ebenso für solche Unternehmen hilfreich, die nach einer pandemiebedingten Schließung ihren Betrieb wieder aufnehmen oder komplett neu eröffnen.

Anwender von ISO-Managementsystemnormen, vor allem aber jene der internationalen Norm für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA), DIN ISO 45001, können die Richtlinien über den PDCA-Zyklus unmittelbar in ihr Managementsystem integrieren.

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DIN ISO 45001

Kompass für Arbeits- und Ge­sund­heits­schutz

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Die Kapitel der technischen Regel ISO/PAS 45005

Die Nummerierung der Kapitel des Leitfadens ISO 45005 stimmt nicht mit der gemeinsamen Grundstruktur (HLS) von ISO-Managementsystemnormen, zum Beispiel ISO 45001, überein. Dennoch kann eine klare Zuordnung erfolgen.

PLAN – KAP. 4 bis 8: planen, was die Organisation zum sicheren Arbeiten benötigt

4. Planung und Bewertung von Risiken
5. vermutete oder bestätigte COVID-19-Fälle
6. psychische Gesundheit und Wohlbefinden
7. Inklusion
8. Ressourcen

DO – KAP. 9 bis 12: ausführen der geplanten Maßnahme

9. Kommunikation
10. Hygiene
11. Gebrauch persönlicher Schutzausrüstung
12. Betrieb/Tätigkeiten

CHECK – KAP. 13: überprüfen, ob die Maßnahme greife

13. Bewertung der Leistung

ACT – KAP. 14: mögliche Schwachstellen und Lösungen ermitteln

14. fortlaufende Verbesserung

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Zer­ti­fi­zier­tes Ar­beits­schutz­ma­nage­ment

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ISO 45005 - Großer Nutzen für Unternehmen

Im Mittelpunkt der internationalen Richtlinie steht die risiko- und praxisorientierte Herangehensweise:

  • kompakte Darstellung mit Schwerpunkt auf Pandemie-Situationen
  • Bewertung der mit Pandemien verbundenen Risiken
  • praxisorientierte Anleitung zum Umgang mit Risiken
  • Beispiele zur Umsetzung von Maßnahmen
  • Einbeziehung mehrerer Standorte
  • Reduzierung krankheitsbedingter Ausfälle auch bei harmloseren Infektionen
  • Unterstützung bei der Erstellung von Reaktionsplänen mit Blick auf Veränderungen
  • Integration der Leitlinien in den PDCA-Zyklus eines bestehende SGA-Managementsystems nach ISO 45001, aber auch in andere Managementsysteme, die auf ISO-Normen basieren
  • regelmäßige Anpassung an sich verändernde Situationen

UN­SER LE­SE­TIPP:

Mehr wert­vol­les Ex­per­ten­wis­sen zur be­kann­ten SGA-Norm: Lesen Sie, wie Sie ISO 45001 er­folg­reich einführen.

Behördliche Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz

Die Bundesregierung unternimmt beim Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz große Anstrengungen, ihre Verordnungen aktuell zu halten und an die Entwicklung der Covid-19-Pandemie anzupassen.

Die im August 2020 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) herausgegebene „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel“ wurde zuletzt am 21. Januar 2021 durch eine neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona ArbSchV) ergänzt. Sie enthält, zusätzlich zu den bereits bestehenden, inzwischen allgemein bekannten Vorgaben, verschärfte Maßnahmen zur Gewährleistung des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten.

Dazu gehören vor allem folgende Verpflichtung:

  • Angebot von Homeoffice
  • strengere Regeln zum Abstandhalten
  • strengere Regeln zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes
  • Vorgaben zur Maximalbelegung von Räumen durch Personal
  • Bereitstellen von Gesichtsmasken durch den Arbeitgeber

In­ter­es­san­tes Thema? Lesen Sie mehr über den BMAS Ar­beits­schutz­stan­dard.

DQS – Wer wir für Sie sind

  • erste Zertifizierungsgesellschaft für Managementsysteme und Prozesse in Deutschland
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  • akkreditiert und zugelassen für mehr als 200 internationale Regelwerke und anerkannte Standards
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DQS. THE AUDIT COMPANY.

Was wir in Zeiten von Covid-19 für Sie tun können

Auf externe Expertise zurückzugreifen, ist ein bewährtes Mittel: Der Blick von außen hilft, um Schwachstellen im betrieblichen Alltag zu entdecken und wertvolle Unterstützung bei der Risikoerkennung und Maßnahmenumsetzung zu erhalten. Im Zusammenhang mit dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und ISO 45005 begutachten unsere Auditoren, ob Ihr Unternehmen:

  • notwendige Vorsorgemaßnahmen ergriffen hat
  • alle Dokumentationsaspekte und -pflichten berücksichtigt
  • Risiken erkennt und entsprechende Maßnahmen ableitet
  • dokumentiert hat, ob die Maßnahmen entsprechend der Risikobeurteilung angemessen sind
  • über Verbesserungspotenzial verfügt
  • Risiken in der Lieferkette aufweist

Unsere Begutachtung erfolgt an einem Tag vor Ort. Zum Abschluss erhält Ihr Unternehmen einen Bericht und eine Bescheinigung.

Hinweis: ISO 45001 hat BS OHSAS 18001 abgelöst

Am 30. September 2021 wurde der seit über 20 Jahren für Arbeitsschutzmanagement relevante britische Standard OHSAS 18001 durch ISO 45001 abgelöst.

Autor
Altan Dayankac

Glo­bal Program Manager und Senior Sus­taina­bi­li­ty Manager der DQS Gruppe und in­ter­na­tio­na­ler Experte für zahl­rei­che Nach­hal­tig­keits-, Klima-, Umwelt- und Ar­beits­si­cher­heits­the­men. Seine Ex­per­ti­se bringt Altan Dayankac zudem als Autor und Mo­de­ra­tor in HSE- und Nach­hal­tig­keits-Ko­mi­tees sowie in ver­schie­de­ne Fach­ver­an­stal­tun­gen ein.

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