Cir­cu­lar Economy erhält an­ge­sichts des fort­schrei­ten­den Kli­ma­wan­dels und weiterer Krisen immer mehr Auf­merk­sam­keit. Die Hoff­nung, mithilfe einer in­tel­li­gen­ten Kreis­lauf­wirt­schaft we­sent­lich zur Ein­hal­tung des global ver­ein­bar­ten 1,5-Grad-Ziels bei­tra­gen zu können, ist bei kon­se­quen­ter Um­set­zung dieses nach­hal­ti­gen Wirt­schafts­mo­dells durchaus be­rech­tigt.

Was steckt hinter dem Konzept, und welchen Einfluss haben Ge­setz­ge­bung und Normung auf das Thema? Lesen Sie im fol­gen­den Beitrag alles We­sent­li­che rund um Circular Economy Stra­te­gien und die Rolle von Normen und Um­welt­stan­dards.

Was ist Circular Economy?

Die Circular Economy, auch Kreislaufwirtschaft genannt, ist ein Wirtschaftsmodell mit dem Ziel, Ressourcen effizient zu nutzen, Abfall zu minimieren und Produkte sowie Materialien so lange wie möglich im Umlauf zu halten. 

Die Grundidee: Zero Waste Management. Das Konzept eines natürlichen Stoffkreislaufs ohne Abfall (Zero Waste) ist alles andere als neu. Die Urform der traditionellen Landwirtschaft ist ein gutes Beispiel für einen weitgehend natürlichen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und kann als Urmodell einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft betrachtet werden. Sie kommt ohne künstliche Hilfsstoffe aus und Nebenprodukte aus der Herstellung sowie „Abfälle“ aus der Nutzung der hergestellten Produkte landen wieder auf dem Acker. 

Im Gegensatz dazu entstand im Zuge der Industrialisierung jedoch eine sogenannte lineare Wirtschaft, bei der Produkte meist unter Totalverlust der eingesetzten Ressourcen nach Gebrauch als Abfall entsorgt wurden. Dies ist in weiten Teilen bis heute Standard: 2023 fielen allein in der EU 2,2 Milliarden Tonnen Abfall an.

 

Das Ziel industrieller Kreislaufwirtschaft: Cradle to Cradle

Circular Economy setzt, neben Abfallvermeidung, auf Wiederverwendung, Reparatur, Aufbereitung und Recycling. Die Idee der Kreislaufwirtschaft für das industrielle Umfeld ist erst rund 35 Jahre alt. Und: Es sollte fast noch weitere zehn Jahre dauern, bis Ende der 90er-Jahre das Prinzip „Cradle-to-Cradle“ (von der „Wiege zur Wiege“) entwickelt wurde.

Das Ideal-Prinzip zeigt einen gangbaren Weg aus einer Wegwerfgesellschaft hin zum Wirtschaften per Kreislaufwirtschaft auf, bislang jedoch noch ohne durchschlagenden Erfolg. Dieser wäre jedoch mit Blick auf die Klimakrise, vorhandenen kritischen Abhängigkeiten und Lieferkettenrisiken mehr als nur wünschenswert.

Der Begriff Kreis­lauf­wirt­schaft im Sinne des EU-Ak­ti­ons­plans umfasst alle Phasen der Wert­schöp­fung – von der Pro­dukt­ge­stal­tung und Pro­duk­ti­on bis hin zu Ver­brauch be­zie­hungs­wei­se Nutzung, Re­pa­ra­tur, Ab­fall­be­wirt­schaf­tung und se­kun­dä­ren Roh­stof­fen, die in die Wirt­schaft zu­rück­ge­führt werden.

Quelle: Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) Herausgegeben vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

Eine ökologisch sinnvolle und sozial verträgliche Kreislaufwirtschaft baut auf:

  • nachhaltiges Design von Produkten
  • nachhaltig gewonnene Primär-Rohstoffe und Sekundär-Rohstoffe, möglichst aus dem Recycling
  • saubere, energiearme Technik für Aufbereitungs- und Herstellungsprozesse, unter anderem die Nutzung erneuerbarer Energien
  • umweltverträglichen Handel sowie eine moderne und intelligente Logistik
  • lange Produktlebensdauer respektive hohe Qualitätsstandards und Reparaturfähigkeit
  • energie- und schadstoffarmes Aufbereiten und Recycling
  • Minimierung von Abfall außerhalb von Kreisläufen und Unschädlichmachen dieser

Logischer Ausgangspunkt für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist bei genauerer Betrachtung das Produktdesign. Als Unterstützung bei Entscheidungsprozessen im Produktdesign kann beispielsweise die Ökobilanzierung (englisch: Life Cycle Assessment) nach ISO 14040 und ISO 14044 oder auch die produktbezogene Treibhausgasbilanz (ISO 14067) helfen, unter welchen der gesamte Lebenszyklus eines Produktes und die Umwelteinflüsse modelliert werden können.

Folgende Aspekte sollten im Produktdesign angestrebt werden:

  • Schwerpunkt auf einfache technische Lösungen, Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit und einfaches Recycling
  • Verwendung regional oder im Binnenmarkt verfügbarer und leicht recyclingfähiger Teile und Materialien
  • Nutzung von Nebenprodukten anderer Produktprozesse
  • Nutzung nachwachsender Materialien
  • Vermeidung des Einsatzes toxischer und seltener Stoffe
  • Verwendung nachvollziehbarer Komponentenverbindungen und öffentlicher Standards

Oder, um es mit dem griechischen Fabel-Dichter der Antike Äsop zu sagen: „Quidquid agis, prudenter agas et respice finem“ (Was du auch tust, tue es klug und bedenke das Ende). 

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Carbon Foot­print

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Risiken und Chancen der Kreislaufwirtschaft

Eine nüchterne Betrachtung von Risiken und Chancen einer flächendeckend angewendeten Kreislaufwirtschaft zeigt, dass die Chancen dieser Form des Wirtschaftens pro Klimawandel bei Weitem überwiegen. Zunächst aber zu den möglichen Risiken:

  • Verschwinden von Unternehmen mit linearen Business Modellen und ohne Kontext-Betrachtung in abzuschaffenden linearen Märkten
  • hohe Investitionskosten bei der Umstellung auf „Cradle-to-Cradle“ 
  • kurz- und mittelfristig höhere Material- und Prozesskosten
  • gegebenenfalls neue (health- and safety-) Risiken in neuen Geschäftsfeldern der Wartungs-, Wiederaufarbeitungs- und Recycling-Branche 

Wenn von Risiken für die Wirtschaft im Zusammenhang mit Kreislaufwirtschaft gesprochen werden kann, betrifft es vor allem jene Unternehmen oder Märkte, deren Geschäftsmodelle auf schnellem Durchsatz minderwertiger Wegwerfprodukte (etwa Einweg-Kunststoff- und Elektroartikel oder auch nicht-recyclingfähige Fast-Fashion-Textilien) und geplanter Obsoleszenz (Produkte mit Sollbruchstellen) basieren. Eine möglicherweise vom Gesetzgeber vorgegebene Teilnahme an der Circular Economy, beziehungsweise eine zunehmende Unwirtschaftlichkeit nicht kreislauffähiger Business Modelle und Produkte, würde so ein Verschwinden dieser bedeuten. 

Für Unternehmen, die beispielsweise eine technisch anspruchsvolle Design-Lösung und weitreichende Umstellungen in der Produktion für den Übergang auf „Cradle-to-Cradle“ benötigen, könnten sich – zumindest kurz- und mittelfristig – höhere Kosten als Risiko erweisen. 

 

Die Chancen überwiegen bei Weitem 

Die Chancen einer konsequenten Kreislaufwirtschaft liegen hingegen – soweit energetisch sinnvoll umgesetzt – auf der Hand, so zum Beispiel:

  • Einsparung von Ressourcen
  • Einsparung von Energie
  • Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen
  • Schonung von Lebensräumen und Ökosystemen
  • Unabhängigkeit von Rohstoffimporten und höhere Verfügbarkeit von Rohstoffen
  • Reduzierung von (toxischen) Abfällen
  • Schaffung neuer Arbeitsplätze
  • Förderung von Innovation im Produktdesign
  • Höhere Produktqualität und längere Produktlebensdauer
  • Langfristige Kostenreduktion 

Die Chancen deuten also nicht nur auf einen erheblichen ökologischen Nutzen für den Menschen hin, wie die Begrenzung der Klimakrise, Erhalt von Ökosystemen, geringere Belastung von Luft, Boden und Gewässern etc. Sie lassen auch Hinweise auf einen spürbaren Innovationsschub und enormes wirtschaftliches Potenzial inklusive höherem Kundennutzen erkennen. Dazu kommt eine Reihe sozialer Aspekte, unter anderem die Aussicht auf neue und vor allem nachhaltige Arbeitsplätze, aber auch eine Reduktion des Bedarfs aus problematischen Rohstoffquellen.

ISO 14001 trifft auf Circular Economy 

ISO 14001 ist eine international gültige und anerkannte Umweltnorm. Sie wird von Unternehmen freiwillig ohne gesetzliche Verpflichtung und aus den unterschiedlichsten ökologischen, ökonomischen und sozialen Gründen implementiert. Die Norm kann damit einen gewissen Einfluss auf Aspekte der Kreislaufwirtschaft nehmen. Allerdings ist ihr Einfluss auf die Normanwender beschränkt, deren Zahl laut des jährlich erstellten ISO Survey jedoch stetig zunimmt.     

Von den zahlreichen Normanforderungen sind im Wesentlichen jene in Kapitel 6.1.2 „Umweltaspekte“ für das Thema Circular Economy relevant. Ein Umweltaspekt ist laut Normdefinition „[ein] Bestandteil der Tätigkeiten oder Produkte oder Dienstleistungen einer Organisation, der in Wechselwirkung mit der Umwelt tritt oder treten kann“. 

In der Hauptsache geht es darum, innerhalb des Anwendungsbereiches des Umweltmanagementsystems jene Umweltaspekte zu definieren, die sich sowohl durch die Tätigkeit des Unternehmens, als auch durch seine Produkte und Dienstleistungen ergeben; jedenfalls so weit diese ausreichend bedeutend, zu steuern oder zu beeinflussen sind. Die Definition der Umweltaspekte muss unter „Berücksichtigung des Lebenswegs“ erfolgen – das ist die zentrale Aussage für die Relevanz in Bezug auf Circular Economy.

Damit stellen sich zwei Fragen: Wann ist ein Umweltaspekt "bedeutend“ und was bedeutet die Lebenswegbetrachtung eines Produkts oder einer Dienstleitung im Sinn der Norm ISO 14001? 

  1. Welche Umweltaspekte von Bedeutung sind, legt Ihr Unternehmen selbst fest!
  2. Was für eine normgerechte Berücksichtigung des Lebenswegs zu tun ist, findet sich im Anhang der Norm unter A.6.1.2: „Das [gemeint ist die Berücksichtigung des Lebenswegs] erfordert keine ausführliche Ökobilanz; die sorgfältige Betrachtung der Abschnitte des Lebenswegs, die von der Organisation gesteuert und beeinflusst werden können, ist ausreichend.“ 
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Le­bens­weg­be­trach­tung nach ISO 14001

gemäß DIN/TS 35807

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Die Implementierung und Zertifizierung der Umweltnorm kann für ein Unternehmen also durchaus ein erster Schritt zu einer sinnvollen Kreislaufwirtschaft sein. Als treibende Kraft sind die betreffenden Normanforderungen jedoch recht vage. Dieser Umstand wird sich auch mit der bereits laufenden Revision von ISO 14001, die Ende 2025 abgeschlossen sein soll, nicht wesentlich ändern. Aktuell ist davon auszugehen, dass keine großen  Änderungen bei den Anforderungen vorgenommen werden, sondern lediglich eine Hervorhebung bestimmter Themen im Anhang A – darunter auch die „Kreislaufwirtschaft“.  

Kreislaufwirtschaft auf nationaler und auf EU-Ebene

Cirlular Economy in Deutschland

Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) der Bundesregierung soll Ziele und Maßnahmen in Deutschland für ein zirkuläres Wirtschaften und zur Schonung von Ressourcen aus allen bestehenden Strategien so zusammenzuführen, dass die im Koalitionsvertrages festgelegte Senkung des primären Rohstoffbedarfs erreicht werden kann. Die NKWS soll gleichzeitig einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastung, zum Schutz der Biodiversität und zum Klimaschutz leisten.

So sollen etwa in der Grundstoffindustrie durch verstärkte Kreislaufführung und Nutzung sekundärer Rohstoffe THG-Emissionen und der Energieverbrauch erheblich reduziert werden. Denn: Der überwiegende Teil der THG-Emissionen entsteht nicht etwa in der Produktion, sondern bei der Gewinnung von Rohstoffen. Gleichzeitig soll die NKWS in Deutschland einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung der Rohstoffversorgung leisten, etwa bei seltenen Erden, und damit die Abhängigkeit von Rohstoffimporten reduzieren. 

Circular Economy Action Plan der EU

Bereits im März 2020 hat die Europäische Kommission ihren neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft (CEAP) veröffentlicht. Er ist ein wichtiger Bestandteil des Europäischen Green Deals, der europäischen Agenda für nachhaltiges Wachstum. „Der Übergang der EU zu einer Kreislaufwirtschaft soll den Druck auf die natürlichen Ressourcen verringern und nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplätze schaffen“, wie es in einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission heißt. Der Plan gilt als Voraussetzung, um die EU-Ziele in Bezug auf die Klimaneutralität zu erreichen und den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

Der Aktionsplan der EU enthält Initiativen entlang des gesamten Lebenszyklus von Produkten. Im Mittelpunkt steht die Gestaltung von Produkten, die Förderung von Kreislaufwirtschaftsprozessen und nachhaltigem Konsum sowie die Vermeidung von Abfällen und den Verbleib verwendeter Ressourcen innerhalb der EU-Wirtschaft. Dies soll sowohl mit gesetzgeberischen, als auch zivilen Maßnahmen erreicht werden.

Circular Economy im Kontext der Normung

Um die im Green Deal und dem nationalen Klimaschutzgesetz 2021 beziehungsweise seiner Überarbeitung im Jahr 2023 (Klimaschutzprogramm) formulierten Ziele zu erreichen, ist nach Auffassung der Bundesregierung der schnelle Übergang der zurzeit noch vorherrschenden linearen Wirtschaft zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft unerlässlich. Normung und Standardisierung von Prozessen und Produkten soll dabei eine Schlüsselrolle spielen.

DIN (Deutsches Institut für Normung), DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) und VDI (Verein Deutscher Ingenieure) haben deshalb zusammen mit Spezialisten aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft die Deutsche Normungsroadmap" zum Thema Circular Economy entwickelt.

Die Absicht dieses Aktionsplans ist es, eine Grundlage für Normen und Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen und so eine Kreislaufwirtschaft in der Praxis überhaupt erst zu ermöglichen. Im Zentrum der Roadmap stehen sieben Schwerpunkte, für die eine auf Nachhaltigkeit angelegte Normung der Wertschöpfungskette besonders notwendig erscheint, und die sich an den Fokusthemen des Circular Economy Action Plan der EU orientieren:

  • Digitalisierung, Geschäftsmodelle, Management
  • Elektrotechnik, Informations- und Kommunikationstechnik
  • Batterien
  • Verpackungen
  • Kunststoffe
  • Textilien
  • Bauwerke und Kommunen

Zu diesen Schwerpunktthemen existieren bereits rund 2.100 Einzelnormen. Sie können alle für Circular Economy relevant sein und werden nun auf das Thema zielend neu betrachtet. Branchenübergreifend konnten zudem fünf „Querschnittsthemen“ identifiziert werden, die mittels Normen und Umweltstandards vorangebracht werden können:

  • Nachhaltigkeitsbewertung
  • Lebensdauerverlängerung
  • Digitaler Produktpass
  • Recyclingfähigkeit
  • End of Waste (Ende der Abfalleigenschaft)

Normen zum Thema Circular Economy 

ISO 59004 

ISO 59004 ist eine internationale Norm aus der ISO 59000-Familie, die den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft fördert und umfassende Leitlinien für Organisationen bereitstellt. Sie zielt darauf ab, Umweltprobleme wie Ressourcenknappheit, Klimawandel und Biodiversitätsverlust zu bekämpfen, indem sie nachhaltiges Ressourcenmanagement betont. Durch die Einhaltung von ISO 59004 können Unternehmen nachhaltigere Lösungen liefern, ihre Beziehungen zu interessierten Parteien verbessern und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Umweltrisiken und Wirtschaftsrisiken erhöhen. Die Norm unterstützt Organisationen dabei, zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung beizutragen und eine nachhaltige Zukunft zu sichern. 

ISO 59004:2024-05 – Circular economy – Vokabular, Grundsätze und Leitlinien für die Umsetzung 
Sprache: Englisch  

ISO 59010 

Der Leitfaden bietet Unternehmen eine Anleitung, die ihre Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsnetzwerke von einem linearen Wirtschaftsmodell zu einem zirkulären Modell umstellen wollen. ISO 59010 konzentriert sich auf Managementstrategien zur Umsetzung von Kreislaufwirtschafts-Praktiken sowohl auf Unternehmensebene als auch zwischen verschiedenen Unternehmen. Der Leitfaden ergänzt die Norm ISO 59004, indem er detaillierte Anleitungen zur Bewertung aktueller Wertschöpfungsmodelle, zur Abbildung von Wertschöpfungsketten und Wertschöpfungsnetzwerken und zur Entwicklung von Strategien für die Kreislaufwirtschaft bietet.

ISO 59010:2024-05 – Circular Economy – Leitfaden für den Übergang von Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsnetzen
Sprache: Englisch 

ISO 59020 

Die Norm ISO 59020 stellt eine klare und strukturierte Methode zur Messung und Bewertung der Kreislaufwirtschaftsleistung bereit. Sie hilft Organisationen zu erkennen, wie effektiv sie den Ressourcenverbrauch minimieren und den Kreislauf von Materialien optimieren. Der Standard hilft nicht nur, ökologische Nachhaltigkeit zu erreichen, sondern unterstützt auch die Ziele der nachhaltigen Entwicklung, indem er sich an der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und den Sustainable Development Goals (SDGs) orientiert. Für Unternehmen bietet er eine Möglichkeit, Fortschritte zu quantifizieren und ihr Engagement für nachhaltige Praktiken zu demonstrieren. 

ISO 59020:2024-05 – Circular Economy – Messung und Bewertung der zirkulären Leistung
Sprache: Englisch

ISO 59040

Der Leitfaden liefert eine allgemeine Methode zur Verbesserung der Genauigkeit und Vollständigkeit von Informationen zur Kreislaufwirtschaft, die auf der Verwendung eines Datenblatts zur Produktzirkularität bei der Beschaffung oder Lieferung von Produkten beruht. Die Methode enthält eine Reihe von Anforderungen, die das Unternehmen selbst festlegen muss, was auch die vertrauenswürdige Berichterstattung und den Austausch von Kreislaufwirtschaftsinformationen umfasst. Das Dokument bietet zudem eine Anleitung für die Definition und den Austausch eines Produktdatenblatts zur Kreislaufwirtschaft unter Berücksichtigung von Art, Inhalt und Format der bereitzustellenden Informationen. 

ISO/DIS 59040:2023-11 – Entwurf – Circular Economy – Datenblatt zur Produktzirkularität
Sprache: Englisch

Circular Economy und ihre Bedeutung für den Klimawandel – ein Fazit

Die Circular Economy, die auf Prinzipien wie Zero Waste und Cradle to Cradle basiert, bietet ein enormes Potenzial zur Bekämpfung des Klimawandels. Durch nachhaltiges Produktdesign, die Nutzung erneuerbarer Energien und effektives Recycling können Ressourcen gespart, Treibhausgasemissionen reduziert und Abfälle minimiert werden.

Gesetzgebung, Normen und Umweltstandards, wie ISO 14001, sowie nationale und europäische Strategien spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung und Förderung dieses Wirtschaftsmodells. Trotz einiger Herausforderungen und Risiken überwiegen die ökologischen und wirtschaftlichen Chancen deutlich. Dies macht die Kreislaufwirtschaft zu einem wichtigen Instrument im Kampf gegen den Klimawandel und bietet gleichzeitig wirtschaftlichen Nutzen.

Für Unternehmen bedeutet die konsequente Anwendung der Circular Economy nicht nur einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, sondern auch die Möglichkeit, Innovationen voranzutreiben und langfristig Kosten zu senken. Die Einhaltung von Normen und Standards unterstützt dabei, die Kreislaufwirtschaft effizient und effektiv zu gestalten.

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Autor
Lukas Betthä­u­ser

Lukas Betthäuser ist Norm­ex­per­te für Kli­ma­schutz­ma­nage­ment im Pro­dukt­ma­nage­ment der DQS. In seiner Tätigkeit als Pro­jekt­ma­na­ger erwarb er prak­ti­sche Er­fah­run­gen in den Be­rei­chen Carbon Foot­print, Le­bens­zy­klus­ana­ly­se sowie in der ana­ly­ti­schen Chemie und der bio­lo­gi­schen For­schung. Sein Studium der Nach­hal­tig­keits­wis­sen­schaf­ten und In­dus­trie­tech­nik kon­zen­trier­te sich auf Methoden der Um­welt­wis­sen­schaf­ten, un­ter­neh­me­ri­sches Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment sowie Sus­tainable Fi­nan­ce.

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